Schüleraustausch in Eigeninitiative

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Wenn im nächsten Jahr die Ferien wieder ähnlich günstig liegen, stehen die Zeichen auf Wiederholung des gegenseitigen Besuchs. Foto: privat
Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.

Europa schwächelt. Die Politik bemüht sich darum, den kontinentalen Staatenverbund zu retten. Dabei ist für die Bevölkerung europäische Gemeinschaft zur Selbstverständlichkeit geworden.

Ein prima Beispiel für gelebtes Selbstverständnis im grenzenlosen Europa haben in den Sommerferien Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums geliefert. Sie haben in Eigeninitiative einen Austausch mit Schülern des Lycée Sacré-Coeur in der Partnerstadt Tourcoing organisiert.
Alles basiert auf dem offiziellen Schüleraustausch vom März, als die jungen Bottroper erstmals auf ihre schulischen Partner aus Frankreich trafen. „Da haben wir uns kennen und schätzen gelernt“, sagt Maike Reuter, eine der sechs Schülerinnen und Schüler aus dem Französisch-Kurs des Heine. „Und als wir festgestellt haben, dass in Frankreich zur gleichen Zeit die großen Ferien laufen wie bei uns, wollten wir nur eines: unsere neuen Freundinnen und Freunde wiedersehen.“
Gesagt, getan. Lena Müthing, Lena Albani, Lisa Wiesel, Maike Reuter, Jasmin Kuhlmann und Pascal Piontek aus der Jahrgangsstufe 11 holten sich die nötige organisatorische (und finanzielle) Unterstützung bei ihren Eltern, nahmen Kontakt auf nach Tourcoing und fanden dort wohlwollend Gehör. Besonders Denis Fradillon, von Beruf Deutschlehrer und Vater des Schülers Max, setzte in Tourcoing alle nötigen Hebel in Bewegung, um das Treffen zu ermöglichen: Eltern erklärten sich zum Transport von und nach Frankreich bereit, auch die Kosten für eine Zugfahrt mit dem Thalys und dem TGV wurden gestemmt, schließlich die Übernachtung bei den jeweiligen Partnerschülerinnen und -schülern festgezurrt.
Der jeweils eine Woche andauernde, wechselseitige Austausch konnte beginnen. Für ein buntes Programm hatten die Schüler selbst gesorgt. Beim Besuch der französischen Gruppe in Bottrop standen eine „abenteuerliche Tour“ auf den Tetraeder, ein Abstecher in die Movie World, der Besuch im Gasometer und die Mutprobe im Klettergarten Tree2Tree auf dem Programm. Auch eine Fahrt mit der Weißen Flotte auf der Ruhr und Shopping-Abstecher nach Düsseldorf und Essen ließen die jungen Franzosen staunen.
Der Gegenbesuch in Tourcoing wurde geprägt vom Besuch im Museum Palais Beaux Artes in Lille und eines Freizeitparks im nahen Belgien. Und erneut zeigten sich die jungen Bottroperinnen und Bottroper beeindruckt von der entspannten französischen Lebensart, die noch durch ein gemeinsames Zeltlager angereichert wurde. Maike Reuter: „Ich liebe Frankreich, ich liebe die Menschen dort und die Sprache.“
Kein Wunder, dass Französischlehrerin Anne Tobinski vom Heine-Gymnasium begeistert ist: „Ich habe noch nie erlebt, dass unser organisierter, offizieller Schüleraustausch seine Fortführung auf privater Basis erfährt. Was gibt es Schöneres?“ Die Pädagogin hat sich auch bei der Stadt Bottrop für die Initiative ihrer Schützlinge verwandt und aus dem Topf für Städte-Partnerschaften gleich mal ein paar Euro locker gemacht.
Die Sechs aus dem Französisch-Kurs strahlen noch heute. Wenn im nächsten Jahr die Ferien wieder ähnlich günstig liegen, stehen die Zeichen auf Wiederholung des gegenseitigen Besuchs.
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