Stadtteilbibliothek Essen-Borbeck setzt verstärkt auf „Onleihe“

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Auch in der Bibliotheksfiliale Borbeck hat das digitale Zeitalter längst begonnen. Per „Onleihe“ können eBooks, Zeitschriften und Hörbücher ausgeliehen werden. Doch Bücher, da ist sich Bibliotheksleiterin Maria Heitkamp sicher, werden niemals aussterben. Foto: Borbeck

In die Bibliothek gehen, Regale durchwälzen auf der Suche nach der passenden Lektüre und die dann gleich stapelweise nach Hause schleppen. Dank des neuen „Onleihe“- Service der Stadtbibliothek Essen kann das nun ganz gemütlich zu Hause auf dem Sofa erledigt werden.

Seit Dezember letzten Jahres ist die sogenannte „Onleihe“ über die Internetseite der Stadtbibliothek Essen möglich. Über den Service lassen sich Bücher, Hörbücher, Filme, Zeitungen und Zeitschriften für die Dauer einer Leihfrist digital übers Internet herunterladen. Die sogenannten „eMedien“ werden immer populärer und wecken das Interesse vieler Leser. „Auch bei uns in Borbeck“, weiß Maria Heitkamp, Leiterin der Bibliotheksfiliale an der Gerichtsstraße.
Melanie Gößling ist bereits bestens mit der „Onleihe“ vertraut. „Man vergisst das Zurückgeben nicht“, erklärt die Leserate einen der Vorteile. Die Leihdauer ist auf 14 Tage befristet, dann wird das heruntergeladene Buch gelöscht. Schon fünf Romane hat sich die Mutter auf ihr Iphone geladen und findet den Service super. „Auch das System ist simpel“, so die Leserin.

Kleine Macke gefunden

Eine kleine Macke hat sie aber dennoch gefunden. „Unter der Kategorie „Neu“ sollte auch nur Neues stehen“, findet die Nutzerin der Onleihe. „Teilweise muss man sich erst einmal durch viele Bücher der letzten Wochen klicken bis man wirklich etwas Neues findet.“ Melanie Gößling ist nicht die einzige, die mittlerweile voll auf Onleihe setzt. Torsten Graw nutzt den Service vor allem, wenn er verreist. Er besitzt einen Reader. „Sie sind einfach leichter als ein normales Buch und auch bei schwierigen Lichtverhältnissen sehr praktisch“, findet er. „Selbst die Schriftgröße kann man ändern und anpassen.“
Bibliotheksleiterin Maria Heitkamp kennt genaue Zahlen, weiß, dass die Ausleihe seit Einführung des Angebots ständig angestiegen ist. „Es gibt Leser, die sich einen Bibliotheksausweis anfertigen lassen, nur um die Onleihe nutzen zu können.“
Seit Dezember 2012 haben insgesamt 30.638 Nutzer die „Onleihe“ in Anspruch genommen. Trotz des Vormarsches der digitalen Bücher gibt es Leser, für die es undenkbar ist, sich vom normalen Buch zu trennen. Eine von ihnen ist Norma Stangl. Die Schönebeckerin hat noch nie einen Reader benutzt. Zwar findet sie „die Dinger“ durchaus praktisch, kann sich aber trotzdem nicht vorstellen, auf ihre Bücher zu verzichten. „Ich bin gerne analog und habe gerne Bücher in der Hand“, erzählt sie. Für Stangl ist es Entspannung, zum Buch zu greifen. „Ich sitze im Beruf täglich bis zu acht Stunden vor dem PC und möchte daher privat auf weitere Bildschirme verzichten.“
Mit ihrer Meinung steht Norma Stangl nicht allein da. Und auch Maria Heitkamp ist sich sicher: „Das Buch wird nicht aussterben.“

Von Julia Wieczorek
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