Mit Perle und Faden altes Wissen vermitteln

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Ran an die Wolle. Die Handarbeitsstunde mit den Frauen ist für die Kinder eine schöne Abwechslung und bereitet den Jungen und Mädchen aus der Kita St. Johannes viel Spaß. Foto: jp
Dinslaken: Dinslaken | Mit Ihrem Buch über Handarbeitsspaß mit Kindergartenkindern kommt Brigitte Ettmann donnerstags für zwei Stunden in die Kita St. Johannes in Eppinghoven. Oft warten die Kinder schon an der Tür und begrüßen Sie. „Es breitet mir sehr viel Freude. Mit Kindern Zeit zu verbringen und ihnen etwas beizubringen ist eine sehr schöne Sache. Stricken, Flechten oder Weben, in vielen Familien fehlt die Zeit oder die Oma, die den Kindern das alte Wissen weitergibt“, berichtet Brigitte Ettmann aus ihrer Erfahrung. Und wie ist die gebürtige Leipzigerin dazu gekommen?

Woll-Spaß mit Kindergartenkindern

„Nachdem mein Mann verstarb bin ich von Dinslaken zurück nach Leipzig gefahren. Dort wollte ich etwas nützliches tun und habe mich bei einer Freiwilligenzentrale gemeldet. Ich wurde an einen Kindergarten vermittelt und half am Nachmittag bei der Kinderbetreuung. Als ich an einen verregneten Nachmittag einem Mädchen mein Strickliesel aus der Tasche gab, war die Idee, mit den Kindern zu Handarbeiten, nicht mehr weit,“ erzählt sie. Und nicht nur Frau Ettmann hatte Spaß. Die Kinder freuten sich immer wenn ihre „Strickoma“ in den Kindergarten kam. Innerhalb von sieben Jahren haben sich in Leipzig 14 Damen gefunden, die mit den Kinder basteln, fingerstricken, knüpfen und weben. Seit 2016 lebt Brigitte Ettmann wieder in Dinslaken und ihren Woll-Spaß mit Kindergartenkindern hat sie mitgebracht.

In Voerde sind mittlerweile 7 „Strickomas“ unterwegs. Bei einer Veranstaltung im Familienbildungszentrum Voerde kamen interessierte Frauen zusammen, beschlossen Kindergärten zu besuchen und knüpften Kontakte. „Für die Entwicklung ist das Arbeiten mit unseren Händen sehr wichtig. Außerdem macht es Spaß“, sind sich die Frauen einig.
In Dinslaken sind es 5 Damen die sich über die Freiwilligenzentrale gefunden haben. Regelmäßig besuchen sie ausgewählte Kindergärten und praktizieren mit den Kindern verschiedene, manchmal auch vergessene Handarbeiten mit Wolle, Perlen, Garn und Faden. Es entstehen Bommeln, Strickbilder, Haarschmuck oder kleine Kissen. Doch hier ist der Begriff „Strickoma“ nicht ganz passend, denn zu den Frauen gehört auch Manuela Stemmer. Mit 35 Jahren wird sie von den Kita-Kindern in Hiesfeld nur mit Manuela angesprochen. Nach der Geburt ihres Kindes wollte sie nicht nur zu Hause sein und erfuhr von dem Angebot, das in Dinslaken über die Freiwilligenzentrale gelenkt wird. „Ohne es vorher gewußt zu haben, dass ist genau das, wonach ich gesucht habe. Es macht so viel Spaß mit Kindern zusammen etwas herzustellen“, schwärmt sie über das Ehrenamt.

Auf diesem Weg werden weitere Hobby-Handarbeitsinteressierte gesucht, die Lust und Zeit für diese schöne Aufgabe haben. Wer mehr Informationen zum Ablauf erfahren möchte darf ich bei Lore Penzel in der Freiwilligenzentrale melden.
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