Kandidat privat 2014: Dr. Michael Heidinger (SPD) geht erneut ins Rennen ums Rathaus in DIN

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Kandidat privat in der Mühlenstube: Dr, Michael Heidinger hatte zu einer kleinen Vesper eingeladen.
 
Als Zugabe ein Gitarren-Solo vom Bürgermeister persönlich.
 
Bürgermeister Michael Heidinger mit Amtsvorgänger Kurt Altena beim Mühlstein-Brettspiel.
In der beliebten NA-Reihe „Kandidat privat“ werden hier bis zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014 die Bürgermeister-Kandidaten und Landrats-Kandidaten der hiesigen Wahlkreise vorgestellt.

Mühlenvesper mit Gitarren-Solo

Schon vor Weihnachten nominierte ihn seine SPD erneut und das nicht ohne Grund: Vor fünf Jahren hatte Dinslakens Oppositionsführer Heidinger das Rathaus nach 10 Jahren CDU-Regentschaft von Sabine Weiss überraschend zurückerobert, Dinslaken war wieder SPD-Stadt. Als Favorit gesetzt war seinerzeit eigentlich der CDU-Fraktionschef und -Kandidat Heinz Wansing. Heute ist es umgekehrt.
Unter Heidinger als Chef konnte die Stadtverwaltung DIN „notwendige Neuerungen erfolgreich über die Bühne bringen, die nicht länger aufzuschieben waren, weil es die Finanzlage nicht mehr zuließ.“ Darunter: Reform der Verwaltung und überfällige Sanierung der Schulen.

Dr. Michael Heidinger, heute 51, lebt jetzt seit 12 Jahren in Dinslaken. Sein Job als Referent der SPD-Landtagsfraktion brachte ihn Ende der 90-Jahre auch mal dienstlich hierher. Da hat es wohl gefunkt auf beiden Seiten, bei ihm und der Orts-SPD. Als sie einen Bürgermeister-Kandidaten mit Verwaltungserfahrung suchten, erinnerten sich die hiesigen Genossen an das sympathische „auswärtige Talent“ von der Landtagsfraktion, oder wurden leicht erinnert: Der Beginn einer anhaltenden Freundschaft.

Zum Klassiker „Kandidat privat“ haben der Herr Bürgermeister Dr. Michael Heidinger in die Mühlenstube des Mühlenmuseums in Hiesfeld eingeladen - es gibt ganz einfach Kaffee und lecker belegte Brötchen.

Zum Plaudern in die Mühlenstube

Vereins-Chef Kurt Altena, Dinslakens letzter ehrenamtlicher Bürgermeister (aus der Zeit vor der heutigen Doppelverantwortung Rats-Vorsitzender und Verwaltungschef) begrüßt „Opfer und Täterin“ herzlich und führt uns beide in die Gute Stube.

Ob ihn die fünf Jahre im Amt verändert haben?
„Ja, die Stadt ist noch enger an mich herangewachsen und ich an die Stadt. Wenn man sich Tag für Tag bemüht, auch die Hintergründe vieler Vorgänge im Detail zu erfahren und zu berücksichtigen, hat man einen anderen Blick auf die Dinge als mancher.“
Man habe die Verantwortung und muss bedenken, was eine Entscheidung auch im schlechtesten Fall auslöst.

Und da denkt man automatisch alle Konsequenzen durch, auch in größeren Zusammenhängen als über den eigenen Tellerrand hinaus?
Das wär nicht immer einfach, aber, so Heidinger: „Genau das ist die Grundlage für gute Rathaus-Arbeit: Natürlich habe ich mich sehr gefreut, als ich von meiner Partei mit so großem Rückhalt wieder ins Rennen geschickt wurde. Einstimmig, das ist eine der schönsten Bestätigungen, die man überhaupt bekommen kann!“ (Neben der Wiederwahl).

Was die größten Herausforderungen waren?
Anfangs sicher die Reform der Verwaltungs-Struktur: „Da mussten wir auf Kante nähen. Die nötigen Personal-Einsparungen wurden durch Neuzuschnitt der städtischen Aufgaben in Fachdienste (statt „Ämter“ red.) so gut wie möglich aufgefangen.“
Nach diesen Erfahrungen wurde aber deutlich: „Mehr ist nicht möglich, wenn wir unseren guten Service halten wollen. Wir haben keine Reserven mehr. Wird mal einer krank, schon sind dann leider auch die Arbeitsergebnisse oder die Promptheit entsprechend reduziert.“

Eine weitere große Herausforderung war sicherlich auch die Weichenstellung für die Neutor- Galerie oder für den neuen Co2-freien Stadtteil in Lohberg: „Auf dem alten Zechen Gelände sind keine zehn Jahre nach der Schließung mit dem Kreativ.Quartier als Keimzelle neue Firmen-Ansiedlungen entstanden. Da kommt allmählich eins zum anderen, Fortschritt wird sichtbar. Dazu gehören auch die Kunst im Bergpark, regenerative Projekte zur Energie-Gewinnung mit Wind und Wasser und passend engergie-effiziente Wohnungen.“
Heidinger ist stolz, dadurch auch international den Blick auf unser Dinslaken gelenkt zu haben: Als Vertreter seiner Stadt stellte er sogar in den USA das Lohberger Modell vor!

