Bedrohung für die Innenstädte

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„Läden mit Textilien und Haushaltsartikeln gehören in die Stadt- und Stadtteilzentren. Wenn auf der grünen Wiese Fachmarktzentren gebaut werden, die mit Läden bestückt sind, die vor allem diese Sortimente führen, schadet dies der City und den Nebenzentren.“

Mit dieser Aussage unterstrich Stefan Postert, Federführer „Handel, Stadtentwicklung und Stadtmarketing“ der NRW-IHKs, die Position der Ruhr-Handelskammern beim diesjährigen IHK-Handelsforum Ruhr in Dortmund.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung am Dienstagabend stand das dynamisch wachsende Segment der Fachmärkte und Fachmarktzentren.

Die sechs Kammern betrachten mit zunehmender Sorge die Pläne von Investoren, Einzelhandelsvorhaben mit innenstadtrelevanten Sortimenten – wie etwa Textilien – an verkehrsgünstig gelegenen Standorten außerhalb der gewachsenen Zentren zu realisieren. Investoren haben die Fachmarktzentren für sich entdeckt, da dieser Typ von Einzelhandelsimmobilie momentan die höchste Rendite erwirtschaftet.

Fachmärkte mit Sortimenten aus dem Möbel-, Bau- oder Gartenbereich beispielsweise sind dagegen unbedenklich, da sie den Zentren keinen Schaden zufügen. Gerhard Rüschenbeck, Vizepräsident der IHK zu Dortmund, betonte, dass „der Einzelhandel für die Stadt- und Ortsteilzentren prägend war, ist und bleiben wird“. Zugleich ist der Handel Leitbranche und Hauptmagnet der Zentralen Versorgungsbereiche. Die Ruhr-IHKs bekannten sich auf dem Handelsforum klar zur Innenstadt und den Stadteilzentren. „Starke Zentren sind ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor für die gesamte Stadt“, sagte Rüschenbeck.

Alleine im vergangenen Jahr erhöhte sich die Verkaufsfläche für den Einzelhandel im Ruhrgebiet – inklusive Kreis Kleve und Märkischer Kreis – um 90 000 Quadratmeter. Dies entspricht der Größenordnung eines Einkaufszentrums wie dem Centro in Oberhausen. Damit wuchs die Gesamtverkaufsfläche auf 6,93 Millionen Quadratmeter im Ruhrgebiet an. Am meisten boomen die Fachmärkte. Sie beanspruchen alleine 70 000 Quadratmeter von den neu im Jahr 2013 hinzugekommenen Flächen. Seit dem Jahr 2010 schreiben die Ruhr-IHKs ihren Handelsreport fort. Erfasst werden alle Handelsbetriebe mit mehr als 650 Quadratmetern Verkaufsfläche.
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