Der neue Chef im Dortmunder U

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Der Niederländer Edwin Jacobs wird die Leitung des Dortmunder U übernehmen, vorausgesetzt, der Rat der Stadt stimmt zu. (Foto: Stadt Dortmund)
 
Das Kreativzentrum zieht mit seinem Angebot vor allem junge Leute an. (Foto: Archiv/ Schmitz)

Lange hat es gedauert, nun wurde ein neuer Leuter für das Kreativzentrum gefunden.

Der Niederländer Edwin Jacobs soll neuer Leiter im U werden. Die Findungskommission entschied sich für den 56-Jährigen, der derzeit als Generaldirektor das Centraal Museum in Utrecht leitet.

Wenn der Rat der Stadt nach den Sommerferien seine Zustimmung gibt, wird Jacobs Anfang 2017 seine Arbeit aufnehmen. Er wird gleichzeitig Direktor des Museums Ostwall im U.

Der Kunstwissenschaftler, der an der Universität Tilburg studiert hat, besitzt sowohl Erfahrung in der kaufmännischen, als auch in der künstlerischen Leitung von Museen und ist in der internationalen Kunst-, Kultur- und Stiftungsszene bestens vernetzt.

Vor sieben Jahren wurde er Generaldirektor des Centraal Museums Utrecht, zu dem neuerdings auch ein Kindermuseum und die UNESCO-Weltkulturerbestätte Rietveld-Schröder-Haus gehören. Zuvor leitete er das städtische Museum De Lakenhal in Leiden, das Museum Jan Cunen in Oss und das Kunstinstitut Utrecht.

Außerdem arbeitete er als kuratorischer Assistent am Medienkunstinstitut INIVA in London. Jacobs leitete und kuratierte diverse Kunstausstellungen und hat sich in der Vergangenheit vor allem als Entwickler und Vermittler neuer, experimenteller Ausstellungskonzepte profiliert, bei denen er verschiedene Zielgruppen und Interessen einband.

In mehreren internationalen Forschungsprojekten beschäftigte er sich unter anderem mit der interkulturellen Praxis und der Partizipation im Museum – eines seiner Hauptthemen, das er auch in Dortmund fortführen wird.

„Wir haben mit Edwin Jacobs einen ausgewiesenen Museumsreformer gewinnen können. Er wird die Vernetzung des Dortmunder U mit dem Viertel und mit der Stadt und Region fortsetzen und auch die internationalen Verbindungen und Kooperationen vertiefen“, sagt Kurt Eichler.

Der Geschäftsführer der Dortmunder Kulturbetriebe hatte die fachliche Leitung des Dortmunder U übernommen, nachdem Gründungsdirektor Dr. Andreas Broeckmann 2011 an die Universität Lüneburg gewechselt war.

„Das Dortmunder U hat sich in kurzer Zeit zur markanten Landmarke für die Region entwickelt. Edwin Jacobs wird diesen Prozess mit qualitätvollen Ausstellungen konsequent fortsetzen“, so Kulturdezernent Jörg Stüdemann.

Sein eigenes Selbstverständnis beschreibt Edwin Jacobs so: „Ein Museum ist eine ,Persönlichkeit’. Es ist die Verbindung von Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Zugangsmöglichkeiten, um interdisziplinär und transkulturell zusammen zu arbeiten. Mein persönliches Ziel ist die Ermöglichung kollektiver Kreativität auf der Basis individueller Kennerschaft. Mein berufliches Ziel ist die Entwicklung einer neuen Museumspolitik, die die Sammlungsbestände und die kuratorische Praxis im und außerhalb des Museums zusammenführt.“

Infos Dortmunder U:


Das Dortmunder U hat sich im sechsten Jahr seines Bestehens als offenes Haus mit weiterhin steigenden Besuchszahlen und einem besonders jungen Publikum etabliert

42 Prozent der Besucher sind unter 30 Jahre alt, 63 Prozent sind jünger als 50

Zum U gehören Ausstellungen und Theatervorführungen, Workshops, Kurse und Medienprojekte, Kino und Clubbetrieb, Werkvorträge, Kongresse und vieles mehr

Seit Mai 2016 hat das U die Federführung für das bis 2020 laufende EU-Projekt „smARTplaces“, bei dem zehn Museen und Hochschulen in acht Ländern gemeinsam Konzepte und Strategien entwickeln. Die EU unterstützt das Projekt mit zwei Millionen Euro

Im Juni 2016 gewann das Dortmunder U den German Brand Award für herausragende Markenführung
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