Erste Anfragen nach "Ehe für alle" im Standesamt / Software-Probleme

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Ab dem 1. Oktober können auch gleichgeschlechtliche Paare die Ehe eingehen. Das hat der Bundestag Ende Juni beschlossen. Bislang gibt es etwa ein Dutzend Castrop-Rauxeler Paare, die sich mit Anfragen zur „Ehe für alle“ ans Standesamt gewandt haben. „Dabei handelte es sich sowohl um Paare, die sich trauen lassen wollten, als auch um bereits verpartnerte Paare, die nun die Ehe schließen möchten“, erklärt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi.

Anträge auf eine Eheschließung nimmt die Stadt erst seit Monatsbeginn entgegen. Hintergrund für diese Verzögerung sind die bundesweiten technischen Probleme bei der Software für das Personenstandswesen. Sie haben zur Folge, dass gleichgeschlechtliche Paare zunächst noch die Formulierung „Ehefrau“ und „Ehemann“ akzeptieren müssen. Ein Partner muss also mit einem falschen Geschlecht eingetragen werden.
„Das wird dann im Antrag per Hand durchgestrichen und berichtigt“, erläutert Fulgenzi, wie man im Standesamt auf das Problem reagieren will. Der Ehe an sich steht damit ab dem 1. Oktober aber nichts im Wege. Die offizielle Eheurkunde mit den korrekten Bezeichnungen der Geschlechter dagegen „wird voraussichtlich erst im Frühjahr 2018 ordnungsgemäß erstellt werden können“. Die Stadt selbst könne wegen des Software-Problems nichts unternehmen.
Das Ausstellen der Eheurkunde – sobald sie technisch verfügbar ist – kostet 14 Euro. Die Gebühr für die Erstanmeldung zur Ehe beträgt 59 Euro. „Für eine Anmeldung zur Umwandlung fallen keine Gebühren an“, so Fulgenzi.
Um eine Lebenspartnerschaft in eine Ehe umzuwandeln, müssen die Verpartnerten ihre Partnerschaft anhand einer Urkunde nachweisen, außerdem ihre Identität, ihren Wohnsitz und ihre Staatsangehörigkeit. Darüber welche Unterlagen im Einzelfall benötigt werden, informieren die Standesbeamten die Paare vorab im persönlichen Gespräch.

Lebenspartnerschaft seit 2001

Seit 2001 hatten gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland die Möglichkeit, eine Lebenspartnerschaft einzugehen. Dies machten in Castrop-Rauxel insgesamt 57 Paare: 2004 und 2006 waren es gar keine; Spitzenreiter mit acht Verpartnerungen ist das Jahr 2014, und seit Jahresbeginn sind es vier Paare gewesen.
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