Nachtfahrverbot für Brummis sorgt für Zoff bei der SPD

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Andreas Lieven

Die gute Nachricht: Nächtliche Brummi-Schleichfahrten sollen in Lütgendortmund weitgehend verboten werden. Die schlechte Nachricht: Auf ähnliche Regelungen müssen die Martener noch warten – und das bringt die örtliche SPD in Rage.



Seit Jahren fordert die Bezirksvertretung Maßnahmen, um die nächtlichen Schleichfahrten der Brummis vom Gewerbegebiet Germania durch Lütgendortmund und Marten Richtung Autobahn einzudämmen. Nun gab die Verwaltung um Baudezernent Lürwer ihren Widerstand auf. Ein Nachfahrverbot für LKW über 7,5 Tonnen sei auf dem Straßenzug „vorstellbar und möglich“, teilte Lürwer mit.
„Na, endlich. Das lange Ringen hat zu einem erfolgreichen Abschluss geführt“, kommentierte SPD-Fraktionschef Andreas Lieven.

Nicht abschrecken ließen sich die Bezirksvertreter auch von der Rechnung, die Lürwer gleich präsentierte. „Es reicht nicht aus nur die Westermannstraße zu sperren. Es müssen vielmehr sämtliche Zufahrten eine Hinweisbeschilderung erhalten.“ 20 Schilder sind dafür erforderlich. Kostenpunkt: 20 000 Euro, zu zahlen von der Bezirksvertretung. „Wir werden den Posten bei den Haushaltsberatungen berücksichtigen“, kündigte Lieven. Denn: „Wir wollen im Jahr 2014 sehr zeitnah beginnen.“

In Lütgendortmund geht es also voran, die Martener Ortsmitte muss dagegen in die Warteschleife. Der Grund: Das Tiefbau hat erst einmal gar nicht überprüft, was hier an Schildern nötig wäre. „Unglaublich“, ärgerte sich nicht nur der Grüne Frank Meyer. Auch Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp wäre „es anderherum lieber gewesen“. Er versicherte aber: In Sachen Marten „werden wir nicht locker lassen“.
Eine Zusage, die dem SPD-Ortsverein Marten-Oespel nicht reicht. Vorsitzender Martin Schmitz ist sauer: „Lärmschutz für Lütgendortmund darf nicht auf Kosten der Martener Bevölkerung umgesetzt werden.“

Die Martener lehnen den Vorschlag ab, ein Nachtfahrverbot für LKW zunächst nur für den Lütgendortmunder Ortskern umzusetzen. Die Maßnahme mache nur Sinn, wenn man „sowohl Marten als auch Lütgendortmund gleichzeitig vom nächtlichen LKW-Verkehr befreit“, erklärte Schmitz. Werde nur die Westermannstraße nachts für Brummis gesperrt, sei eine „Zunahme des LKW-Verkehrs in der engen Steinhammerstraße zu erwarten. Das kann nicht Sinn der Sache sein.“
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Heinz-Jürgen Dittmann aus Dortmund-West | 17.10.2013 | 13:03  
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