Universitas und Universität: Parforce-Ritt durch die Geschichte

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Es ist eine schöne Tradition: Die Klinik für Innere Medizin des Evangelischen Krankenhauses Hattingen und die Klinik für Medizinische Geriatrie der Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum-Linden veranstalten gemeinsam mit der Ärztegruppe Bochum-Linden-Dahlhausen alljährlich ein „Studium Generale“: Gewissermaßen Allgemeinbildung zum Abschluss des (Fortbildungs-)Jahres.

In diesem Jahr hielt Prof. Dr. Elmar Weiler, der emeritierte Rektor der Ruhr-Universität Bochum, einen viel beachteten Vortrag zum Thema „Geschichte der Universität – Geschichte der Ruhr-Universität“. Der Vortrag war ein Parforce-Ritt durch die Thematik: Er zeigte die Wurzeln der Universitäten in der Akademie Platons, der großen Bibliothek von Alexandria und dem Haus der Weisheit in Bagdad. Es war ein wirklicher Studium-Generale-Vortrag unter Einbeziehung geschichtlicher, kulturhistorischer, religiöser, geisteswissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Aspekte des Wissenschaftsbetriebs. Professor Weiler fokussierte auf „Universitas“, das Wort aus dem der Begriff „Universität“ hervorgegangen ist. Hiermit ist der mittelalterliche lateinische Begriff für eine (strukturierte) Gemeinschaft Gleichgesinnter gemeint. Um die Ehre der ersten Universität konkurrieren im Hochmittelalter Bologna und Paris. In Deutschland war die Humboldt’sche Universität geprägt durch das Prinzip von Einheit, von Forschung und Lehre einerseits und andererseits der Forderung nach universitärer Selbstverwaltung.

Heute gibt es weltweit etwa 20.000 Universitäten auf allen Kontinenten. Die Ruhr-Universität Bochum ist die erste Neugründung einer Universität nach dem 2. Weltkrieg. Die politische Entscheidung in Landtag wurde im Juli 1961 getroffen. Die Ruhr-Universität hat heute 43.000 Studierende und 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist Bochums größter Arbeitgeber.

Professor Weiler schloss mit den Worten: „Entscheidend für die Zukunft der Universität, aller Universitäten, wird sein, den nie enden wollenden Kampf um Autonomie, der schon Bologna und Paris hundert Jahre und seither alle Universitäten beschäftigt hat, entschieden zu führen und das Leitbild der „Universitas“ wach zu halten. Geblieben ist DER universelle Topos der Menschheit: das Unentdeckte.“

„Mit seinem sehr kenntnisreichen und facettenreichen Vortrag“, so ein Teilnehmer, „fesselte Professor Weiler die zahlreichen Zuhörer. Somit bildete diese Veranstaltung einen äußerst gelungenen Jahresabschluss unserer Fortbildungsserie 2015.“
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