Eine Chance für die Natur

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Sina Friedrich vom Umwelt- und Grünflächenamt ist der Stolz auf das Ergebnis der Umbaumaßnahme anzusehen. Sie hofft, dass die Spaziergänger und Freizeitsportler respektvoll mit der Natur rund um das Hallenfreibad umgehen.
Bochum: Südpark Wattenscheid |

Aus den drei Teichen im Südpark wurde ein Bachlauf - Flora und Faune sollen sich nun selbst entwickeln


Ein neues Kleinod gibt es im Südpark zu entdecken: aus den drei Teichen südlich des Hallenfreibades Höntrop wurde ein Bachlauf - dem noch ein ordentlicher Regenguss fehlt.

„Das war schon ein größeres Projekt mit vielen Unwägbarkeiten“, berichtet Sina Friedrich vom Umwelt- und Grünflächenamt. Schließlich weiß man nie so genau, was man beim „Buddeln“ alles findet. In diesem Fall war es die Hauptgasleitung für Höntrop, die in einer sehr ungünstigen Höhe liegt. „Darum mussten wir ein bisschen um die Kurve bauen“, lacht die studierte Landschaftsarchitektin.
Sieben Monate Bauzeit hat es gebraucht, die drei Teiche zurückzubauen und einen Bachlauf anzulegen. Damit soll der Natur wieder freier Lauf gelassen werden. Zudem handelt es sich um eine Kompensationsmaßnahme für ein neues Regenrückhaltebecken an der Hanielstraße. Dafür mussten die Teiche weichen.
„Ihre ökologische Wertigkeit war eh sehr gering“, so Friedrich. Der Bach dagegen wurde so naturnah wie möglich angelegt und soll bald viele unterschiedliche Tierarten beherbergen.
530.000 Euro hat die Renaturierung gekostet. Zu Buche schlug auch das Ausbaggern und Entsorgen von 2.700 Tonnen Teichschlamm - das entspricht etwa 100 Lkw-Ladungen.
„In den Teichen fanden sich viele Fische, auch Goldfische“, erinnert sich Sina Friedrich. Die gehörten da natürlich nicht hin. Frösche hatten da wenig Chancen, weil die Kaulquappen von den Fischen gefuttert wurden. Heute sind wieder an vielen Stellen des südlichen Südparks Kaulquappen zu finden.
Um das Laichen der Fische und Reptilien nicht zu behindern, wurde erst im September mit der Baumaßnahme begonnen - auf die Belange der Tiere, die man vor dem Ablassen des Wassers mit dem Kescher rettete, wurde Rücksicht genommen.
Noch kann von „plätschern“ nicht die Rede sein, doch der nächste Regen sollte den neuen Bachlauf klar erkennbar machen. Und vor Unwettern ist man auch gefreit: Normalerweise fließen 29 Liter pro Sekunde durch den Bachlauf. Um das Hallenfreibad zu schützen, kann das Areal mit bis zu 600 Litern in der Sekunde umgehen. Das ist eine Menge, zu der es nur bei einem sogenannten „hundertjährigen Ereignis“ kommt. Zur Uferbefestigung wurden Erlensetzlinge gepflanzt. Ansonsten wurde nicht viel gesät, da die Natur sich selbst wieder entwickeln soll. „Noch sieht es am Talgrund kahl aus, doch erwarten wir schon bald einen Hochstaudenflur“, ist Sina Friedrich gespannt, wie die Natur sich entwickeln wird und welche Pflanzen sich durchsetzen.
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Peter Schröter aus Wattenscheid | 13.06.2015 | 11:54  
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