Mutti kam mit dem Henkelmann: Stadtspiegel-Leser erhielten bei exklusiver Führung ungewohnte Einblicke in, an und unter der Jahrhunderthalle

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Einst Stätte der Schwerindustrie, jetzt Industriedenkmal und Kulturkathedrale – die Jahrhunderthalle hat einen rasanten Wandel vollzogen. Davon durfte sich bei einer exklusiven Führung des Stadtspiegels durch Bochum Marketing 20 Leserinnen und Leser überzeugen, die bei dem sonntäglichen Spaziergang spannende und ungewöhnliche Einblicke erhielten. (Foto: Molatta)
 
Den Bochumer Stadtplan hatte Gästeführerin Heike Brauckhoff praktischerweise für jeden sichtbar als Bild auf ihrer Tasche. (Foto: Molatta)

„Eisen und Stahl kochen ist fast wie Kartoffeln kochen.“ Nur ein Beispiel aus den lebendigen, unterhaltsamen und informativen Erzählungen von Heike Brauckhoff. Die Gästeführerin nahm 20 Stadtspiegel-Leser mit auf einen ganz besonderen Spaziergang, der „Industriekultur zur Kaffeezeit“ kredenzte.

Einst ein riesiges Areal der Schwerindustrie, jetzt Kulturstätte – wer sich ganz auf die Geschichten von Heike Brauckhoff einließ, der verspürte die Energie und außergewöhnliche Atmos­phäre, die die Jahrhunderthalle ausstrahlt.
Als Jacob Mayer 1842 seine „Gussstahlfabrik Mayer und Kühne“ gründete, konnte noch niemand ahnen, dass sich hier riesige Produktionsanlagen ansiedeln und in der Hochzeit des „Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikationen“, wie das Unternehmen später hieß, 22 000 Menschen Arbeit bieten sollten.
In die „verbotene Stadt“ kam niemand hinein. „Mutti durfte zwar den Henkelmann mit dem Mittagessen zur Pforte bringen, auf das Gelände durfte aber außer den Beschäftigten niemand“, erklärte Heike Brauckhoff. „Aber die Stahlstadt hatte ohnehin alles, was eine Stadt braucht, man musste sie also prinzipiell gar nicht verlassen.“

"Verbotene Stadt"

Ehe die Jahrhunderthalle ins Gelände integriert wurde, diente sie dem Bochumer Verein 1902 bei der so genannten „kleinen Weltausstellung“ in Düsseldorf als Ausstellungshalle. Ein Jahr später wurde sie in der Rheinstadt ab- und in Bochum wieder aufgebaut. Fortan drehten sich hier die Räder der Gaskraftanlage, die Energie für eine weitere Expansion des Unternehmens liefern sollte.

Veranstaltungsstätte

Nach der Stilllegung begab man sich auf die Suche nach anderen Nutzungsmöglichkeiten. Als die Bochumer Symphoniker 1991 in der noch unrenovierten und bitterkalten Halle ein gemeinsames Konzert mit der Radio-Philharmonie Leipzig gaben, war der Weg zur Spielstätte vorgezeichnet. Mittlerweile hat die unter Denkmalschutz stehende Jahrhunderthalle nicht nur durch die Ruhrtriennale internationale Bedeutung auf dem Kultursektor erreicht.

Noch lebhafte Erinnerungen konnte Klaus Rüsberg mit einbringen, der die Jahrhunderthalle bis zu ihrer Stillegung als Elektriker betreut hat. Auch das Ehepaar Franke blickt auf ganz persönliche Verbindungen zurück: „Wir haben beide am 1. April vor 50 Jahren unsere kaufmännische Ausbildung beim damaligen Bochumer Verein begonnen und waren auch in Verwaltungsgebäuden nahe der Jahrhunderthalle tätig.“
Der „Urbochumer“ Marc Wöhrle hat die Veränderungen der Jahrhunderthalle und des Westparks hautnah und intensiv mitbekommen. „Mit Argusaugen sehe ich noch heute beim Hundespaziergang oder beim Joggen die Entwicklung des Areals. Einen Einblick in die sagenumwobenen Unterwelt und viele Hintergrundinformationen über den Park und die Industriehallen zu bekommen und dazu noch die nicht öffentlichen Bereiche zu sehen, war die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches.“

Bochum Marketing hat eine Vielzahl von Stadtführungen im Angebot


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Das „Königreich Stiepel“ kann dabei ebenso erkundet werden wie das „Blaubuchsenviertel“ oder der Stadtpark. Es gibt Architektur- und Kostumführungen, und selbstverständlich steht auch eine „BrauKultTour“ durch die Fiege-Brauerei im Programm.
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