VfL Bochum erwartet Dresden - Eisfeld im Interview: "Druck hast du immer!"

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Nach langer Verletzungspause steht Thomas Eisfeld wieder für den VfL Bochum auf dem Platz. Foto: Molatta
 
Bild mit Symbolcharakter: Gegen Dresden sollen es für Thomas Eisfeld und Felix Bastians drei Punkte werden. Foto: Molatta
 
Mit seinem Treffer gegen Fürth feierte Thomas Eisfeld vor kurzem ein perfektes Comeback.
Bochum: Vonovia Ruhrstadion | Am Freitag (28.4., 18.30 Uhr) will der VfL Bochum mit einem Sieg über Dynamo Dresden das Thema Abstieg endgültig zu den Akten legen. Der Hoffnungsträger heißt dabei Thomas Eisfeld, der dem Offensivspiel des VfL nach seinem Comeback wieder mehr Struktur und Ideen verleiht. Im Interview vor der Partie spricht Eisfeld über seine lange Leidenszeit und den Erwartungsdruck, blickt zurück auf die Niederlage in Braunschweig und erklärt, warum er fest an drei Punkte gegen Dresden glaubt.

Thomas Eisfeld, nach sechs Partien hat der VfL in Braunschweig mal wieder verloren. Wie bewerten Sie das Spiel?
Thomas Eisfeld: Es war eine unnötige Niederlage. Wir haben bis 20, 25 Meter vor dem Tor guten Fußball gespielt und vor allem in der ersten Halbzeit ein gutes Auswärtsspiel gezeigt. Nach dem Gegentor wurde es dann schwer, Braunschweig hat schließlich nicht umsonst die beste Abwehr der 2. Liga. Trotzdem hatten wir noch einige Chancen zum Ausgleich, daher war es am Ende eine unnötige Niederlage.

Sie sehen die Offensivleistung des VfL also nicht so kritisch?
Natürlich können wir noch zwingender werden und noch mehr Chancen herausspielen. Aber wir haben auswärts bei einer sehr kompakt agierenden Mannschaft gespielt und hatten dennoch unsere Möglichkeiten. So viel zur Offensivleistung. Beim Thema Offensivverwertung: Hätten wir die Chancen genutzt, wäre ein Unentschieden durchaus ein gerechtes Ergebnis gewesen.

Trotzdem hat der VfL ein Abschlussproblem, hat erst zehn Treffer in der Rückrunde erzielt. Setzt sich das langsam auch im Kopf fest?
Bei mir auf jeden Fall nicht. Als Fußballer ist man nach Abpfiff gut beraten, sich auf das nächste Spiel zu fokussieren. Braunschweig ist aufgearbeitet, jetzt müssen wir an die nächste Aufgabe gegen Dresden am Freitag denken. Ich bin guter Dinge, dass wir im heimischen Stadion die Punkte hier behalten werden.

"Wir wollen punkten!"

Braunschweig ist ein Aufstiegskandidat, trotzdem war es in weiten Teilen ein Spiel auf Augenhöhe. Zeigt dies das Potenzial, das eigentlich im VfL steckt?
Ich glaube schon, dass es unser Potenzial widerspiegelt, wenn auch nicht in Gänze, denn: Uns fehlen ja immer noch sehr viele sehr wichtige Spieler. Die 2. Liga ist generell und speziell in dieser Saison besonders ausgeglichen, da entscheiden oft Kleinigkeiten. Man hat in Braunschweig gesehen, dass wir nicht nur mithalten, sondern auch spielerisch dagegenhalten können. Bei einem etwas glücklicheren Spielverlauf nehmen wir auch was mit. Jetzt kommt am Freitag die nächste Mannschaft von oben und wir wollen punkten!

Dann lassen Sie uns vorausblicken auf Freitag, wenn Dynamo Dresden an die Castroper Straße kommt – ein unangenehmer Gegner?
Auf jeden Fall, sie stehen nicht zu Unrecht weit oben in der Tabelle. Dresden steht immer sehr kompakt, schaltet schnell um und spielt für einen Aufsteiger eine sehr gute Saison. Es wird definitiv ein schweres Spiel für uns.

