Bringt ISEK die Wende in der Innenstadt?

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Vielleicht lässt sich durch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept die ein oder andere Fassade in der Innenstadt aufhübschen. Foto: Jörg Terbrüggen

Dass er der Emmericher Innenstadt nicht gerade gut geht, ist hinlänglich bekannt. Doch wie soll man daran etwas ändern? Was kann man auch äußerlich tun? Mit dieser Frage haben sich die Mitarbeiter eines Büros für Stadt- und Regionalplanung in Köln beschäftigt.

Emmerich. „ISEK“ lautet das neue Schlagwort, mit dem man Veränderungen vorantreiben will. „ISEK“ heißt Integriertes Stadtentwicklungskonzept. Und genau das soll jetzt in Emmerich erarbeitet werden. „Es ist eine ganzheitliche Betrachtung“, schildert Dr. Stefan Wachs, Erster Beigeordneter der Stadt. Es sollen zum Beispiel neben städteplanerischen Aspekten auch soziale, wirtschaftliche, kulturelle, integrative oder bildungspolitische Aspekte einbezogen werden. Die ganze Sache könnte sich durchaus lohnen, geht es hier doch immerhin um Fördermittel des Landes, die zur Umsetzung von Maßnahmen fließen. Allerdings auch nur dann, wenn ein ISEK besteht. Es geht also um Geld für Emmerich.
Die Verwaltung hat die Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH aus Köln mit der Erarbeitung des ISEK beauftragt. Geschäftsführerin Ursula Mölders schilderte bei der Vorstellung die Vorgehensweise: Neben der eigenen Bestandsaufnahme des Büros (dazu gehören auch eine Analyse der Stärken und Schwächen sowie Gefahren und Chancen) fließen Themen und Informationen, die die Stadtverwaltung dem Kölner Büro hat zukommen lassen mit in die Arbeit ein. ISEK bezieht sich auf den erweiterten Innenstadtbereich.
Demnächst werden lokale Experten zu Gesprächen eingeladen. „Wir wollen erfahren, was die Akteure beschäftigt“, sagte Mölders. Man wolle nachvollziehen, warum sich in Emmerich Dinge so entwickelt hätten. Dann folgt (ähnlich wie beim Masterplan Hochelten) das 1. Bürgerforum am 7. April, 17 Uhr, im PAN, bei dem die Bürger ihre Anregungen einbringen können. Zugleich wird dies auch online möglich sein. „Danach wird mit der Verwaltung ein Maßnahmenkatalog erarbeitet für die nächsten fünf Jahre plus X“, so Mölders. Inklusive Kostenschätzung.
Auch ein Slogan und ein Leitbild werden entwickelt. Nachdem die Politik den Katalog mit etwa 20 bis 30 Maßnahmen abgestimmt hat, wird zum 2. Bürgerforum eingeladen, in dem die Maßnahmen vorgestellt werden. Nach einer redaktionellen Überarbeitung erfolgt im Herbst die politische Beratung, sodass im Dezember Förderanträge gestellt werden können. Zu erwarten ist eine Förderung von mindestens 50 Prozent je Maßnahme.
Wie das Ganze dann in der Realität aussieht, veranschaulichteUrsula Mölders an einem Beispiel. „Das Ministerium legt großen Wert darauf, dass Bürger und Akteure einbezogen werden. Pro Euro Förderung sollen etwa sechs bis acht Euro privat investiert werden.“ Wer also seine Fassade in der Steinstraße aufhübschen will, muss investieren, um an die Fördergelder zu gelangen. „Am Ende ist es eine Aufwertung der Immobilien“, so Mölders. Das Land wolle lieber in den Bestand investieren als neue Flächen zu verbrauchen.
Die gesteckten Ziele sollen dann Jahr für Jahr überprüft werden, denn über die Jahre kann sich natürlich einiges ändern. Eine Änderung der Ziele ließe sich begründen.
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Beate Haack aus Emmerich am Rhein | 27.01.2016 | 09:33  
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