„Frieda“ schlägt Brücken: Hannelore Kraft besichtigte Flüchtlingsunterkunft

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Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (l.) und Landtagspräsidentin Carina Gödecke im Gespräch mit einer Flüchtlingsfamilie in der Unterkunft am Bövinghauser Hellweg.
 
Hannelore Kraft lässt sich von den Kindern ihre selbst gebastelten Masken zeigen.

Jeden Mittwoch- und Donnerstagnachmittag kommt „Frieda“, der mobile Kindergarten für Flüchtlingskinder, in die Unterkunft am Bövinghauser Hellweg. An diesem Mittwoch kam jedoch ein weiterer Gast nach Gerthe. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft stattete der Flüchtlingsunterkunft einen Besuch ab, um das Brückenprojekt Frieda in Augenschein zu nehmen.

Zurzeit leben in der Unterkunft, die Ende Mai eröffnet wurde, 103 Bewohner, die aus Syrien, Iran, Irak, Pakistan, Afghanistan, Marokko und Armenien stammen. „Es ist eine der kleineren Einrichtungen“, berichtet Sozialdezernentin Britta Anger der Ministerpräsidentin.
30 der Bewohner sind minderjährig, und wiederum 15 von ihnen besuchen den mobilen Kindergarten „Frieda“. „Das Kernangebot richtet sich an Drei- bis Sechsjährige, aber wir schicken ältere Geschwister nicht weg“, erklärt Patrick Dörr, Leiter der Flüchtlingsunterkunft.
Das Brückenprojekt der AWO Ruhr-Mitte, das Kinder fördert, die noch keinen Kindergartenplatz haben, gibt es seit Oktober 2015 und ist zunächst bis Ende dieses Jahres genehmigt. „Wir sind froh über dieses Übergangsmodell“, sagt Anger, wobei für die Flüchtlingskinder in Gerthe möglichst bald Plätze in Kitas in der Nachbarschaft gefunden werden sollen.

Brücke zu den Eltern

Eine Brücke soll durch „Frieda“ auch zu den Eltern der Kinder geschlagen werden, denn wie der Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel erklärt, kämen viele der Familien aus Ländern, in denen es gar keine Kindergärten gebe. Prompt wendet sich Kraft an einen syrischen Vater, um von ihm zu wissen, ob er seine Kinder denn in eine Kita schicken würde, was er ihr bestätigt.
Seit dem Bezug der Unterkunft am Bövinghauser Hellweg wird „Frieda“ an zwei Nachmittagen pro Woche eingesetzt. Dann rollt der Wagen mit dem Spielmaterial vor, das die Kinder dabei unterstützen soll, die deutsche Sprache zu erlernen. „Wir malen Zahlen, üben Farben und spielen ,Mensch ärgere dich nicht' oder ,Memory'. Bei ,Memory' sagen die Kinder, was sie aufgedeckt haben“, nennt Projektleiterin Jana Schlüter, die von zwei ehrenamtlichen Kräften unterstützt wird, einige Beispiele dafür, wie die Förderung abläuft.

"Lernen Sie deutsch"

„Mensch ärgere dich nicht“ spielt auch Hannelore Kraft während ihres Besuch mit einigen Kindern. „Eins, zwei, drei, vier“, zählen sie alle gemeinsam laut und setzen die Spielfigur vier Felder weiter. Grundsätzlich wird die Ministerpräsidentin nicht müde, zu betonen, wie wichtig der Spracherwerb ist. Einige der Flüchtlinge – Männer und Frauen – spricht sie auch direkt an: „Lernen Sie deutsch.“ Und einigen Kindern sagt sie, „Es ist wichtig, dass ihr in die Schule geht“, als diese ihr ihre selbst gebastelten Masken zeigen.
„Wisst ihr, wer ich bin?“, fragt Kraft die Kinder, um dann zu erklären, dass sie die Chefin von NRW sei. Als „wichtiger politischer Besuch mit Gelegenheit zum Reden“ sei Kraft den Flüchtlingen angekündigt worden, sagt Patrick Dörr. Tatsächlich drängen sich viele Bewohner um die Ministerpräsidentin, wollen ihr erzählen, wie schwierig es sei, eine Wohnung zu bekommen, oder ihr ein mitgebrachtes Foto zeigen, während ein an Epilepsie erkrankter Iraker darauf hofft, medizinische Hilfe zu erhalten.
Wiederum andere wollen ein Selfie mit Kraft machen, und zum Abschluss ihres Besuchs lässt sie sich gern mit einigen der Besucher ablichten und gibt auch technische Hilfe. „Das ist falsch eingestellt“, sagt sie zu einem der Flüchtlinge und korrigiert die Handyeinstellung, so dass dem Erinnerungsfoto nichts mehr im Wege steht.
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