Erneut Skandal im Duisburger Zoo - Duisburger Zoodirektor Achim Winkler steht nach umstrittenen Abrechnungen im Visier der Rechnungsprüfer

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Duisburg: Zoo Duisburg |

Das Gehalt des Zoo-Vorstands Winkler lag lt. Wirtschaftsprüferbericht im Jahr 2014 bei 155.030 €. Seit 2013 leistet sich der Zoo mit Detlef Hamacher einen weiteren Vorstand mit Bezügen von 85.431 € im Jahr 2014. Jetzt steht Zoo-Chef Winkler in der Kritik des Aufsichtsrates, weil er eine Abrechnung über 72.000 Euro nicht nachweisen kann.

Frühere Mitglieder des Vorstands bzw. ihre Hinterbliebenen bezogen im Geschäftsjahr 2014 Pensionen in Höhe von insgesamt 218.589,10 €. Der Betrag der für frühere Mitglieder des Vorstands bzw. ihre Hinterbliebenen gebildeten Pensionsrückstellungen beläuft sich zum 31. Dezember 2014 auf 2.452.461 €. So steht es im Wirtschaftsprüferbericht.

Nach Angaben der WAZ wurde der städtische Zuschuss für den Zoo in den beiden vergangenen Jahren auf jährlich drei Millionen Euro erhöht. Gleichzeitig teilte die Bezirksregierung Düsseldorf dem Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) nach eigenen Angaben mit, dass in den Jahren 2016 und 2017 der Zuschuss um 100 T€ und für die Jahre 2018 ff. um 150 T€ reduziert werden soll. Ein Schildbürgerstreich sondergleichen, meint das WDSF. Auf der einen Seite würden die städtischen Zuschüsse mit steigender Tendenz in den Millionenbereich gehoben und andererseits sollen derzeit jährlich 100 T€ jährlich gekürzt werden. Jede weitere Kürzung wird also durch einen erneuten Zuschuss der Stadt wieder ausgeglichen - von der linken Tasche in die rechte Tasche, so das WDSF.

Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF: "Daran ändern auch die in der Summe drastischen Eintrittspreiserhöhungen in den Jahren 2015 und 2016 nichts. Inzwischen kostet der Eintritt für zwei Erwachsene mit zwei Kinder 53,60 €. Mit Verzehr ist eine Besucherfamilie schnell mit 100 Euro dabei und wird sich dann vielleicht doch überlegen, ob sie einem anderen Bildungs- bzw. Vergnügungsbesuch in einem Museum oder einer Freizeiteinrichtung nicht den Vorzug gibt, als das doch recht eintönige Betrachten von Tieren in Gefangenschaft."

Die Wirtschaftsprüfer sehen ein Risiko für das Fortbestehen des Zoos, sollte die Stadt Duisburg ihr finanzielles Engagement nicht fortsetzen. Das WDSF hatte bereits Anfang 2014 darauf hingewiesen, dass der Tierbestand des Zoos aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit gefährdet ist und der Zoo Duisburg ein Auslaufmodell ist (http://www.derwesten.de/staedte/hohenlimburg/juerg...).

Die bisher schon durch das WDSF nach eigenen Angaben aufgedeckten Ungereimtheiten von Winklers Aussagen in Zusammenhang mit der Delfinhaltung, dass er z.B. "keine Ahnung" über die Todesursachen der beiden zuletzt verstorbenen Delfinbabys habe, dass er die Haltung von Delfinen mit Wellensittichen gleichsetze, dass er die Dressur der Delfine mit den Kunststücken seines Dackels vergleiche und dass er stereotyp behaupte, dass seine Delfine aus Flachwasserbereichen des Golfs von Mexiko stammen würden und nicht tief tauchen könnten, sind in der Summe mit den jetzt aufgedeckten umstrittenen Abrechnungen von 72.000 Euro (s. Bericht der WAZ), die er selbst abgesegnet hat aber nicht beweisen kann wofür, möglicherweise genügend Gründe den Vertrag mit Winkler nicht zu verlängern. Dass der Zoo bereits schon vor drei Jahren einen zweiten Vorstand "installiert" hat, könnte dem Zoo den Abschied von Winkler erleichtern.

WAZ: "Die offenen Fragen könnten auch für Zoo-Direktor Achim Winkler ein Problem werden. Denn auch er, dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft und der jetzt vor der Verlängerung steht, konnte dem Aufsichtsrat offenbar keine Antworten liefern.“


Weitere Hintergrund:
http://www.wdsf.eu/index.php/delfinarien/delfinari...
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6 Kommentare
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Rüdiger Hengl aus Alpen | 20.04.2016 | 14:55  
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Gerhard Joerres aus Alpen | 20.04.2016 | 17:23  
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Rüdiger Hengl aus Alpen | 20.04.2016 | 17:57  
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Rüdiger Hengl aus Alpen | 25.04.2016 | 14:29  
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Jürgen Ortmüller aus Hagen | 02.05.2016 | 11:18  
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Rüdiger Hengl aus Alpen | 02.05.2016 | 14:07