pottfiction will Liebe in die Welt bringen

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pottfiction bietet den Teilnehmenden vielfältige Partizipationsmöglichkeiten. (Foto: Küster)

„Meine Mutter kocht einmal im Jahr Nudeln mit Gorgonzolasoße. Sie fügt noch Pilze und Walnüsse hinzu. Davon esse ich dann drei Tage lang. Schließlich ist das mein Lieblingsessen. Danach muss ich es dann ein Jahr lang nicht mehr essen. Das ist dann auch ganz gut.“ - So erzählt es eine Teilnehmerin des pottfiction-Workshops „Der Pott muss kochen, bevor er schmeckt“.

Dieser Workshop ist am pottfiction-Wochenende in der Zukunftsakademie an der Bochumer Humboldtstraße für die Zubereitung des Abendessens verantwortlich. Ziel ist es, liebevoll und bewusst mit Lebensmitteln umzugehen. Die Teilnehmer leiten diese Gruppe selbst. „Sie haben sofort To-do-Listen erstellt, so selbständig sind sie. Wir versuchen, ein partizipatives Projekt zu sein, auch wenn es für mich als Leiterin manchmal einfacher wäre, die Richtung einfach vorzugeben. Die Jugendlichen sollen sich aber kreativ und organisatorisch einbringen können“, ist Inga Sponheuer, die an diesem Wochenende die Leitung innehat, erfreut über das Engagement der Anwesenden.
Entstanden ist pottfiction ursprünglich im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010. Sponheuer erläutert die Stoßrichtung der Bemühungen: „Kinder- und Jugendtheater wirken überwiegend auf kommunaler Ebene. Unser Ziel ist es, die Arbeit zu vernetzen. Deshalb haben wir pottfiction 2013 wiederbelebt.“ - Neben dem Jungen Schauspielhaus Bochum, dessen pottfiction-Gruppe Sponheuer leitet, sind Theater aus Herne, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen und Hamm dabei. Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 23 Jahren erhalten hier die Möglichkeit, an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftlichem Engagement zu arbeiten. Leitfrage ist dabei: „Wie stellst du dir deine Zukunft vor und was bist du bereit, dafür zu tun?“

Drei Module

„Die Arbeit bei pottfiction gliedert sich in drei Module“, erläutert Sponheuer, die mit ihrer Kollegin Sandra Sanchez die theaterpädagogische Leitung des Wochenendes an der Humboldtstraße innehat. „Die Jahresarbeit“, führt Sponheuer aus, „findet an den einzelnen Theatern statt. Wochenenden wie dieses in der Zukunftsakademie dienen der Vernetzung. Wir sind dabei Gastgeber für 70 Jugendliche.“ - Und das dritte Modul?
Inga Sponheuer antwortet: „Im Sommer findet immer ein Abschlusscamp statt, dieses Jahr in Hamm. Die Teilnehmer verbringen eine ganze Woche gemeinsam und gestalten eine Abschlussveranstaltung.“ Im Jahre 2015 fand das Camp im Bochumer Westpark statt. Dort wurde dann auch das große Abschlussspektakel der Öffentlichkeit präsentiert.

Liebe schenken

Das diesjährige pottfiction-Thema lautet „Liebe schenken“. „Wir beobachten“, erläutert Sponheuer, „eine zunehmend aggressive Sprache. Dieser Entwicklung wollen wir Liebe entgegensetzen.“ - Entsprechend kreiert der Musik-Workshop ein „Liebeslied für die Welt“. Außerdem nähern sich ein Performance-Workshop und eine Schreibwerkstatt dem Thema jeweils auf ihre Weise. Dabei ist es Sponheuer wichtig, dass das Projekt auch noch auf andere Weise die Welt abbildet: „Wir haben junge Leute dabei, die noch nicht lange in Deutschland sind. Deshalb erfolgte die Begrüßung in deutscher und englischer Sprache.“ - Es sind junge Leute mit Wurzeln in Deutschland, im Irak und in Afghanistan dabei.
Das Projekt öffnet sich auch nach außen. „Wir wollen eine Einkaufsliste für die Welt erstellen und haben Menschen aus unterschiedlichen Generationen nach ihrer Zutat befragt. Uns geht es vor allem auch darum zu erfahren, ob sich die Antworten im Laufe des Lebens verändern.“ - Auch der Performance-Workshop trägt die Früchte seiner Arbeit nach außen. Angeleitet vom Hamburger Kollektiv „Bauchladen Monopol“, wird ein alternativer Junggesellinnenabschied in der Bochumer Innenstadt zelebriert.

Info
Bewerbungen für pottfiction sind unter isponheuer@bochum.de jederzeit möglich.
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