Wäre mit einem Sieg die Abstiegsangst endgültig gebannt?
Angst beflügelt eher selten, sie lähmt zumeist. Insofern kann ich versichern, dass niemand von uns ängstlich ist. Gewinnen wir, dürfte der Vorsprung auf den Relegationsplatz bei sieben Punkten liegen. Ob es angesichts der letzten Spielkonstellationen dann rechnerisch noch möglich ist, eingeholt zu werden, weiß ich nicht. Aber das sollte auch nicht unser Thema sein. Ein Sieg wäre auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir werden alles daran setzen, diesen Dreier jetzt zu holen.

"Einsatz, Mut - das überzeugt mich"

Setzen Sie dabei am Freitag auch besonders auf die Heimstärke, die der VfL in dieser Saison bewiesen hat?
Das spielt natürlich auch eine Rolle. Aber generell macht mich zuversichtlich, wie wir vor allem in den beiden letzten Spielen aufgetreten sind. Der Einsatz, den wir an den Tag legen, der Mut, den wir haben – das überzeugt mich, dass wir am Freitag nicht verlieren werden und die drei Punkte in Bochum behalten. Man mag uns in dieser Saison einiges vorwerfen. Aber dass Einstellung, kämpferischer Einsatz und Willen nicht stimmen, kann man uns auf keinen Fall vorwerfen.

Dass der VfL in den letzten Spielen offensiv strukturierter und gefährlicher auftritt, hat nicht zuletzt mit Ihrem Comeback zu tun. Wie weit sehen Sie sich selbst schon nach der langen Verletzungspause?
Das ist noch etwas schwierig einzuschätzen. Natürlich ist es immer schön, wenn man nach einer so langen Pause so zurückkommt wie es mir gegen Fürth gelungen ist. Startelfcomeback, dann gleich ein Tor zu machen – das hat sehr gut getan. Gegen Braunschweig war es von mir ein ordentliches Spiel, mit Licht und Schatten. Ich versuche natürlich, Struktur in unser Spiel zu bringen. Ob mir das gut oder schlecht gelingt, müssen am Ende andere beurteilen.

Wie haben Sie die lange Zeit der Verletzung erlebt? Wie sind Sie damit umgegangen?
Die erste Zeit, als ich noch auf meinen OP-Termin warten musste, war schon schwierig. Nach der Operation, als ich dann auch über meine Verletzung und die Ausfallzeit Bescheid wusste, wollte ich nur noch so schnell wie möglich auf den Platz zurückkehren. Ich habe deswegen auch meinen Winterurlaub gestrichen und mich ganz auf meine Reha konzentriert. Es war natürlich nicht einfach für mich, weil man nur kleine Schritte nach vorne macht. Aber das Wichtigste ist, immer positiv zu bleiben. daran habe ich mich gehalten. Man muss den Blick nach vorne richten und das Beste aus der Situation machen. Verletzungen gehören in einer Fußballerkarriere eben auch dazu. Und jetzt bin ich einfach froh, dass ich wieder da bin.

Haben Sie immer daran geglaubt, noch in dieser Saison auf den Platz zurückkehren zu können?
Das hatte ich mir als Ziel gesetzt. Der Doc hatte mir eine Pause von fünf, sechs Monaten vorausgesagt und die sind es am Ende auch geworden. Natürlich gab es während der Reha auch Tage, an denen es weniger gut war. Aber man muss trotzdem täglich daran arbeiten, dass es besser wird. Ich hatte zum Glück in der Reha selten richtige Rückschläge. Von daher war ich auch optimistisch, dass es in dieser Saison noch mit dem Comeback klappen könnte.

"Ich habe darauf gebrannt, zurückzukommen"

Was war schwieriger: Die Phasen, in denen Sie sich allein in der Reha quälen mussten? Oder die Momente, in denen Sie dem VfL tatenlos zusehen mussten?
Beides ist schwierig gewesen. Zum Glück hatte ich in der Reha etliche Menschen wie z. B. die Physiotherapeuten, die mich motiviert und begleitet haben. Auf der Tribüne zu sitzen und der Mannschaft nur zusehen zu können, ist alles andere als schön. Man will immer helfen, immer spielen. Aber in solchen Momenten habe ich auch darauf gebrannt, wieder zurückzukommen. Und umso mehr freue ich mich, dass ich jetzt noch ein paar Spiele machen kann.

Mit Ihrem Comeback sind einige Erwartungen und Hoffnungen verbunden. Setzt Sie das auch ein stückweit unter Druck?
Eigentlich weniger. Druck hast du als Fußballer immer, das gehört einfach dazu. Ich spüre jetzt nicht mehr oder weniger Druck als vor meiner Verletzung.
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