LVR-Mitarbeiter sagen "Nein" zur geplanten Krankenhausreform

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Mitarbeiter der LVR-Klinik in Bebdurg-Hau wehren sich gegen die geplante Krankenhausreform. (Foto: LVR)
Bedburg-Hau: LVR-Klinik Bedburg-Hau |

Bedburg-Hau. Auch die LVR-Klinik Bedburg-Hau hat sich heute, Mittwoch, 23. September 2015, an der bundesweiten Kampagne für eine bessere Krankenhausreform beteiligt.

Während Zehntausende in Berlin vor dem Brandenburger Tor demonstrierten, versammelten sich zahlreiche Beschäftigte der LVR-Klinik Bedburg-Hau ab 12.15 Uhr zu einer „Aktiven Mittagspause“ vor der Wadtbergklinik. Hierzu begrüßte der stellvertretende Kaufmännische Direktor und Personalleiter, Edgar Seeber, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Protestaktion und bedankte sich im Namen des Klinikvorstandes für deren Solidarität.

„Die Beschäftigten in den Krankenhäusern sind am Ende der Fahnenstange angelangt. Die Arbeit in allen Berufen im Krankenhaus kann nicht weiter verdichtet werden. Gebraucht werden mehr Zeit für die Patienten, planbare Arbeit und Freizeit, Zeit zum Erwerb von Wissen und Können - und die Patienten haben Anspruch auf gute Versorgung durch qualifiziertes Personal“, so Seeber in seiner Ansprache. Die Reformvorschläge seien aber kein Befreiungsschlag, sondern eher ein Kahlschlag, führte er unter Beifall der Mitarbeiter aus. „Keiner kann ernsthaft glauben, dass die von der Regierung bereitgestellten Mittel auch nur annähernd ausreichen, um die Probleme in den Krankenhäusern zu lösen“, so Seeber weiter. Eine Reform, die wirklich hilft, muss die laufenden Kosten der Krankenhäuser besser absichern. Das gehe aber nur, wenn unabwendbare Kostensteigerungen, insbesondere für das Personal, bei den jährlichen Vergütungsanpassungen voll berücksichtigt werden, forderte Seeber eindringlich.

Versorgungszuschlag soll wegfallen

Die Krankenhäuser wehren sich u.a. gegen den Wegfall des Versorgungszuschlags, mit dem die Kassen ab 2017 jährlich 500 Millionen Euro einsparen wollen. Zudem soll es Qualitätsabschläge geben, die in keinem anderen Bereich des Gesundheitswesens praktiziert werden - das heißt, dass Krankenhäuser zum Beispiel künftig eine bestimmte Anzahl an Patienten behandeln dürfen, alles, was über dieses Kontingent hinausgeht aber nicht mehr honoriert wird. Außerdem sollen weitere Qualitätsstandards eingeführt werden, für deren Sicherstellung und Dokumentation kein weiteres Personal eingestellt werden soll.

Der stellvertretende Kaufmännische Direktor gab nach seiner Stellungnahme zur Reform gleichzeitig den Startschuss für das sichtbare Protestzeichen von mehr als hundert grünen Luftballons
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