"Der Umgang mit Respekt ist unter die Räder gekommen"

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Straßenbahn weist auf das Reformationsjubiläum und auf die Kampagne "Respekt zeigen" hin.

Ökumenischer Neujahrsempfang der Kirchen


Mit dem Appell "Respekt zeigen!" haben sich Vertreter aus Kirche und Gesellschaft gegen eine zunehmende Respektlosigkeit auch in Bochum ausgesprochen. "Der Umgang mit Respekt ist unter die Räder gekommen", sagte Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch in seinem Grußwort auf dem Ökumenischen Neujahrsempfang der evangelischen und der katholischen Kirche im BOGESTRA Betriebshof Engelsburg.


„Der klassische Respektbegriff des Ordnungshüters gehört der Vergangenheit an“, stellte Hauptkommissar Frank Harder zu Beginn einer Talkrunde zum Thema fest. Dabei erlebe er die Stimmung auf der Straße hautnah mit. „Beleidigungen und körperliche Angriffe uns Polizisten gegenüber haben in den letzten Jahren massiv zugenommen.“ Doch ihm ist auch wichtig klarzustellen, dass Respekt keine Einbahnstraße sein kann: „Ich versuche hier ein Vorbild zu sein“, sagte Harder vor den rund 300 Gästen des Neujahrsempfangs.

Valentin Baus hat bei den paralympischen Spielen als Rollstuhltischtennisspieler große Erfolge erzielt. Er findet es respektlos, wenn er irgendwo hinkommt und dort keine Barrierefreiheit vorfindet. „Ich warte zum Beispiel immer noch darauf, dass die Linie 310 für Rollstuhlfahrer endlich barrierefrei zugänglich wird“, sagte Baus auf dem Empfang.

Wie könnte eine angemessene Reaktion auf respektloses Verhalten aussehen? Darauf hat die Runde an diesem Vormittag keine einheitliche Antwort. Andrea Schröder, Redaktionsleiterin des Stadtspiegels, sieht mit dem Aufkommen von Facebook auch einen deutlichen Anstieg an Respektlosigkeit: „Manchmal habe ich das Gefühl, Facebook hat die Funktion von Stammtischrunden übernommen.“

Und was können die Religionen gegen zunehmende Respektlosigkeit tun? Michael Kemper, Stadtdechant der katholischen Kirche, stellte eine ganz besondere Initiative der Bochumer Glaubensgemeinschaften vor, die ein gemeinsames Logo entwickelt hat: „Glaube, Liebe, Bochum“ prangte in bunten Farben symbolisch an der Wand.

„Respekt verlieren und verlernen, das ist traurige Lebenswirklichkeit", sagte Superintendent Dr. Gerald Hagmann. Die Jahreslosung 2017 "Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch" könne es ermöglichen, dass wir Respekt zeigen, auch den anderen Glaubensgemeinschaften gegenüber.

Und die BOGESTRA überraschte schließlich die Anwesenden damit, dass sie extra eine neue Straßenbahn mit dem Logo „Respekt zeigen!“ in den Farben der Bochumer Initiative gestaltet hat.Straßenbahn wirbr mifür das refomrationsjub

Mit dem traditionellen Neujahrsempfang bedanken sich die christlichen Kirchen bei den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihr auch im vergangenen Jahr gezeigtes großes Engagement. Weit über 5.000 Bochumer prägen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement das kirchliche Leben vor Ort. Sie leisten damit auch einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben in Bochum, wie in der jüngsten Vergangenheit z.B. der Einsatz für die Flüchtlinge in unserer Stadt gezeigt hat.
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