Hör ma: Opel - Eine Frage des Anstands

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(Foto: Molatta)

Es ist sehr selten, dass ich nicht an das Gute im Menschen glaube. Doch inzwischen verliere ich den Glauben an diese Eigenschaft, wenn ich an den Besuch der GM-Manager in Deutschland denke.

Ja, ich kann mich noch dunkeln daran erinnern, wie freudig und hoffnungsfroh die Menschen mitten in der Bergbaukrise waren, als die Nachricht bekannt wurde: Opel kommt nach Bochum. Und die Menschen hier im Revier haben es ihnen nicht nur mit ihrer Arbeitskraft gedankt: Opel war Kult und auch bei der Entwicklung des Reviers das Maß der Dinge. Ob Land, Bezirksregierung oder Stadt - alle schauten auf die Wünsche und Bedürfnisse der Autobauer. Wer all die direkten und versteckten Subventionen und die Steuergeschenke zusammenrechnen wollte, die Opel in den letzten 50 Jahren erhalten hat, er käme auf eine beachtliche Summe.

Doch was ist der Dank? Jetzt, in der Stunde der Not, zeigen uns die Manager aus den fernen USA nur die kalte Schulter. Um Bochum machten sie einen weiten Bogen. Sogar einen Besuch bei Hannelore Kraft hielten sie nicht für nötig. Ist es die Arroganz der Macht oder die Angst vor der Reaktion der Menschen hier? Ganz bestimmt aber ist es eines: Mangelnder Anstand. Oder, wie man hier sagt: „Kein Arsch inne Buxe...“
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Volker Dau aus Bochum | 18.04.2013 | 02:48  
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