Künstlerin Maegie Koreen singt über die „Kleine Bühne im Exil“

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Stadtarchivarin Heike Biskup (li.), Künstlerin Maegie Koreen und Kulturamtsleiter Dieter Wollek freuen sich auf das Konzert am 9. November. (Foto: Pressestelle Stadt Bottrop)

Chansons gegen das Vergessen - wenn Maegie Koreen am 9. November mit ihrem neuen Programm „Kleine Bühne im Exil“ im Bottroper Kammerkonzertsaal auftritt, möchte die Sängerin vor allem eines: erinnern.

Erinnern an die im Widerstand und im Exil enstandene Chansonkunst in der Zeit ab dem Jahr 1933. Denn zu Beginn der 1930er Jahre hatten sich die damaligen „Goldenen Zwanziger“ auf einmal verabschiedet.

Über 4000 Schauspieler, Musiker, Sänger und Autoren mussten Deutschland mit dem sich heran nahenden Nationalsozialismus verlassen und versuchen, ihre Arbeit in anderen Ländern unter den schwierigen Bedingungen des Exils fortzusetzen. Nicht selten kam in dieser Zeit zu kleinen Konzerten auf Dachterrassen im Mondschein oder in Kellerbars.

Maegie Koreens Programm ist eine Hommage an die beiden Kleinkünstlerinnen Annemarie Hase und Stella Kadmon, deren durch Verfolgung geprägten Lebenswege sie stellvertretend für die vielen Künstlerschicksale erzählt - und zwar mit Liedern von Friedrich Hollaender und Texten von Erich Kästner, Bertolt Brecht und Joachim Ringelnatz. „Die beiden waren zwei tapfere und tolle Frauen, die sich im Krieg nicht haben unterkriegen lassen“, sagt Maegie Koreen. Annemarie Hase hatte ihre Kabarettkarriere 1921 in Berlin begonnen, der Durchbruch gelang ihr wenig später als groteskkomische Bänkelsängerin. Stella Kadmon gründete in Wien Anfang der 1930er Jahre die Kleinkunstbühne „Der liebe Augustin“. Während Hase auf der Flucht vor den Nationalsozialisten 1936 nach London ging, zog es Kadmon zwei Jahre später Richtung Palästina nach Tel Aviv. 1947 kehrten die beiden Frauen aus dem Exil zurück.

Angereichert durch Bilder, Dias, Porträts und alten Plakaten möchte die Gelsenkirchenerin Koreen dem Publikum einen Eindruck von dieser Zeit verschaffen. „Sprache, Literatur und Musik passen in einem Guss zusammen“, weiß sie. Doch das Programm ist nicht nur von guter Laune geprägt. „Gerade, wenn es um die Zeit des Exils geht, wird es tieftraurig“, berichtet die Chanson-Sängerin, die nach eigener Aussage Jahrzehnte lang in jenen alten Zeiten gewühlt hat, und fügt hinzu: „Aber die Zuschauer werden auch wieder hochgeholt, Es wird auch wieder fröhlich.“ Begleitet wird Maegie Koreen während der rund 100-minütigen Vorstellung von Vlad Kalina am Piano. Das Konzert ist eine Veranstaltung des Kulturamts zum Pogrom-Gedenktag am 9. November.


Kartenverkauf
Das Konzert findet am Samstag, 9. November, um 19 Uhr, im Kammerkonzertsaal im Kulturzentrum August Everding, Blumenstr. 12-14, statt. Die Karten kosten 15 Euro (ermäßigt 10) und sind an der Theaterkasse unter Tel. 703308 erhältlich.
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