Luo Yin (833-910), "Mein Weg"

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Geschnitzes Bildnis eines bechernden Mönches, Sankt Nicolai Kirche zu Kalkar
Wenn Glück mir hold, dann sing ich laut,
wenn Pech dann hör' ich auf
Der Sorgen viel, bekümmert sein,
das gibt es doch zuhauf
Und heute nun da hab' ich Wein,
so bin ich trunken heut'
Und morgen dann, sind Sorgen da,
bringt morgen erst herauf


得即高歌失即休
多愁多恨亦悠悠
今朝有酒今朝醉
明日愁來明日愁

An der Hand von Andrew W. F. Wong war es nicht schwierig dieses Gedicht zu lesen, auch wegen der Menge der Zeichen und Zeichenpaare die doppelt oder gar dreifach vorkommen. Der Gedanke der ausgesprochen wird ist dann auch einfach, dass der morgige Tag seine eigenen Sorgen hat worüber man nicht jetzt bekümmert sein sollte. Man hört hierin nicht den Pessimismus oder den Hang nach Stille des Buddhismus, nicht den Hang nach Riten und das Verlangen nach der als heil gedachten Vergangenheit des Konfuzianismus, sondern die Weisheit des Improvisierens im Dao.
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Drs. Pol. (NL) Monika Eskandani aus Essen-Süd | 08.05.2017 | 17:37  
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