Weltspartag

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Gibt es ihn eigentlich noch, den guten alten Weltspartag, als wir Kinder mit unseren gefüllten Sparschweinen zur Sparkasse gelaufen sind, unsere Ersparnisse in Form von Kleingeld dort zählten und dann auf`s Sparbuch einzahlten? Oder ist diese nette, sympathische Form der Kundengewinnung dem schnöden, kalten Mammon geopfert worden?

Die mächtige (Sparten-)Gewerkschaft Christlicher Sparkassenangestellter hat in diesen unseren Tagen die Idee noch einmal aufgegriffen und wiederbelebt.

"Unseren letzten Bundeskongreß haben wir im bayerischen Selb durchgeführt," berichtet Ernst-Ludwig Schmacht, der Anführer der Gewerkschaft. "Selb ist ja bekanntlich das Zentrum der Keramik-Industrie von Deutschland. Als örtliche Wirtschaftsförderung und Werbung für die Gewerkschaft haben wir uns dort massenweise Sparschweine aus Keramik besorgt. Soweit es die Stundenpläne zuließen, sind wir in Kindergärten und Grundschulen gegangen und haben die Sparschweine verschenkt. Ärger mit zugewanderten Ungläubigen haben wir keinen bekommen - wer eine Abneigung gegen die Borstentiere hegt, hat eine Sparkuh untergejubelt bekommen."

Die ersten jungen Kunden sind auch schon wieder bei den örtlichen Sparkassen gesichtet worden. "Bei mir fehlt der Schlüssel. Haben Sie mal einen Hammer?" lautete eine der häufigsten Fragen. Aber auch Geld in Form der Mark der DDR, Reichsmark sowie Inflationsgeld trudelten bei einigen Sparkassen ein. Absoluter Exot war ein alter Deutsch-Togolese, der bei der Sparkasse Neuruppin eintrudelte. Sein Großvater habe zu Kaisers Zeiten noch für Deutschland am 1. Weltkrieg teilgenommen. Neben heutigen afrikanischen Münzen war auch die eine oder andere historische Münze im Sparschwein. "Jetzt haben wir nicht nur Zloty und Rubel," freut sich der örtliche Sparkassenvorstand. "Mal sehen, ob wir eine historische Münzsammlung aufbauen können...."
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