Prof. Dr. Jürgen Habermas erhält als erster Düsseldorfer den Heine-Preis

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Einen Tag nach Heines 215. Geburtstag überreichte Oberbürgermeister Dirk Elbers der dem Philosoph und Soziologen Prof. Dr. Jürgen Habermas den Heine-Preis 2012 im Rathaus. Prof. Dr. Alexander Kluge hielt die Laudatio. (Foto: Siegel)

Der Preis, den Düsseldorf als Vaterstadt zu Ehren des 1797 geborenen Heinrich-Heine gestiftet hat, wurde in der letzten Woche zum 18. Mal vergeben. Zum ersten Mal erhielt ein gebürtiger Düsseldorfer die bedeutende Auszeichnung der Landeshauptstadt: der Philosoph und Soziologe Prof. Dr. Jürgen Habermas.



Carl Zuckmayer war der erste Preisträger, der 1972 den Heine-Preis überreicht bekam. Ihm folgten unter anderem Pierre Bertaux (1975), Max Frisch (1989), Richard von Weizsäcker (1991) und Simone Veil (2010). Als einer der meistbeachteten und prägendsten Denker der Gegenwart und Streiter für Europa wurde jetzt der Philosoph und Soziologe Prof. Dr. Jürgen Habermas mit dem Heine-Preis 2012 ausgezeichnet.

Das Lebenswerk des 1929 geborenen Düsseldorfer sei durch seine freiheitlichen Ideen der Aufklärung, seinen unermüdlichen Einsatz für ein demokratisch verfasstes Deutschland sowie seine streitbaren Beiträge zu den gesellschaftspolitischen Debatten Europas geprägt. Er stehe mit seinem kritischen Werk überzeugend in der Tradition des Schriftstellers und Intellektuellen Heinrich Heine. Das entschied die Heine-Preis-Jury, zu denen – neben Oberbürgermeister Dirk Elbers als Vorsitzender – unter anderem Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper (Rektor der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf), Kulturdezernent Hans-Georg Lohe sowie Dr. Sabine Brenner-Wilczek (Leiterin des Heine-Instituts) gehören.

Im voll besetzten Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses überreichte der Oberbürgermeister während eines Festaktes die bedeutende Auszeichnung. Die Laudatio hielt der Filmemacher und Schriftsteller Prof. Dr. Alexander Kluge.

„Der mit 50.000 Euro dotierte Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen im deutschsprachigen Raum. Mit Jürgen Habermas ehrt die Landeshauptstadt Düsseldorf in diesem Jahr einen wichtigen Denker, dessen philosophisches Werk weltweite Ausstrahlung hat. Kaum ein anderer Intellektueller prägt so präzise und scharfsinnig die aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten in Deutschland und Europa, wie er.“

Als engagierter Zeitkritiker meldete sich Habermas stets zu den verschiedensten Themen streitbar zu Wort, etwa zur Europäischen Verfassung, zum NATO-Einsatz im Kosovo, zu der durch die aktuelle Hirnforschung aufgeworfenen Frage nach der Freiheit des Menschen oder zum Terrorismus.„Er ist ein wacher und streitbarer Geist sowie ein Mensch, der das Wort ergreift und nicht wegschaut. Er ist ein Vorbild für junge Generationen, die die Lust am Diskurs nicht verlieren“, so Elbers.

Professor Habermas Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt. Während seiner Rede unterstreicht Prof. Dr. Alexander Kluge: „Habermas ist einer der wenigen, der mit Gleichmaß – und das seit über 60 Jahren arbeitet – und global eine Wirkung hat.“
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Bernd Schiele aus Düsseldorf | 23.12.2012 | 04:45  
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