Buchvorstellung: Als wir Räuber und Gendarm spielten - Erinnerungen von Kindern an ihre Spiele

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Als wir Räuber und Gendarm spielten Erinnerungen von Kindern an ihre Spiele 1930-1968. Band 29 | Reihe Zeitgut 256 Seiten, mit vielen Abbildungen, Ortsregister. Zeitgut Verlag, Berlin. (Foto: Zeitgut Verlag)

Ein Buch über fast vergangene Spiele


Wenn Opa und Oma ihren Enkeln erzählen, was sie nach der Schule oder in den Ferien gemacht haben, dann staunen sie meist nicht schlecht. Da gab es keinen Fernseher, der einem die Langeweile vertreiben konnte, ebenfalls keinen Computer und auch keine Videospiele. Stattdessen ging man raus, um mit den Nachbarskindern zu spielen. Kästchenhüpfen auf der Straße, als Indianer die Umgebung erkunden oder aus Moos und Stöcken einen Unterschlupf im Wald bauen. Bei schlechtem Wetter, musste der Dachboden als Abenteuerspielplatz herhalten. Auf die wenigen Spielsachen, die die Kinder früher besaßen, wurde besonders acht gegeben. Die Mädchen verteidigten ihre Puppen tatkräftig vor den wilden Spielen der Jungs mit ihren Zinnsoldaten. Wer kein solches Spielzeug besaß, der bastelte es sich selbst. So wie bei Helga Lemmrich.
Unter dem Titel "Unsere Fantasie kannte keine Grenzen" berichtete sie von Spielen, die sie und ihre Freunde früher liebten. Gleich hinter ihrem Haus gab es eine Druckerei, deren Mitarbeiter verdruckte Blöcke oder verschnittene Postkarten an die Kinder überließen, aus denen sie sich eigene Puppenstuben oder Figuren für ein Kasperletheater bastelten. Darin gaben sie dann Vorstellungen für die jüngeren Nachbarskinder.

Von einem wirklich ereignisreichen Ferientag berichtet Eckhard Siegert. Mit seinen Freunden kletterte er auf Bäume und erkundete dunkle Bereiche des Waldes. Beim Spielen im Tümpel kam es schon einmal dazu, dass ein Junge abrutschte und dann bis auf die Knochen nass wurde. Als die Kinder sich nach ihrem abenteuerlichen Ausflug am Apfelbaum einer Bäuerin "bedienten", wurde Siegert erwischt und bekam einen Satz heiße Ohren. Was er jedoch als viel schlimmer empfand war, dass sie ihm die kostbare Beute gleich wieder abnahm.

Erni Flohr erinnert sich an eine traurige Geschichte ihrer Kindheit in den 30er Jahren. Sie bekam den "Tanzkopf", einen kunterbunten Kreisel von ihrer Patentante geschenkt. Als ihr die Schnur ihres geliebten Spielzeugs riss, besorgte ein jüdischer Nachbarsjunge in dem Laden seines Vaters Ersatz. Die beiden wurden mit der Zeit richtig gute Freunde, sie spielten oft miteinander und immer dann, wenn Erni die Schnur riss, gab es Ersatz. Eines Tages klingelte der Junge an Erni Flohrs Haustür und übergab ihrer Mutter eine Tüte voller Schnüre. Dann musste der Junge mit seiner Familie in einen Lastwagen steigen und Erni sah ihn nie wieder.

Das Buch "Als wir Räuber und Gendarm spielten", beinhaltet 32 Erinnerungen von Kindern an deren Spiele. Die mal heiteren, mal traurigen, immer liebevoll und detailreich erzählten Geschichten, haben sich in einem Zeitraum von 1930 bis 1968 zugetragen. Sie vermitteln heute anschaulich, wie es damals war ein Kind zu sein. Somit ist das Buch ein Lesevergnügen für die Jüngeren, die auf diese Weise ein Stück der damaligen Zeit kennenlernen können, und für die älteren ein Buch, durch welches eigene Kindheitserinnerungen wieder geweckt werden.

Die Bücher von Zeitgut sind überall im Buchhandel erhältlich.
Als wir Räuber und Gendarm spielten
Erinnerungen von Kindern an ihre Spiele 1930-1968.
Band 29 | Reihe Zeitgut
256 Seiten, mit vielen Abbildungen, Ortsregister.
Zeitgut Verlag, Berlin.
Bestellen unter: Tel. 030 70 20 93 0
info@zeitgut.de; www.zeitgut.de
Broschur
ISBN: 3-86614-226-8, EURO 10,90
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