Ein Bienen-Papst und eine Wespe namens Maja

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Jung-Imker Florian Busch an einem Bienenstock, auch „Beute“ genannt. Der Holzrahmen, die Waben: Hier speichern die Bienen ihren Honig, ziehen die Larven groß. Die Zellen mit ihrer typischen, sechseckigen Form werden von den Arbeiterinnen aus Wachsplättchen gebaut, die sie aus der Bauchseite des Hinterleibs „heraus-schwitzen“. Foto: Ferdi Seidelt
 
Besonders beliebt – die „Betriebsbesichtigung“ des Bienenmuseums. Auf unserem Bild zeigt Bienen-Experte Heinrich Jaixen (links) dem kleinen Samuel Dickmann und Opa Ulli Fuchs ein Bienenhotel, im Hintergrund freut sich der 2. Vorsitzende des Kreisimkerverbandes Duisburg, Wolfgang Neiß, über die Szene. Foto: Ferdi Seidelt
Duisburg: Bienenmuseum |

Auf der Klatschmohnwiese wird im Bienenstock eine ganz besondere Biene geboren: Maja. Sie lacht, tanzt aus der Reihe und bringt die Königin mit ihren Fragen aus der Fassung.

Von Ferdi Seidelt

Soweit die Geschichte, besungen 1977 von Karel Gott und 2013 von Helene Fischer. Doch das gerade einmal ein Gramm schwere, schwarz-gelb gestreifte Hautflügler-Mädchen wiegelt ab: „Alles Lüge, diese alternativen Fakten aber auch! Das sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock – ich bin von der Farbe her klar und deutlich eine Wespe.“
Dieses und vieles mehr wird den Menschen erzählt, die am kommenden Sonntag, 21. Mai, im Bienenmuseum, Schulallee 11 in Rumeln-Kaldenhausen, zu Gast sein werden. Der Anlass: In diesem Jahr findet bereits zum 40. Mal der „Internationale Museumstag“ statt. Sein Motto: „Spurensuche. Mut zur Verantwortung.“ Das Bienenmuseum Duisburg beteiligt sich von 10 bis 16 Uhr mit einer fulminanten Sonderausstellung an diesem Appell, Spuren in Sachen Bienen werden zum Teil recht spektakulär aufgezeigt.
Die Aussteller sind allesamt Imker und Naturfreunde aus Leidenschaft. Sie präsentieren das Ergebnis ihrer Spurensuche in der faszinierenden Bienenwelt und überraschen die Besucher mit weitgehend unbekannten Informationen. Die Wild- und Honigbienen sind auch Besorgnis erregenden Bedrohungen ausgesetzt. Erschreckende Beispiele sind Gegenstand der Schau. Letztlich wollen die ehrenamtlichen Betreuer des Bienenmuseums mit der Veranstaltung zu verantwortungsvollem und Spaß bereitendem Mitmachen anregen. Kinder sind besonders willkommen.

Ohne Bienen - keine Menschen

Eine besonders schöne Beschreibung der Unverzichtbarkeit des drittwichtigsten Nutztiers (nach Rind und Schwein) lautet: „Honig kann man importieren, Bestäubungsleistung nicht.“ Irgendwie passend, dass das Bienen-Kompetenz-, Ausbildungs- und Schau-Zentrum direkt neben dem Albert-Einstein-Gymnasium beheimatet ist. Einstein nämlich hat mit Blick auf die Öko-Systeme die Kausalkette formuliert: „Stirbt die Biene, hat der Mensch noch wenige Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr."
Am Rande: Der volkswirtschaftliche Nutzen durch Bienen und das Bestäuben wird vom Bundesumweltministerium mit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Und das muss hart erarbeitet werden: Die gemeine Honigbiene macht täglich bis zu 4400 Hausbesuche; sie kommt, sammelt Pollen und Nektar, bestäubt, fliegt weg.
In den Ausstellungsräumen kann der Gast „Samenbomben“ basteln, Pflanzen kennen lernen, die von den Bienen bevorzugt besucht werden, geeignetes Saatgut erwerben, Anschauungsmaterial mitnehmen, Bienenhotels kennen lernen, Videos über Bienen und Bienenhaltung anschauen, in ein lebendes Bienenvolk sehen, Bienenwachskerzen drehen und selbst gebackenen Kuchen essen.
Um 10 Uhr hält Bienen-Papst Dr. Gerhard Liebig, einer der meist geachteten Hautflügler-Experten Deutschlands, einen Vortrag über „Bienen und Bienensterben - ein Vergleich der Fake News mit den Fakten“. Um 14 Uhr wird zudem eine Führung durch eine nahegelegene Staudengärtnerei angeboten (Thema: Worauf die Bienen fliegen).
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