Landschaften aus 300 Metern Höhe

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Der Fotograf Thomas Heinser in seiner Ausstellung "Gezeiten", die noch bis 20. August in Dinslaken zu sehen ist. Foto: jape
 
BaySalt5826, 108 x 108 cm, Thomas Heiner: Saline, südlicher San Francisco Bay.
Dinslaken: Museum Voswinckelshof | Die Ausstellung „Gezeiten“ gastiert im Museum Voswickelshof.

Thomas Heinser ist Dinslakener, Fotograf und lebt bereits seit mehr als 30 Jahren in San Francisco. Nach seinem Studium in Düsseldorf verschlägt ihn einer seiner ersten Aufträge nach Kalifornien. Dort ist er nicht nur von dem Lifestyle und dem Wetter angetan .. der verliebt sich und entscheidet 1985 seine Sachen zu packen und in die USA zu gehen.
Als kommerzieller Fotograf hat er gut zu tun und als vor ca. 15 Jahren die Stadt SF ein Porträt bei ihm in Auftrag gibt, fing er an künstlerisch zu werden. Hier steigt er das erste mal mit einer Kamera in einen Helikopter und fängt die Landschaft, Straßen und Flüsse von oben ein. Er ist gefesselt von der Perspektive und findet seine künstlerische Richtung.

Nach der Ausstellung "Blickwinkel“ 2013, die Erste seiner Fotografien überhaupt in Deutschland, war der sympathische Auswanderer am vergangen Sonntag erneut im Museum Voswinckelshof, um seine zweite Ausstellung „Gezeiten“ zu eröffnen. Im ersten Obergeschoss des Museums am Elmar-Sierp-Platz sind Bilder zu sehen, die erst beim genauen Betrachten das Foto erkennen lassen. Die Bilder zeigen die Natur und das was der Mensch daraus macht, bzw. gemacht hat. Zu sehen sind mehrspurige Straßen die von Brücken gekreuzt werden, Rollbahnen und kalifornische Landschaften, die von der Dürre gezeichnet sind. Und gerade das Farbenspiel letztgenannten macht aus den Fotos, die von Heinser in 300 bis 500 Metern höhe aufgenommen wurden, Kunstwerke. Beeindruckende und wunderschöne Bilder ferner Landschaften, die wie Grafiken oder Gemälde wirken.
Der Künstler beschäftigt sich auch mit Verwüstungen, mit den Auswirkungen des Klimawandels und wie stark der Mensch in die Natur eingreift. Die Salzgewinnungssalinen südlich der San Francisco Bay zeigen dem Betrachter nicht nur eine Perspektive die er wahrscheinlich so nie zu sehen bekommt. Vielmehr ist der Ausschnitt den Heinser wählt, denn die meisten Werke wirken durch ihre Schlichtheit und wenig Ablenkung, wie der Künstler die Besucher bei der Vernissage wissen läßt.

Über seine Auswahl, welches der entstanden Bilder letztlich in einer Ausstellung landen, verriet der Künstler: „Mein Streben nach Ordnung, Aufteilung und Klarheit, die oft erst aus der Höhe erkennbar wird, macht diesen Prozess nicht leicht. Oft ergibt sich erst nach dem 2. oder sogar 3. Flug das Bild nach meinen Vorstellungen.“ Bei der Vorbereitung der Motive ist Google-Earth einer seiner treusten Assistenten, so Heinser. Auch der Zeitpunkt der perfekten Aufnahme ist wichtig. So heißt es für den Fotografen und sein Team sich kurz nach Sonnenaufgang über dem Motiv zu befinden. Das flache Licht der Sonne im Zusammenspiel mit dem Morgennebel, die Schatten und die Farben das Wassers entscheiden dann, ob das entstandene Bild das Eine ist.
Nach dem offiziellen Teil von Museumsleiter Dr. Theissen und dem stellv. Bürgermeister Thomas Groß, hatten die Besucher der Eröffnung die Möglichkeit direkt mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Auf die Frage, wie die Farben zu standen kommen, erklärt Heinser: „Die Salzgebiete vom San Francisco Bay sind zum Teil älter als 100 Jahre. Auf den Bildern sieht der BetrachterdDie verschiedene Stadien, in den das Wasser aus den Becken abgelassen werden und wie Bakterien das verbleibende Wasser in unterschiedliche Töne färben.“

Bevor die Bilder im September in Berlin ausgestellt werden, ist die Ausstellung „Gezeiten“ bis zum 20. August im Museum Voswinckelshof zu sehen. Hingehen, es lohnt sich!
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