Dinslaken hat große Potenziale

„Die Neutor-Galerie als neuer Einkaufsmagnet der Innenstadt wird Dinslaken mit Eröffnung im November positiv verändern und stärken. Wir als Verwaltung tun unseren Teil, damit auch die anderen Teile der Stadt davon profitieren. Gerade startete der Altmarktsommer rund um den Altmarkt, ein Beispiel. Der Rat der Stadt hat sich mit Jörg Springer (bisher Pächter) als Geschäftsführer der neuen Kathrin-Türks-Hallen-GmbH den Macher an Bord geholt, der in Dinslaken verwurzelt und überregional gut vernetzt ist. Da gab es großen Konsens mit anderen Rats-Parteien. Dinslaken hat viele Potenziale. Gerade im Kulturbereich haben wir eine Vielfalt - auch durch unsere zahlreichen Vereine - um die uns manche Großstadt beneidet.
Dass dennoch genug zu tun ist, wissen wir alle. Aber daran arbeiten wir mit Hochdruck und manchmal nicht öffentlich: Um Einkaufsmöglichkeiten in Hiesfeld zu erhalten, sprechen wir mit Investoren. Auch der Zustand am Dins-lakener Bahnhof bleibt im Blick.“

Bürger klagen ihm das Leid, wie der Bahnhof aussehe und wann denn endlich der Jahr für Jahr immer wieder fürs nächste Jahr versprochene Fahrstuhl zum Gleis eingebaut wird: „Das alles ist auch für mich nur schwer zu ertragen. Die Verträge mit der Bahn sind längst unterschrieben. Wir hatten auch schon vor Jahren im Rat beschlossen, dass Dinslaken zur Not den Fahrstuhl vorfinanziert! Vorausgesetzt, die Bahn garantiert uns, dass wir das Geld zurück bekommen, so müssen wir das absichern angesichts knapper Finanzen.“

Wieder einmal der letzte Stand laut dem Ersten Bürger der Stadt ohne Bahnhof-Fahrstuhl: Im nächsten Jahr! „Die Bahn will nun 2015 loslegen. Bis dahin müssen wir mit unseren fleißigen Koffer- und Gepäckträgern arbeiten. Die auch Rolli-Fahrern oder Müttern mit Kinderwagen bei der Treppe helfen.“ (Das Problem für alle Abfahrts- und Ankunftszeiten ausserhalb der Helfer-Einsätze bleibt aber weiter bestehen.)

Wieviel und ob Privatleben bleibt? „Im Wahlkampf sehr eingeschränkt.

Was die beiden Söhne so machen? Der älteste, Hagen, studiert in Kiel Ernährungs-Wissenschaften und Julius „zu Hause in Münster“ Biologie auf Lehramt: „Sie gehen jeder ihren eigenen Weg und darüber freue ich mich, nicht nur als Pappa, sondern auch als Freund.“

OK, und in Erinnerung an mein so folgenreiches Privat-Interview von 2009 jetzt die Frage nach der Gitarre: Gibt es ein neues Lieblingslied?
„Wenn ich Zeit habe, spiel ich wirklich gern und würde das auch gern ausbauen. Zur Zeit übe ich Santanas „I love you much too much“. Und stehe bei Jörg Springer immer noch im Wort, dass wir mal eine Session machen. Er am Schlagzeug und ich an der Gitarre.“

Da wittert die Journalistin eine typische Exklusiv-Ankündigung und ich schlage scheinheilig vor: Vielleicht auf der Freilichtbühne im Burgtheater?

„Oh, da muss ich wirklich noch üben. Aber warum nicht?! Eine echte Herausforderung.“ Und packt ernsthaft die - wie hoffnungsfroh erbeten - mitgebrachte Gitarre aus. Dann passiert es: Der Bürgermeister rockt mir ein Solo-Konzert in Privat-Vorstellung! (Der Titel ist einfacher, ruhiger und softer als das vor fünf Jahren bevorzugte „Black Magic Woman“).

Konzentriert mit scharfem Blick

Danach: „Springer hat mich auch beim Darten auf den Geschmack gebracht: Als er seinerzeit die Europäischen Meisterschaften nach Dinslaken in die Halle geholt hat. Das war schon ein Erlebnis, Dartgötter wie Phil Taylor hier Pfeilewerfen zu sehen. Jetzt übe ich auch das zuhause immer, wenn ich kann. Das schärft den Blick und die Konzentration.“

Aha, wird da - wenigstens im Wahlkampf - vielleicht auf
Bilder von politischen Gegnern gezielt?

Dr. Michael Heidinger, wieder ganz der Bürgermeister aller Dinslakener: „Aber bitte! Wer denkt denn sowas? Ganz normal auf Zielscheibe. Das macht schon genug Spaß.“ (Zitat Ende).

Für gut gezielte Attacken gäbe es ja eigentlich den Wahlkampf. Wenn man sich nur nicht so gut verstehen würde - im Biotop namens Dinslaken.... Der ursprüngliche Fleetwood Mac-Song von der „Black Magic Woman“ war dann auch ein Santana-Hit auf Single. Die B-Seite hieß übrigens „Hope you´re feeling better“. (Man fühlt sich hoffentlich besser)…
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Stanley Vitte aus Düsseldorf | 21.05.2014 | 12:38  
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