Gebärdendolmetscher bei den Ratssitzungen: FREIEN WÄHLER-Antrag nach drei Jahren erfolgreich

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Gebärdendolmetscher während der öffentlichen Ratssitzungen.
In der Sitzung vom Februar hat der Rat der Stadt beschlossen – beginnend mit der Ratssitzung am 10. März 2016 die öffentlichen Teile der Ratssitzungen von Gebärdendolmetscherinnen/- dolmetschern übersetzen zu lassen.

Die Verdolmetschung in Gebärdensprache soll auch per Live-Stream zu übertragen, ge speichert und zum nachträglichen Abruf im Internet zur Verfügung zu stehen.

Gebärdendolmetscher: „Antrag hat im Rat nichts zu suchen“

2013 hatte die FREIE-WÄHLER-Fraktion einen Antrag gestellt, den Live-Stream der Ratssitzungen mit einem Gebärdendolmetscher auch für Gehörlose zugänglich zu machen und damit für sie die Zugangsschwelle zur Arbeit der politischen Gremien deutlich zu senken. Damals wurde dieser Antrag mehrheitlich abgelehnt und löste eine Diskussion aus, an der sich Grüne, Die Linke und die CDU beteiligten. Die Grünen führten dabei aus, dieser Antrag habe im Rat nichts zu suchen, weil der Behindertenbeirat zuständig sei.

FREIE WÄHLER-Ratsfrau Chomicha EL Fassi führte damals aus: „Es kann doch nicht sein, dass bestimmte gesellschaftliche Gruppen mit bürokratischen oder technokratischen Argumenten von der Teilhabe an politischen Prozessen ausgeschlossen werden sollen“.

Drei Jahre später heißt es in der Beschlussvorlage für den Rat vom Februar 2016:

In seiner Sitzung am 18.09.2014 hat der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf einstimmig beschlossen, den Einsatz einer Gebärdendolmetscherin/eines Gebärdendolmetschers bei der Liveübertragung einer Ratssitzung zu erproben und die Verwaltung mit der Umsetzung des Testlaufs zu beauftragen.

In der Ratssitzung am 30.04.2015 haben drei Dolmetscherinnen (Angehörige des Verbandes der Gebärdendolmetscher) die Redebeiträge des öffentlichen Teils der Sitzung übersetzt. Die Übertragung der Dolmetschung wurde per Greenscreen-Technologie in den Livestream auf der städtischen Internetseite integriert und war über den Button „DGS“ (= offizielle Abkürzung „Deutsche Gebärdensprache“) abrufbar.

Die Auswertung dieses Testlaufes sowie eine Sondierung des Marktes haben ergeben, dass sich die seinerzeit gewählte Art der Dolmetschung in Form einer Präsenzdolmetschung inklusive der Übertragung im Internet als geeignet erwiesen hat und auch mit der Möglichkeit der nachträglichen Abrufbarkeit realisiert werden kann. Beginnend mit der Ratssitzung im März soll mit der Gebärdendolmetschung begonnen werden.

Die Gebärdendolmetschung wird zunächst auf das laufende Kalenderjahr befristet. Ende diesen Jahres soll dann erneut eine Auswertung vorgenommen und über die weitere Fortführung entschieden werden.

Ratsfrau Chomicha EL Fassi: „Ein schöner Erfolg für die FREIEN WÄHLER und und ein Schritt weiter in die richtige Richtung zur Barrierefreiheit.
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Marlies Bluhm aus Düsseldorf | 05.03.2016 | 12:36  
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