Frank Schwabe auf Station

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Bundestagsmitglied Frank Schwabe wurde bei seinem Tag als Pflegehospitant im Evangelischen Krankenhaus von Stationsleiterin Claudia Lauren herumgeführt. Foto: Vera Demuth

Als „Chance zu begreifen, wie das Gesundheits- und Pflegesystem funktioniert“, betrachtet der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe die Praktikumstage, die er seit zwei Jahren in verschiedenen sozialen Einrichtungen absolviert hat. Jetzt besuchte er für einen Tag das Zentrum für Altersmedizin (Station 12) des Evangelischen Krankenhauses (EvK).

Von morgens 6 Uhr an ließ Schwabe sich von Stationsleiterin Claudia Lauren herumführen, um vor Ort zu schauen, wo die Stärken und Schwächen des Gesundheitssystems liegen. Bei seinem Praktikumstag war er vorrangig an zwei Aspekten interessiert: an der Krankenhausfinanzierung und an der Pflege nach dem Krankenhausaufenthalt. „Denn der Grad der Entwicklung der Gesellschaft misst sich an der Behandlung ihrer Alten und Kranken“, so Schwabe.
„Die Mitarbeiter hier auf der Station springen von rechts nach links, von vorn nach hinten“, schildert er seine Beobachtungen und bedauert die durchökonomisierten Arbeitsabläufe im Kranken- und Pflegebereich. „Die Situation ist physisch und psychisch sehr belastend.“
Platz für 34 Patienten bietet die Station 12 des Evangelischen Krankenhauses. „Im Durchschnitt sind 30 Patienten da“, so Claudia Lauren. 17,9 Stellen (aufgeteilt auf drei Schichten an sieben Tagen) beträgt die Mitarbeiterzahl auf der Station. „Aber gegen zwei weitere Mitarbeiter hätte ich nichts einzuwenden“, sagt Lauren.
„Unser Budget finanziert sich aus Einnahmen der Krankenkassen“, erklärt EvK-Verwaltungsdirektor Wilfried Diekmann. Budgetsteigerungen erfolgten nach gesetzlichen Regelungen, „aber die Kostensteigerungen liegen höher, sodass die Schere immer größer wird“, so Diekmann. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass zum 1. August Sondermittel von einem Prozent bewilligt wurden.
Frank Schwabe räumt ein, dass auch die SPD zu der Unterfinanzierung des Gesundheitssystems beigetragen habe. Fünf bis sechs Milliarden Euro mehr Geld für die Pflege laute nun die aktuelle Forderung der Partei. Allerdings sei dazu eine Steigerung des Krankenversicherungsbeitrags von 0,5 Prozent erforderlich. „Aber das ist so wichtig, dass man es den Menschen zumuten können muss“, so Schwabe. „Es ist eine Entscheidung der Politik, aber am Ende auch eine Entscheidung der Gesellschaft, wieviel für die Pflege ausgegeben wird.“
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Marianne Holtmann aus Castrop-Rauxel | 21.08.2013 | 14:05  
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