Ludger Heid spricht über Mordechai Jakow Bereisch, Rabbiner der ostjüdischen Gemeinde in Duisburg 1929 bis 1933

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Am 27. Mai 2015 um 19 Uhr spricht PD Dr. Ludger Heid im Kultur- und Stadthistorischen Museum über Mordechai Jakow Bereisch, Rabbiner der ostjüdischen Gemeinde in Duisburg 1929-1933.

Bereisch gehörte zu den herausragenden Repräsentanten des jüdischen Lebens in Duisburg. Seit 1929 war er Vorsteher (Dajan) des ostjüdischen Gemeinde-Vereins Machsika Hadas.

Bereisch wurde früh Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Am 18. März 1933 drangen SS-Männer in seine Wohnung ein und misshandelten Bereisch schwer. Fünf Tage später kamen erneut SS-Leute und trieben den Dajan mit weiteren Juden durch die Straßen der Stadt; Duisburger Bürgerinnen und Bürger sahen dieser Demütigung tatenlos zu.

Vor dem Stadttheater stellte sich Polizeihauptmeister Kurt Nabakowski als einziger den 30 SS-Männern entgegen. Er nahm Bereisch in Haft, um ihn vor weiteren Übergriffen der SS zu schützen. Auf Anraten von Nabakowski floh Bereisch über Belgien und Frankreich nach Zürich; seine Frau reiste ihm im Juni 1935 mit den Kindern in das erzwungene Exil nach.

Im Mai 1935 wurde Bereisch Rabbiner der ostjüdischen Gemeinde Zürich und bekleidete dieses Amt 42 Jahre lang – bis an sein Lebensende 1977.

Der Vortrag über Mordechai Jakow Bereisch bildet den Auftakt zum Begleitprogramm der Ausstellung

"Noch viele Jahre lang habe ich nachts von Duisburg geträumt - Jüdisches Leben in Duisburg von 1918 bis 1945“

Gleichzeitig wird im Rahmen des Vortragsabends der neue Band der Zeitschrift Duisburger Forschungen vorgestellt, der sich im Schwerpunkt mit der jüdischen Geschichte Duisburgs im 20. Jahrhundert beschäftigt.

Ludger Heid ist Historiker, Literaturwissenschaftler und Publizist. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur deutsch-jüdischen Beziehungs- und Literaturgeschichte, Sozialgeschichte (Arbeiterbewegung) und zum Ostjudentum verfasst; 2011 erschien von ihm im Klartext-Verlag die Monographie Ostjuden in Duisburg: Bürger, Kleinbürger, Proletarier. Geschichte einer jüdischen Minderheit im Ruhrgebiet. Ludger Heid ist Lehrbeauftragter an der Universität Duisburg-Essen und freier Mitarbeiter u. a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Die Welt, Der Freitag und die Jüdische Allgemeine.

Der Eintritt zum Vortrag beträgt 4,50 Euro (ermäßigt 2 Euro).
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