Unternehmerfrückstück: Bedburg-Hau soll von Bahnlinie nach Nimwegen profitieren

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Einen „lebendigen Rundflug über den Kreis Kleve“ nannte Peter Driessen, der Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau, den gut einstündigen Vortrag von Landrat Wolfgang Spreen im Rahmen des aktuellen Unternehmerfrühstücks mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. Und wer denn geglaubt hatte, dass der Landrat ausschließlich die Erfolgsmeldungen der letzten Jahre betone – angefangen bei der Realisierung des Airport Weeze und dessen Entwicklung zu Nordrhein-Westfalens drittstärkstem Airport bis hin zum Jahrhundert-Projekt Hochschule Rhein-Waal mit per heute 5.300 Studierenden – der irrte. In seinem auf Dialog ausgerichteten Beitrag unterstrich Spreen das Wachsen des neuen kreiseigenen Berufskollegs für 2.500 junge Menschen am Standort Geldern, stellte die Notwendigkeit des Kreis-Engagements für den Ärzte-Nachwuchs heraus, sorgte sich um den Lärmschutz und die Sicherheitsaspekte im Umfeld der geplanten Betuwe-Linie als „Autobahn des Güterverkehrs auf Schienen“ und nannte den Brandschutz eine immer größer werdende Herausforderung für Unternehmen und Behörden. „Wir wissen um die Situation – und glauben Sie mir, wir arbeiten daran“, so Spreen im Museumscafé von Schloss Moyland.

Ein ernst zu nehmendes Ziel nannte der Landrat den Wunsch des Kreistags, dem Niersexpress die Möglichkeit der Verkehrsanbindung bis rauf nach Nimwegen zu ermöglichen. In der letzten Woche hatte die Politik den Landrat und die Kreisverwaltung gebeten, sich um einen regionalen Konsens in dieser Sache zu bemühen. „Hier müssen wir grenzüberschreitend mit einer Stimme sprechen“, meinte Spreen. Nicht zuletzt die Hochschule Rhein-Waal und deren Nähe zur Universität Nimwegen könne hier den Weg im wahrsten Sinne des Wortes ebnen. Bislang habe sich die Hochschule für die Region zum „kleinen Konjunkturpaket“ entwickelt. Vielleicht schiebe das auch die Wünsche der Bahn-Begeisterten an. Auf jeden Fall, so unterstrich der Landrat vor den Bedburg-Hauern, sei die Fortentwicklung der Schiene ein Riesen-Plus für das Gelände der Landesklinik in Bedburg-Hau.
Zuvor bereits hatte Bürgermeister Driessen mit Blick auf Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers bedauert, dass die jüngsten Bemühungen um den Verkauf des Nordteils des Klinikgeländes wohl vergeblich gewesen seien. „Die potentiellen Investoren bleiben uns derzeit ihre Rückmeldung schuldig“, so Driessen. Seinerzeit hatten Gespräche zwischen Kreis-WfG und den Interessenten zur intensiven Prüfung des Projektes geführt.

Ungeachtet dessen mache der Verkauf von Baugrund, so der erste Bürger, derzeit in Bedburg-Hau viel Freude. Das letzte Grundstück sei verkauft. Die Verwaltung erarbeite derzeit neue Möglichkeiten, bebaubare Grundstücke auszuweisen. Und auch die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken stehe dem in nichts nach. So werde man nun mit Hilfe des Virtuellen Gewerbeflächenpools – ein über die Kreis-WfG angebotenes Instrument zur schnellen Bereitstellung von baureifem Gewerbegrund – im Interesse der Firmen Bremer, Kontech und Erkis nach Lösungsansätzen suchen.

Bürgermeister Driessen gab bekannt, dass verschiedene Straßenbauarbeiten in diesem Jahr im Gemeindegebiet angepackt werden. So werde die dringend sanierungsbedürftige Holzstraße ab Mitte des Jahres mit Zuschussmitteln des Landes erneuert. Auch auf der Alten Bahn werden Kanalsanierungsarbeiten der Gemeinde sowie eine Deckenerneuerung durchgeführt. Gleiches gilt auch für die Moyländer Allee, die nach Leitungsarbeiten im Ortskern Till deckensaniert wird. Für 2016 sei die Erneuerung der B57 zwischen den Ortsteilen Hasselt und Qualburg durch den Landesbetrieb Straßen NRW vorgesehen. Im Übrigen freut sich Driessen, dass die Parkplatzerweiterung im Gemeindezentrum ab Anfang April diesen Jahres beginnen wird.

Wichtig war es dem ersten Bürger, deutlich zu machen, dass die Erweiterung des Gewerbegebietes Hasselt-Süd lediglich auf einen 70 Meter breiten Streifen entlang des Waldmannspfades vorgesehen sei. Diese Erweiterung diene lediglich drei bestehenden Betrieben, die sich vergrößern möchten und müssten. Weitere Flächeninanspruchnahmen gebe es nicht. Von einer Ausdehnung bis zur Hauer Straße sei keine Rede und werde auch von der Verwaltung nicht getragen.
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