Überflutungsschutz: Grünarbeiten statt Querrinnen an der Christinenstraße

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Im Juli 2015 trafen sich Obercastroper Anwohner, SPD-Mitglieder sowie Vertreter des EUV an der Stelle am Wirtschaftsweg oberhalb der Christinenstraße, an der eventuell die südliche der beiden Querrinnen gebaut werden soll.

Starker Regen bereitet Obercastroper Bürgern im Bereich der Christinenstraße immer wieder Probleme und lässt ihre Keller volllaufen. Eigentlich sollte noch 2015 eine erste Maßnahme gegen die Überflutung fertiggestellt werden: eine von künftig zwei Querrinnen im Bereich des Wirtschaftswegs. Dies hatte der EUV im Juli während eines Ortstermins auf Einladung des SPD-Ortsvereins Obercastrop-Ost angekündigt. Doch bisher ist keine Rinne installiert worden.

„Der Zeitplan war ursprünglich straffer organisiert“, sagt der Ortsvereinsvorsitzende Udo Behrenspöhler mit Blick darauf, dass noch keine Querrinne, durch die Oberflächenwasser ins Callenbergtal abgeleitet werden und versickern soll, angelegt wurde. Er habe vom EUV die Information, dass es im Frühjahr so weit sein solle. Dann müsse die Umsetzung auch erfolgen, „denn die Querrinnen sind entscheidend, damit die Bewohner an der Christinenstraße nicht mehr damit rechnen müssen, dass soviel Wasser die Straße hinabfließt.“

Ob die Querrinnen aber tatsächlich gebaut werden, ist im Moment noch nicht ganz klar. Denn bisher sind zwar im vergangenen Jahr lediglich Arbeiten erfolgt, die eigentlich als Vorarbeiten gemeint waren, aber zur Überraschung des EUV diene „diese einfache Maßnahme“, so EUV-Chef Michael Werner, schon als Entlastung, so dass das Wasser ins angrenzende Tal fließe. Konkret hat man die Grünfläche freigeräumt sowie Grasbüschel und anderes Grün entlang des Wegs entfernt. „Die Straße hat hier eine gewisse Schräglage, und der Bewuchs bildete einen Wall“, erklärt Werner. Dieses Problem ist nun behoben.

Frühjahrsregen abwarten

Daher wolle man nun warten, bis die Frühjahrsregenereignisse vorbei seien, um zu sehen, ob die ursprünglich geplanten Querrinnen noch umgesetzt werden müssten. „Wenn wir handeln müssen, dann handeln wir“, versichert Werner.

Stattdessen wird es aber wohl unterhalb des Wirtschaftswegs der Christinenstraße eine Rinne geben. Zudem sollen im oberen Drittel der Straße zwei zusätzliche Sinkkästen installiert werden. Dies sei aber aus Zeitmangel bisher noch nicht geschehen, so Werner.

Den vom EUV im vorigen Jahr langfristig in Aussicht gestellten Ausbau der Christinenstraße oberhalb der Franzstraße als weitere Maßnahme des Überflutungsschutzes sieht Behrenspöhler kritisch, da die Grundstückseigentümer nach Kommunalabgabengesetz 90 Prozent der Kosten übernehmen müssten. „Ich werde nicht der Verursacher dafür sein, dass Anlieger Gebühren zahlen müssen“, macht der Ortsverbandsvorsitzende deutlich.

Der EUV hält dagegen an seinen Plänen fest, wenn sie auch sicherlich nicht allzu schnell umgesetzt werden. „Wir brauchen die Grundstücksverfügbarkeit“, erklärt Werner das Problem. Die Besitzverhältnisse vor Ort entsprechen nämlich nicht denen, wie sie beim Liegenschaftsamt dokumentiert sind.

Doppelt betroffen

Beim Ortstermin im Juli 2015 hatten Anwohner der Christinenstraße, die auf der Ecke zur Elisabethstraße wohnen, darauf hingewiesen, dass sie gleich doppelt vom heranrauschenden Regenwasser betroffen seien, da das Wasser aus der Richtung Elisabeth-, Marien- und Hedwigstraße hinzukäme. Damals waren Überlegungen angestellt worden, hier ebenfalls eine Rinne anzulegen, um das Wasser einzufangen und der Kanalisation zuzuführen. Zudem zog der EUV in Erwägung, die kleine Grünfläche auf der Straßenecke als Versickerungsfläche mit einzubeziehen.

„Die Untersuchungen laufen noch“, sagt Werner zum aktuellen Stand der Dinge. Da eine Änderung in diesem Bereich eventuell den ÖPNV beträfe, habe man aber Kontakt mit dem Verkehrsunternehmen aufgenommen.

Behrenspöhler kann sich als Lösungsmöglichkeit eine Rinne über die Marienstraße als zusätzlichen Schutz der Anwohner vorstellen. Da hier aber im Gegensatz zu den Rinnen an der Christinenstraße keine Versickerungsfläche vorhanden sei, „stellt sich die Frage nach dem Querschnitt des Kanalsystems. Es nützt ja nichts, wenn man Wasser in einen Kanal leitet, das dann nicht abfließen kann“, so Behrenspöhler.

Bevor an der Ecke Elisabethstraße möglicherweise Maßnahmen in Angriff genommen werden, plädiert er jedoch dafür, „erst einmal abzuwarten, inwieweit sich die Querrinnen an der Christinenstraße positiv auswirken“.

Nach Bürgerforum und Ortstermin zum Thema Überflutungsschutz im vergangenen Jahr plant der SPD-Ortsverein Obercastrop-Ost eine weitere Informationsveranstaltung. Diese sei nach der Installation der Querrinnen vorgesehen, damit man dann über die Maßnahme reflektieren könne, kündigt Behrenspöhler an.
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