„Grafenberg“ wird Klinik der Zukunft

Anzeige
Haben einen Plan für das neue LVR-Klinikum: Prof. Dr. Wolfgang Gaebel (M.), Joachim Heinlein (l.) und Hartmut Moy.
 
So soll es künftig aussehen. (Foto: Architekten BDA RDS Partner)

Das LVR-Klinikum Düsseldorf wird für rund 100 Millionen Euro umfangreich neu gestaltet. Mit vier Neubauten und einem Ausbau der Parklandschaft entsteht an traditionsreichem Standort eine der modernsten Kliniken für Psychiatrie in Deutschland.

Der volksmundlich geprägte Ausdruck “Grafenberg” für das LVR-Klinikum an der Bergischen Landstraße gilt bei vielen noch als Synonym für Psychiatrie alter Schule. Das liegt vor allem an der großen Tradition der 1876 eröffneten Einrichtung. Zwar sind damalige Behandlungsansätze längst moderner medizinischer Betreuung gewichen, doch der grobe Aufbau des Krankenhauses erinnert noch an seine Gründungszeit. Das ändert sich jetzt.

„Der LVR baut das Klinikum zum großen Teil neu mit dem Ziel der räumlich-funktionellen Restrukturierung“, sagt Joachim Heinlein, Vorstandsvorsitzender und Kaufmännischer Direktor des Klinikums. Noch nämlich sind die verschiedenen Abteilungen des Klinikums in zahlreichen Gebäuden auf dem 26 Hektar großen Klinikgelände verteilt. Der hierdurch entstehende Aufwand in der täglichen Arbeit sowie die Instandhaltung der zahlreichen Gebäude entspreche nicht mehr den Anforderungen an einen modernen und zeitgemäßen Klinikbetrieb.

Mit dem Neubauprojekt wird ein schon in den 1990er Jahren vom LVR gefasster Beschluss Wirklichkeit: eine zukunftsweisende Konzentration der Behandlungsangebote. Alles beginnt mit einem Neubau der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP). Bislang ist sie in fünf Häusern untergebracht. Zukünftig werden es mit dem Neubau und der benachbarten, ebenfalls noch neuen Tagesklinik
mit Institutsambulanz nur noch zwei Gebäude sein.

„Wir bekommen mit dem neuen Gebäude auch zusätzliche Kapazitäten, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, Ärztlicher Direktor des LVR-Klinikums Düsseldorf, und ergänzt: „Mit dem Ausbau unseres Angebots können wir eine noch individuellere Behandlung organisieren.”

Im zweiten Schritt entsteht das Diagnostik-, Therapie- und Forschungszentrum (DTFZ) mit 13 Stationseinheiten und 295 Betten. Mit einer Seitenlänge von rund 100 Metern entsteht ein vier- und fünfgeschossiger Bau mit einer Gesamtfläche von rund 27.000 Quadratmetern. Damit wird das DTFZ zum neuen Mittelpunkt des Klinikums.

Neben der räumlichen Zusammenführung der Allgemeinpsychiatrie,der Gerontopsychiatrie sowie der Neurologie entsteht hier ein hochmodernes Klinikgebäude mit zeitgemäßer Ausstattung und Einrichtung für Diagnostik und Therapien. Da das DTFZ als Passivhaus errichtet wird, steht es auch hinsichtlich seiner Energieeffizienz für ein „neues Grafenberg“.

Im dritten Schritt erfolgt der Abbruch der beiden aus den 1970er Jahren stammenden Standardbettenhäuser, die Errichtung des Neubaus der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen sowie die Ausweitung der Parklandschaft im Westteil des Geländes. Die Baumaßnahmen enden mit
der Errichtung eines neuen Hörsaals.

Durch die Zentralisierung werden auf dem Klinikgelände Flächen frei. Darauf soll unter anderem ein Park für die Patienten mit einem Biotop entstehen. Und ein etwa neun Hektar großes Grundstück werde die Klinik zum Verkauf stellen können. Für Mitte 2018 ist die Fertigstellung des Hauptbaus geplant, insgesamt soll der Neubau im Jahr 2020 fertig werden.

“Wir wollen der Klinik ein neues Gesicht geben und dabei optimale Voraussetzungen für Patienten und Pflege schaffen”, betont Architekt Hartmut Moy. Chefarzt Prof. Dr. Wolfgang Gaebel dazu: „Mit der Neuordnung unseres Klinikgeländes verbessern wir in hohem Maß die Prozesse der
Diagnose und Behandlung und bringen die Unterbringung unserer Patienten auf einen modernen Stand.“ Und bei allen Veränderungen werde eines bleiben, wie Klinik-Vorstand Heinlein verspricht: “Wir werden den Charakter dieses fantastischen Geländes erhalten.”

Info: LVR-Klinikum Düsseldorf:

Das LVR-Klinikum Düsseldorf – Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist zugleich psychiatrisch-psychosomatisch-psychotherapeutische Fachklinik und Universitätsklinik. Es ist
zuständig für die Versorgung von rund 500.000 Düsseldorfern und übernimmt weit reichende Forschungsaufgaben.

Die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ist neben Düsseldorf auch für den Kreis Mettmann und damit für die Versorgung von rund 1 Miollionen Einwohner zuständig. Das Klinikum versorgt jährlich stationär circa 5.000 Patienten. Im Jahr 2012 wurden rund 30.000 Fälle ambulant behandelt.

Das Behandlungsangebot umfasst das gesamte Spektrum psychischer und neurologischer Erkrankungen. Seit Januar 2013 wird in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf im Gelände des LVR-Klinikums das Zentrum für Neurologie und Neuropsychiatrie betrieben.

Kontakt: Bergische Landstraße 2, Telefon: 02 11 922-0, www.klinikum-duesseldorf.LVR.de
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.