VfL-Krise nach 0:3 gegen 1860 noch größer - Fabian kritisiert Fans: "Sehr fragwürdig!"

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Nicht viel zu lachen - der VfL steckt in der Krise. Foto: Molatta
 
Gegen 1860 München überzeugte kein Spieler - auch nicht Patrick Fabian (3.v.r.). Foto: Molatta

Peter Neururer sieht den VfL Bochum „brutalst zurück auf dem Boden der Tatsachen“ – und Verteidiger Patrick Fabian war nach der 0:3-Heimniederlage gegen 1860 München einfach nur noch konsterniert über den Rückfall in alte Muster. Im Interview spricht der Vize-Kapitän des VfL über Probleme auf dem Platz – und auf den Rängen.


Patrick Fabian, der VfL verliert zuhause 0:3 gegen 1860 München – ist das überhaupt irgendwie zu begreifen?

Patrick Fabian: Als einer, schon ein paar Jahre in diesem Verein ist, einiges mitgemacht hat und auch in der letzten Saison hautnah dabei war, hat es mich unfassbar gefreut, wie wir in diese Saison gestartet sind. Wir haben den Menschen in der Stadt mal wieder Freude machen können. Jetzt sind wir wieder in ein altes Muster zurückgefallen und das ist ein richtiger Nackenschlag. Da wird man erst mal dran zu knabbern haben. Es ist nicht zu erklären, warum wir eine solche Partie abgeliefert haben.

Es gibt spielerische Probleme in allen Mannschaftsteile. Die Spieler laufen, kämpfen – aber mehr auch nicht.
Aber auch das war gegen München viel zu wenig. Wenn wir vergleichen, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen haben und was wir dann auf den Platz gebracht haben – irgendwie funktioniert es nicht. Wenn ich die Gründe dafür wüsste, würden wir es abstellen. Irgendwo hakt es momentan. Wir müssen uns als Mannschaft zusammensetzen und feststellen, wo das Problem ist. Denn bei allem Respekt vor 1860 – dass wir einen Gegner, der mit dem Rücken zur Wand steht, so aufbauen, das ist unerklärlich. Da müssen wir uns ganz klar hinterfragen. Noch ist es nicht fünf vor zwölf. Aber wir müssen sehen, dass es wieder in eine andere Richtung geht.

Auffällig war gegen 1860 die Anfälligkeit bei Standardsituationen: Was ist da los?
Die Zuteilung ist besprochen, da müssen wir nicht herum reden. Teilweise macht es dann der Gegner gut, teilweise wir schlecht. Gegen 1860 war es ein Mix davon. Wir müssen uns einfach cleverer verhalten. Und wenn's im Eins-gegen-Eins nicht geht, dann müssen wir andere Wege finden. Aber das war schon in den letzten Wochen ein Problem. Das müssen wir unbedingt abstellen.

Die Mannschaft hat zu Saisonbeginn bewiesen, wie toll man Fußball spielen kann. Muss es dann jetzt ein Kopfproblem sein?
Wir haben super Fußball gespielt in den ersten Partien und haben gezeigt, was mit dieser Mannschaft möglich ist. Warum jetzt jeder Einzelne unter seinen Möglichkeiten bleibt, ist mir unerklärlich. Aber wir müssen uns jetzt auch alle zusammen da wieder herausziehen. Im Fußball geht es zum Glück immer wieder schnell weiter.

War rückblickend die 0:5-Niederlage in Heidenheim der Knackpunkt?

Nein, das glaube ich nicht. Es gab dort krasse individuelle Fehler und wir haben es folgerichtig so hoch verloren. Aber das müssen wir als Mannschaft abkönnen. Wir können doch nicht erwarten, dass wir einfach so durch die Saison marschieren und nur gute Ergebnisse einfahren. Wenn es dann einen Nackenschlag gibt, muss es weitergehen.

Könnte eine Mannschaftsmaßnahme außerhalb des Platzes jetzt etwas bewirken?

Es ist ja nicht so, dass wir in der Mannschaft an sich Probleme haben oder untereinander nicht klar kommen. Intern ist alles intakt. Man kann Dinge natürlich trotzdem immer wieder ansprechen, aber letztlich zählt es auf dem Platz. Wir müssen das, was wir vorher besprechen, auch umsetzen. Momentan gelingt uns das einfach nicht.

Nach dem Patzer von Andreas Luthe gab es im Stadion „Luthe raus“-Rufe. Was halten Sie davon?

Das ist sehr traurig. Wir wissen alle, was Andi Luthe für den Verein geleistet hat in den letzten Jahren, was er uns für Dinger rausgeholt hat. Er war immer wieder eine feste Größe, letztes Jahr, vorletztes Jahr, in sehr schwierigen Zeiten. Dass das so schnell vergessen wird, das ist harter Tobak. Bei allem Verständnis dafür, dass die Fans unzufrieden sind – sie können pfeifen, das müssen wir akzeptieren und für das München-Spiel haben wir auch nicht mehr verdient. Aber gegen einzelne Spieler zu gehen, ist sehr, sehr fragwürdig. Dass dies der richtige Weg ist, bezweifle ich sehr, sehr stark.

Mehr zum Thma: VfL Bochum: Kommentar - Verständnis für Verstimmung
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1 Kommentar
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Rainer Hillebrand aus Bochum | 03.11.2014 | 13:44  
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