Zufriedene Unternehmer

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Auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau (2.v.l) gehörte zu den geladenen Gästen des Jahresempfangs der Industrie- und Handelskammer. Der Präsident Udo Dolezych (3.v.l) bewertete die Situation des Mittelstandes in seiner Rede. (Foto: IHK)
„Wir haben uns seit dem Krisenjahr 2009 bis heute von niemandem irre machen lassen. Wir sind unseren Weg gegangen – und das mit Erfolg!“
Mit diesen Worten begrüßte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, Udo Dolezych, die rund 800 Gäste beim traditionellen Jahresempfang im Großen Saal der IHK.
In seiner Rede stellte Dolezych die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage vor. 90,4 Prozent der rund 600 befragten Unternehmen bewerten die gegenwärtige Geschäftslage als befriedigend oder sogar als gut. Damit wurde exakt wieder der Vorjahreswert erreicht. Die Umfrage-Ergebnisse der vergangenen fünf Jahre im direkten Vergleich belegen, dass der Erfolg und die Zufriedenheit der Unternehmen seit dem Krisenjahr 2009 auf einem konstant hohen Niveau geblieben sind. „Man kann sagen, wir haben bisher viel richtig gemacht“, so Dolezych.
Gänzlich unbeeindruckt von den nach unten korrigierten Wachstums-Voraussagen oder Rezessions-Warnungen zeigt sich die regionale Wirtschaft allerdings nicht. 84,7 Prozent der Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna gehen von einer gleich bleibenden oder sogar sich verbessernden Wirtschaftslage in der ersten Hälfte des kommenden Jahres aus – verglichen mit dem Vorjahr ein kleines Minus von 1,5 Prozent. Dolezych mahnte in diesem Zusammenhang an, man dürfe sich nicht in den Strudel düsterer Prognosen hinunterziehen lassen. „Unsere eigene erlebte Wirklichkeit muss der Maßstab unserer Entscheidungen bleiben! Glauben wir an uns selbst, an unsere eigene Tatkraft und Stärke, an unseren Ideenreichtum – und an unseren gesunden Menschenverstand. All das ist es, was den Mittelstand ausmacht. Und genau das ist es, worum Deutschland in aller Welt beneidet wird.“
Als „Weltwunder aus Mitteleuropa“ werde der Mittelstand zum Beispiel in den USA gefeiert und von Experten wie Steven Rattner, einer der Wirtschaftsberater der US-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton, gelobt.
Dolezych unterstrich die große Bedeutung des europäischen Binnenmarktes. Im laufenden Jahr wurde deshalb unter anderem die dritte europäische Zusammenarbeit vertraglich vereinbart. Nach Österreich und Tschechien kooperiert die IHK seit dem Herbst auch mit der IHK Zaragoza in Spanien.
Der IHK-Präsident legte aber auch den Finger in die Wunde und erinnerte an die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone. Der Reformprozess in Griechenland zeige leider auch nach mehr als zwei Jahren kaum Wirkung. Ohne zielführende Anstrengungen, vor allem auch gegen Korruption, ohne Änderung von Strukturen und Verhaltensweisen, könne es aber keine unbedingte europäische Solidarität geben. Der Idee von Eurobonds erteilte Dolezych erneut eine Absage. Das bisherige Nein der Bundesregierung gegen diese gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Länder findet laut IHK-Konjunkturumfrage auch bei den Unternehmern eine breite Zustimmung. Dreiviertel der Befragten halten die Europapolitik von Kanzlerin Merkel für grundsätzlich richtig.
Mit Blick auf den Friedensnobelpreis würdigte Dolezych die Grundidee der Europäischen Union. Für eine gemeinsame Zukunft seien mehr Vertrauen, klare und verbindliche Regeln, und gegenseitiger Respekt vor der unterschiedlichen Geschichte und Mentalität der Völker Europas notwendig. „Dieses Mosaik an großartigen Kulturen ist der Reichtum Europas und weltweit einzigartig.“ Kritisch betrachtete Dolezych hingegen das Ausufern von Subventionen und Sozialausgaben in Europa.
Als unnötig wertete er viele Vorgaben aus Brüssel, etwa das Verbot von Glühbirnen oder Frauenquoten, die selbst unter Frauen heftig umstritten seien. „Diese Bevormundung auf Nebenkriegsschauplätzen, diesen moralischen Dirigismus, den können wir uns in Europa gut und gerne sparen.“
Dolezych ging in seiner Rede auch auf den starken Industriestandort Deutschland ein. Besonders Nordrhein-Westfalen sei mit 25 Prozent Industrieanteil in diesem Bereich sehr stark.
Zunehmende Sorgen bereiten Dolezych vor diesem Hintergrund allerdings die deutlich steigenden Energiekosten. Deutschlands Spitzenplatz unter den führenden Industrienationen, so führte der IHK-Präsident aus, sei schnell wieder verloren, wenn es nicht gelänge, die gesamte Energiewende so umzusetzen, dass sie die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft stärke und nicht schwäche.
Als großes Problem nannte der IHK-Präsident die anhaltend hohe Langzeitarbeitslosigkeit. Seit Anfang des Jahres habe die IHK gemeinsam mit den Arbeitsagenturen und den Jobcentern deshalb einen neuen Weg gesucht und gefunden, um Arbeitssuchende und Arbeitsplätze zusammenzubringen.
Zum Abschluss seiner Rede hatte der IHK-Präsident für die Unternehmen noch eine weitere positive Nachricht: Zum siebten Mal in Folge senkt die IHK den Mitgliedsbeitrag.
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