„Brutaler Polizeieinsatz“ bei Demo am Montag: Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ erhebt schwere Vorwürfe

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Schon zu Beginn des Jahres war reichlich los bei der Demonstration vor dem Hauptbahnhof. Die Auseinandersetzungen werden leider nicht immer nur mündlich ausgetragen. Archivfoto (Foto: Preuß)

Das Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ hat hinsichtlich der Vorfälle bei der Demonstration am Montag, 9. November, auf dem Duisburger Bahnhofsvorplatz den Polizeieinsatz verurteilt. Das Bündnis spricht von einem „brutalen Polizeieinsatz gegen friedliche NazigegnerInnen am Jahrestag der Reichspogromnacht“.

Etwa 500 Demonstranten waren gegen Fremdenhass, Rassismus und Intoleranz auf die Straße gegangen, unter anderem weil die Pegida
NRW zum „Abendspaziergang“ in der Duisburger Innenstadt aufgerufen hatte.
„Friedliche GegendemonstrantInnen, die sich der rassistischen und menschenfeindlichen Hetze von Pegida NRW entgegenstellten und diese mit Mitteln des zivilen Ungehorsams verhindern wollten, wurden von Hundertschaften der Polizei brutal angegriffen“, heißt es in der Mitteilung.
Das Bündnis widerspricht damit der Darstellung der Polizei, die berichtete, dass Gegendemonstranten versucht hätten, „zu den Pegida-Anhängern durchzubrechen, was Polizeikräfte verhinderten.“
Mehrere Teilnehmer der Gegenkundgebung seien dabei schwer verletzt worden, darunter ein 63-jähriger Rentner mit akuten Herzproblemen. Nach Angaben des Bündnisses sei er durch „schweren Schlagstockeinsatz der Polizei am Kopf lebensgefährlich verletzt“ und „anschließend ins Krankenhaus eingeliefert“ worden.
„Einer Gegendemonstrantin wurde der Fuß gebrochen, während unsere Gegenkundgebung unter starkem Schubsen durch die Hundertschaften der Polizei rechtswidrig eingekesselt wurde“, schreibt das Bündnis.
Außerdem kritisierten sie die Polizeibeamten, die sich geweigert hätten, die Personalien von einem Pegida-Anhänger aufzunehmen, „der vor den Augen der Polizei einen Minderjährigen niederschlug“.

Polizei mit anderer Darstellung


Etwa 350 Anhänger der Pegida nahmen – laut Polizeibericht – am Montag an der wöchentlich wiederkehrenden Kundgebung teil.
Von 450 Gegendemonstranten spricht die Polizei in ihrer Darstellung. "Aus dieser Gruppe versuchten einige, zu den Pegida-Anhängern durchzubrechen, was Polizeikräfte verhinderten. Es kam zu einem Flaschenwurf, bei dem niemand verletzt wurde. Am Bahnhofsvorplatz versuchten abermals Gegendemonstranten, zur Pegida zu gelangen. Die Polizei verhinderte das Vorhaben, dabei verletzte sich ein Beamter durch einen gezielten Faustschlag ins Gesicht. Der Polizist kam mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus."
Fünf Strafanzeigen, drei wegen Beleidigung und zwei wegen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte erstattete die Polizei.
Die Versammlungen waren gegen 21 Uhr beendet.
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4 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 11.11.2015 | 15:52  
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 12.11.2015 | 13:26  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 12.11.2015 | 14:51  
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roswitha esser aus Duisburg | 16.11.2015 | 20:10  
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