Ein Bild - Eine Geschichte

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Frostige Zeiten


Fassungslos starrte Sina auf den kleinen Bach vor ihren Füßen. Sie konnte nicht glauben, was sie sah. Eben noch hatte sie die kleinen Fische beobachtet, die sich zwischen den Steinen versteckten. Sie hatte überlegt, ob sie nicht die Schuhe ausziehen, sich eine Weile ans Ufer setzen und die Füße ins kühle Nass hängen sollte. Doch jetzt fror der Bach zu! Es begann am Ufer und schnell wurde die Eisschicht breiter, bis sie den ganzen Bach bedeckte. Schneeflocken wirbelten umher und legten sich auf das grüne Gras und die Blumen, die sich an diesem ersten, richtig warmen Frühlingstag der Sonne entgegengereckt hatten. Wind war aufgekommen und Sina fror erbärmlich. Was geschah gerade? Für einen letzten Wintereinbruch war es wirklich zu spät und dann gleich in diesem Ausmaß? Das war unmöglich! Sina kletterte das Ufer hoch zurück zum Weg. Um sie herum versank alles im Schnee. Bibbernd schlang sie die Arme um sich. Ihre dünne Jacke hatte dem Wind nichts entgegenzusetzen. Sie stemmte sich in den Wind und kämpfte sich in Richtung Straße vor. Das hoffte sie zumindest, denn aus dieser Richtung hörte sie das Hupen der Autos. Der Verkehr versank gerade im Chaos. Doch mit jedem Schritt wurden die Geräusche leiser, versanken wie die Landschaft im Schnee. Durch das Schneegestöber sah sie ein schwaches Leuchten. Es schien sie zu rufen. Ohne es zu wollen, ging sie weiter darauf zu. Ihr Verstand befahl ihr anzuhalten, nicht weiter zu gehen, aber sie war wie hypnotisiert. Mit jedem Schritt wurde das Leuchten heller und umschloss sie schließlich. Was Sina dann sah, ließ ihr den Atem stocken….
www.sabine-kalkowski-schriftsteller.de
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