Flugzeugabsturz: Was geschah mit Flug 4U9525?

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Die Gedenkstätte am Düsseldorfer Flughafen. Foto: Stefanie Siegel

Sechs Besatzungsmitglieder, 144 Passagiere, darunter 16 Schüler aus Haltern, zwei Kleinkinder und zwei bekannte Sänger riss die Germanwings-Maschine 4U9525 am Dienstag, 24. März, mit dem Absturz in den Tod.
Was ist passiert?

Dienstag, 24. März.
Um kurz nach zehn startet die Germanwings-Maschine 4U9525 von Barcelona ihren Weg nach Düsseldorf. Bereits um 10.53 Uhr verschwindet das Flugzeug vom Radar, sofort wird der französische Such- und Rettungsdienst informiert. Um kurz nach elf finden die Rettungsdienste erste Trümmer des Airbus A320 in den französischen Alpen. Warum genau die Maschine abstürzte, ist unklar, jedoch ist es kein Frontalabsturz, sondern ein Sinkflug.
Am Düsseldorfer Flughafen werden wartende Angehörige von Seelsorgern versorgt, Oberbürgermeister Thomas Geisel trauert mit ihnen am Düsseldorfer Flughafen und ordnet eine Trauerbeflaggung für das Rathaus an.
Flüge von Germanwings werden gecancelt.

Mittwoch, 25. März.
Der Cockpit-Sprachrekorder kann geborgen und die Audiodatei darauf gesichert werden, aber noch ist keine Analyse möglich. Erste Leichen konnten geborgen werden. Unter den Opfern sind auch Bassbariton der Deutschen Oper am Rhein Oleg Bryjak und die gebürtige Düsseldorferin und weltbekannte Altistin Maria Radner.
OB Geisel, Düsseldorfer Bürgermeister, Dezernenten, Fraktionschef und Kämmerer unternehmen eine Schweigeminute, danach trägt sich Geisel als Erster in das Kondolenzbuch ein, das im Foyer des Rathauses für alle Mitfühlenden ausliegt.
Bisher spricht nichts für einen Terroranschlag, eine Theorie ist ein Bruch in der Cockpitscheibe, der zur Bewusstlosigkeit der Piloten geführt haben könnte.

Donnerstag, 26. März.
Marseiller Staatsanwalt Brice Robin informiert über die bisherigen Ermittlungen: Die Analyse des Sprachrekorder ergibt, dass der Co-Pilot den Sinkflug bewusst einleitete, als der Pilot kurz natürlichen Bedürfnissen nachging, und somit die Maschine gewollt zum Absturz brachte.
Die Sicherheitstür verweigert dem Piloten den Zugang zurück zum Cockpit, der Co-Pilot ignoriert sowohl seine Rufe und sein Klopfen, als auch die Aufforderungen und Hinweise des Marseiller Towers und setzt keine Notrufe ab.
Angehörige werden im französischen Seyne-les-Alpes empfangen und betreut.
Die Landesregierung NRW ruft zu einer Schweigeminute um 11.53 Uhr auf.

Freitag, 27. März.
Die Menschen sind fassungslos und rätseln über die Gründe des Co-Piloten, den tödlichen Sinkflug einzuleiten, die Polizei sucht Hinweise für das Motiv. Teilweise ist von Depressionen die Rede, aber auffällig ist auch, dass der Co-Pilot für den Absturztag krankgeschrieben war.
Einige Fluglinien ändern die Cockpit-Regeln, das Cockpit darf nicht mehr von einer Person alleine besetzt sein.
Die schwierigen Bergungsarbeiten in den französischen Alpen sind noch lange nicht beendet.
In der Basilika St. Lambertus am Stiftsplatz Düsseldorf findet ein Gedenkgottesdienst statt, OB Thomas Geisel hält dort eine Fürbitte.
Bundespräsident Joachim Gauck und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchen einen Gedenkgottesdienst in Haltern. 16 Schüler und zwei Lehrer eines Gymnasiums in Haltern kamen bei dem Absturz ums Leben.

Samstag, 28. März
Das Motiv und die Krankheit des Co-Piloten sind immer noch unklar, seine Krankenakte liegt bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Er war eigentlich vom 16. bis 29. März krankgeschrieben, verheimlichte dies und trat den Flug wie gewohnt an.
Die Angehörigen kehren aus Frankreich zurück und bekommen weiterhin Unterstützung von Seelsorgern.
Die internationale Zivilluftfahrzeugorganisation (ICAO) fordert jetzt mehr Psychotest für Piloten.

Sonntag, 29. März.
Die Bergung der Trümmerteile und Leichen ist immer noch nicht beendet. Die Aufarbeitung bringt die Beteiligten an ihre Grenzen, Kriminalexperten müssen Hunderte Leichenteile bergen und möglichst genau den 150 Leichen zuordnen.
Auch das Motiv des Co-Piloten ist immer noch nicht genau bekannt.
Mit Gottesdiensten haben mehrere Städte NRWs am Wochende den Toten gedacht.

Jennifer Roggenkämper
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