NRW-Klimaschutz-Minister Johannes Remmel eröffnete Solarpark Grevel auf der ehemaligen Hausmüll-Deponie

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14.592 Solarmodule bedecken auf der Halde Grevel eine Fläche von drei Hektar. Trotz nicht wirklich passender Witterungsbedingungen wurde der Solarpark Grevel (nahe Rote Fuhr) jetzt eröffnet. (Foto: Günther Schmitz)
 
NRW-Klimaschutz-Minister Johannes Remmel (4.v.l., mit Sonnenblume) eröffnete gemeinsam mit einer Delegation der EnergieAgentur.NRW und im Beisein von Vertretern der am Solarpark beteiligten Bürger und Energiegenossenschaft sowie Vertretern der Stadt wie Planungsdezernent Ludger Wilde (2.v.r.) und der örtlichen Politik die Anlage auf der Halde Grevel. (Foto: Günther Schmitz)
Dortmund: Solarpark Grevel |

Auf der 41. Station seiner Zukunftsenergientour hat NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel gestern (30.6.) mit einer Delegation der EnergieAgentur.NRW den Solarpark Grevel auf der ehemaligen Hausmüll-Deponie nördlich der Hostedder Straße eröffnet.

„Solarenergie ist ein wesentlicher Baustein für die Energiewende. Der Solarpark in Dortmund-Grevel ist ein Beleg, dass ein erfolgreichen Strukturwandel im Ruhrgebiet vom Kohle- zum Solarzeitalter gelingen kann. Er zeigt aber ebenso, dass trotz widriger bundesrechtlicher Rahmenbedingungen Solarenergie bei optimaler Planung auch aktuell noch wirtschaftlich betrieben werden kann“, so Minister Remmel (Grüne).

„Der Solarpark wurde auf einer ehemaligen Hausmülldeponie der Stadt Dortmund errichtet und ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaschutz-Ziele der Stadt Dortmund. Darüber hinaus ist er ein Beispiel für die sinnvolle und nachhaltige Nutzung von ehemaligen Deponien auch unter schwierigen Voraussetzungen. Da das Gelände der Deponie als sonstige bauliche Anlage gilt, musste es vor der Umsetzung des Projekts nicht in die Freiflächen-Ausschreibung“, begrüßte Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde die Inbetriebnahme des Solarparks.

14.592 Solar-Module auf drei Hektar Haldenfläche


Exakt 14.592 Solar-Module bedecken eine Fläche von drei Hektar. Die Anlage hat eine Leistung von 2,4 MWpeak, und die Gesamtinvestition betrug rund 2,4 Millionen Euro. Unterhalten wird der Solarpark von einer Betreiber-GmbH, an der sich zu 50 Prozent die Energiegenossenschaft „UNsere Energiegenossenschaft eG“ aus Unna beteiligen wird.

„Die dezentrale Bürgerenergie steht für eine Energiewende, an der die Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind und aktiv mitwirken. Sie bereichert durch ihre große Zahl den Weg aus der Nutzung fossiler Energien und zeigt den Menschen unmittelbar den ökologischen und ökonomischen Sinn von Klimaschutz,“ so Klimaschutzminister Remmel.

Bürger sind zu 50 Prozent beteiligt


Die restlichen 50 Prozent teilen sich eine Bürgerbeteiligungsgesellschaft, die ihren Ursprung in dem gemeinnützigen Bürgerenergieverein Renergie Ruhr-Hellweg e.V. hat, sowie der Projektierer ENTEGRO Photovoltaik-Systeme GmbH aus Fröndenberg/Ruhr mit jeweils 25 Prozent. Damit befinden sich drei Viertel der Anlage im Besitz von Bürgern aus der Region - darunter etwa Jürgen Focke aus Kurl.

„Bürgerbeteiligungen sind eine wichtige Form der Mitbestimmung. Auf diese Weise können die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes selbst entscheiden, wie die Zukunft der Energieversorgung aussieht“, so Minister Remmel.

Insgesamt betreiben derzeit in Nordrhein-Westfalen rund 100 Bürger-Energiegesellschaften Anlagen zur Umwandlung von Energie aus regenerativen Quellen – vom Windpark bis zur Photovoltaik-Anlage. Dabei hatte gerade die Photovoltaik (PV) nach den jüngsten Novellierungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erheblich an wirtschaftlicher Attraktivität eingebüßt.

Technisch schwierige Rahmenbedingungen beim Bau


Die Rahmenbedingungen auf der Deponie waren eine technische Herausforderung. „Wir durften die Fundamente nicht tiefer als einen Meter setzen“, erklärte Thomas Röttger, Geschäftsführer der ENTEGRO. Bei normalen Anlagen werden sie 1,5 bis 2 Meter in den Boden getrieben. „Wir haben das Problem gelöst, indem wir die Spannbreiten geringer gehalten haben.“ Ein Bodengutachter legte fest, dass insgesamt 2.500 Pfosten in den Boden versenkt werden mussten. Zum Einsatz kamen nicht die sonst üblichen Schraub-, sondern Rammfundamente.

„Die gesamte Anlage ist nicht einfach zu kalkulieren gewesen“, sagte Thomas Röttger. „Ein solches Projekt ist wirtschaftlich nur dann umzusetzen, wenn man sich viele Gedanken macht.“ Lösungen „von der Stange“ helfen da nicht weiter.

Genossenschaftsanteile können online gezeichnet werden


Der Ausbau erneuerbarer Energien in der Region steht im Mittelpunkt der Energiegenossenschaft aus Unna. „Jeder kann sich bei uns ab einem Betrag von 500 Euro beteiligen, egal woher er kommt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Rumphorst. Die Genossenschaftsanteile können über das Internet gezeichnet werden. Das sei auch für einen Rentner möglich, ist Rumphorst überzeugt. Mit zwei Prozent, so die Kalkulation, soll das eingesetzte Kapital verzinst werden.

„Bürger-Energiegesellschaften haben es aktuell nicht mehr so leicht wie noch vor einigen Jahren. Grund dafür sind unter anderem die sich ständig wandelnden rechtlichen Rahmenbedingungen. Bürger-Energiegesellschaften stehen deshalb vor der Herausforderung, permanent mit neuen Geschäftsmodellen auf diesen Wandel reagieren zu müssen. Das Projekt hier in Dortmund ist deshalb Beispiel für die technische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von PV-Anlagen einerseits, und der Anpassungsfähigkeit der Bürgerenergiegesellschaften anderseits“, erklärte Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW.
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