Blau-weißes Murmeltier: Beim VfL Bochum herrscht Ernüchterung

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Gertjan Verbeek konnte es kaum fassen: "Wir haben in der zweiten Hälfte auf die Tore von Union gewartet." Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Und täglich grüßt das Murmeltier: Gerade einmal einen Spieltag ist die Rückrunde alt, und beim VfL Bochum ist nach der 1:2-Niederlage bei Union Berlin irgendwie schon wieder fast alles wie immer. Die Mannschaft spielt auswärts gut mit, geht in Führung, schenkt die Partie dann aber her – und steht am Ende mit leeren Händen da.

Ernüchterung und Enttäuschung statt Aufbruch und Aufholjagd: An der Castroper Straße ist die Stimmungslage nach dem verpatzten Auftakt in die Rückrunde übersichtlich. Zu sehr hat die Niederlage bei Union Berlin an alte Muster aus der Hinrunde erinnert, als der VfL so manchen Punkt ohne Not hat liegen lassen.

„Die Vorrunde hat gezeigt, dass wir auswärts unsere Probleme hatten. Wir sind zwar oft in Führung gegangen, haben dann aber noch verloren. Da müssen wir ansetzen“, hatte Sportvorstand Christian Hochstätter unmittelbar vor dem Auftaktmatch in Berlin im Interview mit dem Stadtspiegel gefordert. Doch genau an diese Problematik knüpft der VfL Bochum des Jahres 2017 an. Bei Union stand der VfL nur eine Halbzeit defensiv sicher, arbeitete konzentriert und sorgte zugleich mit guten Offensivaktionen für Entlastung. Mit zunehmender Spieldauer aber setzte die Mannschaft kaum noch Akzente, agierte viel zu passiv und produzierte zudem immer wieder eigene Fehler. „Wir haben in der zweiten Hälfte auf die Tore von Union gewartet“, fasste es Gertjan Verbeek treffend zusammen. Patrick Fabian sah es ähnlich: „In der zweiten Halbzeit haben wir das Heft des Handelns aus der Hand gegeben und nicht mehr so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Das ist extrem schade, weil es absolut vermeidbar war.“

Am Sonntag kommt der KSC

Bei der Suche nach den Gründen tut sich die Mannschaft ähnlich schwer wie in den Monaten zuvor. Die Verletzungsproblematik allein taugt als Entschuldigung nicht. Zwar musste der VfL auch in Berlin auf insgesamt neun Spieler verzichten. Doch zum einen stehen erfahrene Profis wie Fabian wieder auf dem Platz, zum anderen funktionierte das Gefüge – allerdings eben nur für begrenzte Zeit.

Der Blick nach oben ist nach der Pleite jedenfalls erst einmal vorbei, bevor er überhaupt begonnen hat. Bochum verharrt in der zweiten Tabellenhälfte. Der Weg nach unten ist dabei deutlich kürzer geworden als der Abstand zu den oberen Rängen. Die Hoffnung ruht nun wieder einmal auf dem nächsten Heimspiel. Am Sonntag (5.2., 13.30 Uhr) empfängt der VfL den Karlsruher SC und will seine Heimstärke ausbauen. Bislang ist die Mannschaft in dieser Saison an der Castroper Straße ungeschlagen. Und diesen blau-weißen Murmeltiertag würde man am Wochenende nur allzu gerne pflegen.

INFO:
* Gegen Berlin feierte Patrick Fabian über neun Monate nach seinem vierten Kreuzbandriss sein Pflichtspiel-Comeback als Kapitän und Abwehrchef.
* Der 18-jährige Linksverteidiger Moise Ngwisani stand erstmals im Profikader.
* Am Sonntag gegen den KSC wird neben den verletzten und angeschlagenen Spielern auch Verteidiger Timo Perthel wegen seiner Rotsperre weiterhin fehlen.
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