VfL nur remis gegen Fortuna - Fabian im Interview: "An solchen Spielen wachsen wir"

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Patrick Fabian. Foto: Molatta

92 Minuten sah am Freitagabend für den VfL Bochum alles nach dem sechsten Sieg im siebten Spiel aus - dann traf Fortuna Düsseldorf zum 1:1-Endstand. Der VfL bleibt zwar Spitzenreiter, aber auch zum zweiten Mal in Folge ohne Dreier. Kapitän Patrick Fabian stand im Interview nach dem Spiel die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Er ist aber auch überzeugt: "An solchen Spielen wachsen wir als Mannschaft!"

Das Remis war am Ende für die Gäste hochverdient. Mehrfach musste Andi Luthe mit einer Glanztat für den VfL retten, dazu trafen die Düsseldorfer zweimal nur Aluminium. Zugleich muss sich Bochums Trainer Gertjan Verbeek ankreiden lassen, mit seinem Wechsel in der Schlussphase den Boden für den Ausgleich bereitet zu haben. Zum einen reagierte der Holländer extrem spät. Zum anderen verstärkte er nicht die Defensive, sondern riss die funktionierende Vierer-Abwehrkette auseinander: Wijnaldum kam für Celozzi - und die rechte Abwehrseite des VfL war beim Gegentor blank.

Patrick Fabian, bis in die Nachspielzeit hinein sah der VfL wie der Sieger aus. Wie tief sitzt die Enttäuschung?
Wenn du dir so kurz vor Schluss noch den Ausgleich fängst, ist das natürlich sehr, sehr bitter. Aber nach der gesamten Spielzeit muss man sagen, dass es kein ungerechtes Ergebnis ist. Fortuna Düsseldorf hat gezeigt, dass sie eine absolute Top-Mannschaft sind in der 2. Liga. In den ersten Spielen hatten sie noch ein wenig Pech, aber uns haben sie alles abverlangt.

"Wir haben körperlich alles dagegen gehalten"


War es für den VfL die bisher schwerste Aufgabe?
Fortuna hat uns ganz anders gefordert als die letzten Gegner, körperlich viel robuster. Diesen Kampf haben wir aber nach anfänglichen Schwierigkeiten angenommen. Wir haben körperlich alles dagegen gehalten, was wir konnten. Und wir hatten einen sehr guten Torwart. Am Ende ist das Ergebnis für uns enttäuschend, weil der Ausgleich eben erst so kurz vor Schluss gefallen ist. Aber damit müssen wir jetzt leben.

Sie wirken aber schon mächtig enttäuscht...
Ich bin enttäuscht, aber ich will jetzt auch kein Drama daraus machen. An solchen Aufgaben und an solchen Spielen wachsen wir als Mannschaft auch.

Was war denn in den letzten Minuten plötzlich los? Der VfL konnte sich kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien.
Das ist ein Phänomen im Fußball: Selbst wenn du mal 85 Minuten das Spiel gemacht hast, fliegen dir in den letzten fünf Minuten doch die Bälle noch um die Ohren. Dieses Mal war es extrem. Wir konnten die Bälle vorne nicht mehr halten und haben uns hinten nicht mehr befreien können. Wir haben das Spiel zu sehr in unserer eigenen Hälfte stattfinden lassen. Dann lädst du den Gegner irgendwann automatisch zu Chancen ein. Dann gibt es einen Standard, der wird abgewehrt, es herrscht Unordnung – wenn du da nicht das Quäntchen Glück hast, dann ist so ein Ding mal drin.

Auf jeden Fall hatten die Zuschauer eine Menge Spaß.
Es war ein gutes, sehr intensives Zweitliga-Spiel. Beide Mannschaften haben sicher keinen Zuschauer enttäuscht. Was das angeht, können wir zufrieden sein. Aber die drei Punkte hätte ich trotzdem lieber in Bochum behalten.

"Mit allem Optimismus nach Bielefeld fahren"


Der VfL Bochum bleibt zum zweiten Mal in Folge ohne Sieg, hat aber die Tabellenspitze verteidigt. Wie schätzen Sie die Situation jetzt ein?
Heidenheim holt einen Punkt gegen Leipzig, Bielefeld holt einen Punkt in Freiburg - die anderen Ergebnisse haben gezeigt, dass jedes Spiel in dieser Liga ein 50:50-Game ist. Es gibt keine einfachen Spiele. Und wenn du oben stehst, sind die Gegner natürlich noch motivierter. Da werden noch sehr viele schwere Spiele auf uns zukommen und es wird noch ein sehr langer Weg. Wir müssen jetzt gut regenerieren, dann mit allem Optimismus nach Bielefeld fahren und dort versuchen, wieder einen Dreier zu holen.
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