Dinslakener Appell - Gemeinsam gegen Gewaltbereitschaft und Salafismus:

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Bundesweiter Aktionstag gegen Hass und Gewalt: Im großen Ratssaal wurde der „Dinslakener Appell“ unterschrieben. Foto: cd
Dinslaken: Rathaus Dinslaken | Gewaltbereiter Salafismus stellt eine zunehmende Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Auch in Dinslaken gibt es junge Menschen, die diesem ex-tremistischen Gedankengut folgen. Als demokratisches Gemeinwesen lassen wir diese Entwicklung nicht zu. Wir stellen klar, dass Demokratie, Toleranz und Mitmenschlichkeit unverrückbare Werte in unserer Stadt sind.
In Dinslaken leben Bürgerinnen und Bürger aus 111 Herkunftsländern. Sie bereichern unsere Stadt mit ihren unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Lebensstilen. Unabdingbare Voraussetzungen für dieses gute Miteinander sind Wertschätzung, gegenseitige Achtung, Toleranz und das gemeinsame Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit. Wir sehen Vielfalt als eine Stärke und Chance für unsere Stadt. Unsere Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung lehnen ebenso wie die Grundsätze des christlichen und des islamischen Glaubens jede Form von Gewalt gegen Andersgläubige ab. In unserer Stadt ist kein Platz für Lehren, die unsere Frei-heit und Sicherheit missachten. Dinslaken ist und bleibt die tolerante und weltoffene Stadt!

Dinslaken steht zusammen

Rund 250 geladene Besucher, Vertreter aus Politik, Religion, Vereinen und Institutionen nahmen an der Verlesung des Dinslakener Appells im großen Ratssaal der Stadt teil.

Eine Reaktion auf die letzten Anschläge in Moscheen und Synagogen im ganzen Bundesgebiet und den beunruhigenden Salafismus-Schlagzeilen auch über junge Männer aus Dinslaken, die in den sogenannten „Heiligen Krieg“ in Syrien gezogen waren.

So war es vielen Dinslakenern aller Glaubensrichtungen ein Bedürfnis, ein deutliches Zeichen gegen Gewalt und Fanantismus zu setzen.

Der Vorsitzende des Arrahma Kulturvereins Abdalla Thabeth brachte es auf den Punkt: „Der Terror und das Morden verstoßen gegen unsere Religion.“ Turhan Tuncel vom Integrationsrat: „Wir verurteilen die Gewalt, die im Namen des Islams ausgeübt wird und wollen deutlich machen, dass das gewaltsame Vorgehen der Terrorgruppe IS nichts mit dem Islam zu tun hat.“

Bürgermeister Dr. Michael Heidinger: „Wir schauen hin und bei uns wird nichts unter den Teppich gekehrt. Das gilt für die Vergangenheit und die Verfolgung jüdischer Mitbürger ebenso wie für neu aufkeimendes Rechtes Gedankengut oder für den Salafismus. Dinslaken steht für Toleranz, Demokratie und Menschlichkeit.“
Rund 175 Unterschriften standen anschließend unter dem Appell, der nun bis zum 27. Oktober in der Bücherei Stadtmitte und Lohberg und im Bürgerbüro unterschrieben werden konnte.

Der Dinslakener Appell steht als Aktion nicht allein: Der städtische Integrationsbeauftragte Burhan Cetinkaya lud ein paar Tage später zur „Auftaktveranstaltung zur Umsetzung des Integrationskonzepts“ NRW-Staatssekretär Thorsten Klute vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales als Referenten ein. Der zum Thema „gemeinsamen, gesellschaftlichen Integrations-Aufgabe aller Bürger als zukunftsentscheidend“ sprach: „Es geht darum, Vielfalt als Chance für das städtische Leben zu erkennen.“ Und Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt. (Text: cd).
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