Ein neues Herz fürs Bergmannsheil

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Vom Hubschrauberlandeplatz aus bietet sich dieser Blick auf das neue Gebäude. (Foto: Foto: Molatta)
 
Feierliche Schlüsselübergabe für den Neubau: Bürgermeisterin Gabriela Schäfer, Architekt Dr. Michael Ludes, Bergmannsheil-Geschäftsführer Johannes Schmitz, Elmar Milles und Xaver Schmidt, die alternierenden Aufsichtsratsvorsitzenden des Bergmannsheils. (Foto: Foto: Molatta)
 
10 neue OP-Säle, ausgestattet mit modernster Technik, gibt es im Zentral-OP im Neubau. Nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts kommen noch vier Säle dazu. (Foto: Foto: Molatta)
Bergmannsheil feiert Eröffnung des neuen Funktionstraktes und Bettenhauses

Gemeinsam mit rund 200 geladenen Gästen hat das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil am Donnerstag, 13. Juni, die Einweihung seines neuen Funktionstraktes und Bettenhauses gefeiert.

Die Gebäude, angesiedelt im Zentrum der Klinik, bilden das neue „Herzstück“ des Bergmannsheils. Es beinhaltet eine neue Notfallaufnahme, ein High-Tech-OP-Zentrum, modernste Intensiv- und Pflegestationen sowie Funktionsabteilungen auf rund 20.000 Quadratmetern Bruttogrundrissflächen – realisiert nach höchsten baulichen und technischen Standards. Zum 1. August 2013 beginnt der Betrieb im neuen Baukomplex, der in den folgenden drei Jahren um einen zweiten Bauabschnitt erweitert wird. Das Finanzvolumen für das gesamte Bauprojekt beträgt rund 120 Mio. Euro und wird finanziert von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und dem Bergmannsheil.

Kürzere Transportwege für Schwerskranke

„Mit dem Funktionstrakt, unserer neuen ‚Herzkammer‘, bieten wir auch künftig eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau“, sagte Johannes Schmitz, Geschäftsführer des Bergmannsheils. „Wir schaffen hier größere und leistungsfähigere Strukturen, verbessern die interne Logistik und rüsten großflächig um auf modernste Medizintechnik.“ Vor allem Notfall- und besonders überwachungsbedürftigen Patienten kommt das bauliche Konzept zugute. Denn verkürzte Transport- und Kommunikationswege bedeuten in der Akutphase der Patientenversorgung wertvollen Zeitgewinn. Elmar Milles, Aufsichtsratsvorsitzender des Bergmannsheils sprach daher von einer „Stärkung der unfall- und akutmedizinischen Kernkompetenz“, die der Neubau mit sich bringe: „Die gesamte Versorgungskette von der Notfallaufnahme über das OP-Zentrum bis hin zur intensivmedizinischen Versorgung ist hier nach modernsten Standards realisiert. Wir sichern damit langfristig die Zukunft des Bergmannsheils als Unfall- und Universitätsklinikum.“

Erweiterte Notfall- und OP-Kapazitäten

Mit dem ersten Bauabschnitt werden bereits die zentralen Bereiche und Abteilungen in Betrieb genommen. Im neuen, viergeschossigen Funktionstrakt befindet sich im Erdgeschoss die neue Zentrale Notfallaufnahme mit zwei Schockräumen und in direkter Nachbarschaft dazu die Radiologie. Notfallpatienten können so in kürzester Zeit computertomographisch untersucht und das Verletzungs- beziehungsweise Erkrankungsmuster abgeklärt werden. Das gesamte Spektrum an Notfällen wird hier in fachübergreifender Zusammenarbeit behandelt – chirurgische, internistische und neurologische Notfälle.

Darüber, im 1. Obergeschoss befindet sich der Zentral-OP, der zunächst 10, später, nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes, 14 Säle beinhaltet. Eine zentralisierte Holding-Area dient der Vorbereitung der Patienten auf die Operation. Neueste Medizintechnik sowie optimierte Abläufe und Prozesse gewährleisten eine bestmögliche Patientenversorgung. Im Untergeschoss findet die Zentralsterilisation, in der die normgerechte hygienische Aufbereitung medizinischer Produkte wie OP-Besteck etc. geschieht, ihren neuen Standort. Im 2. Obergeschoss des neuen Funktionstraktes gibt es Dienst- und Umkleidezimmer sowie Schulungsräume für ärztliches und pflegerisches Personal.

Intensiv-, Normal- und Spezialpflegestationen

Das neue Bettenhaus 2 beherbergt die neuen Intensivpflege- und Normalpflegestationen. Im Erdgeschoss befindet sich die Chirurgische Intensivstation (13 Betten), im 1. Obergeschoss die Innere Intensivstation (10 Betten) und die Schwerbrandverletzten-Intensivstation (8 Betten). Darüber folgen zwei Geschosse mit Normalpflege- und Pflegestationen speziell für Patienten mit Arbeitsunfällen bzw. berufsbedingten Erkrankungen, die über die Gesetzliche Unfallversicherung versichert sind (zusammen 41 Betten). Das vierte Obergeschoss ist für Forschungslabore reserviert und im Untergeschoss befindet sich das Zentrallabor des Bergmannsheils. Nach der Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes bietet der gesamte Neubau dann Platz für 50 Intensivbetten, 52 Allgemeinpflegebetten und 61 Betten zur Pflege berufsgenossenschaftlich versicherter Patienten, zusätzlich zu den bestehenden Kapazitäten in den Bestandsgebäuden des Bergmannsheils.


Medizintechnik der neuesten Generation

Zugleich wurden große Teile der medizintechnischen Ausstattung des Neubaus komplett erneuert. Notfallaufnahme, Schockräume und OPs einschließlich der zentralisierten Holding-Area sind mit modernster Technik ausgestattet. Die Radiologie erhält zwei neue Computertomographiegeräte, eines davon mit Kardio-Funktionalität, die detaillierte Aufnahmen des Herzens beziehungsweise der Herzkranzgefäße ermöglicht. Auch die Zentralsterilisation ist technisch rundum erneuert worden.

Neubau sichert Zukunftsfähigkeit

Zugute kommt die umfassende bauliche Modernisierung des Bergmannsheils den Patienten, zugleich aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Denn das traditionsreiche Krankenhaus - die älteste Unfallklinik der Welt - sichert damit seine Entwicklungsfähigkeit und macht sich fit für die Zukunft. „Bauliche Investitionen sind immer auch Investitionen in die Zukunftssicherheit unserer Arbeitsplätze“, so der Geschäftsführer. „Wir wollen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein attraktives Umfeld bieten, damit sie sich hier beruflich entfalten und entwickeln können.“

Nach der Eröffnung folgt Bauabschnitt zwei

Weil der Neubau sowohl geographisch wie funktionell das Zentrum der Klinik bildet, war die Realisierung eine organisatorische und logistische Herausforderung. Der erste Bauabschnitt des neuen Funktionstraktes und Bettenhauses wurde zunächst an die Altgebäude angebaut, zuvor war ein Teilabriss des alten Bettenhauses 2 erforderlich. In Kürze ziehen die Abteilungen und Stationen aus den Bestandsgebäuden in den Neubau um. Nach vollständiger Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts erfolgt der Abriss des alten Funktionstraktes und Bettenhauses 2. Auf der Freifläche entsteht dann Bauabschnitt zwei. Die Inbetriebnahme erfolgt 2016.
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