Dellwiger Baugrundstück ist Schandfleck und Gefahrenquelle

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An der Rauchstraße in Dellwig sorgt ein ehemaliges Mörtelwerk für Unmut. Das Gelände hat sich zu einem Schandfleck entwickelt - und auch zu einer Gefahr für die Kinder und Jugendlichen, die sich dort herumtreiben. Jetzt ist das Bauordnungsamt der Stadt gefragt.
 
Anwohnerin Sandra Kisters-Jendroska und Klaus-Dieter Pfahl (CDU Dellwig) vor dem offenen Tor. ^Fotos: privat

Das Gelände des ehemaligen Mörtelwerks an der Rauchstraße hat sich zu einem Schandfleck in Dellwig entwickelt. Graffiti, wilder Müll und offene Gruben bestimmen das Bild - und stellen eine Gefahrenquelle für all jene dar, die sich dort aufhalten.

"Der Zugang ist noch immer nicht gesichert", ist Klaus-Dieter Pfahl, stellvertretender Bezirksbürgermeister (CDU), sauer. "Wenigstens da hätte man kurzfristig aktiv werden können." Mit "man" meint der Lokalpolitiker die Stadt Essen, von der er erst kürzlich einen Sachstandsbericht eingefordert hat. "Ein Bauantrag ist bislang nicht beim Amt für Stadtplanung und Bauordnung eingegangen", heißt es darin von der Verwaltung lapidar. Zu wenig für den CDUler. Kurzum hat er sich selbst ein Bild von der Lage gemacht.
"Allein habe ich mich da nicht drauf getraut", gesteht Sandra Kisters-Jendroska, Anwohnerin und Vorsitzende des "Dellwiger Frieden". Gemeinsam mit ihrem Mann und Pfahl aber hat sie den Schritt gewagt. "Warum auch nicht, da stehen keine Verbote, keine Bauschilder - und das Tor ist auf", argumentiert der Bezirksvertreter. Von dem, was sie an der Rauchstraße vorgefunden haben, sind die Dellwiger entsetzt. Diverse Altlasten, etwa "kontaminierte Filterschläuche", metertiefe Baugruben und ein nicht verschlossener Hausanschlusskasten seien offensichtliche Gefahrenquellen. "Zumal da Kinder spielen", hat die Anwohnerin beobachtet. Auch, dass sich an diesem Ort Sprayer herumtreiben, ist unübersehbar. "Die Graffiti sind die typischen, die man im ganzen Dellwiger Gebiet vorfinden kann", weiß Pfahl.
Der sieht nun dringlich Bauordnung und Umweltamt in der Pflicht. "Das Thema ist in der BV ohnehin ein Dauerbrenner", kennt er die lange Geschichte um die Bauruine, aber nun, wo sich speziell die Nöte um die Flüchtlingsunterbringungen etwas beruhigt hätten, sei es an der Zeit, das Problem konkret anzugehen. Die Stadt hat diesbezüglich bereits einen "umgehenden" Vor-Ort-Termin angekündigt. Dennoch sieht man sich für die Herstellung der Verkehrssicherheit des Grundstücks nicht in der Pflicht, denn: Zwar liegt kein Bauantrag vor, wohl aber eine Bauvoranfrage. Ein Investor habe das Grundstück erworben und plane dort Einfamilienhäuser zu bauen. Dieser neue Eigentümer trage auch die Verantwortung. Für Klaus-Dieter Pfahl steht fest: Er will einen mündlichen Bericht der Verwaltung. Einen entsprechenden Antrag stellt die CDU für die nächste Bezirksvertretungssitzung IV am 8. November.

Grundstück Rauchstraße

- Seit den 1960er Jahren bis 2009 befand sich auf dem Grundstück Rauchstraße 50 das Mörtelwerk der Schwutke GmbH & Co KG.
- 2012 siedelte sich illegaler Autohandel auf dem Grundstück an. Nach Bürgerprotesten wurde dieser dann am 31.7.2012 geschlossen und die Autos entfernt.
- Ein Investor, die Projektgesellschaft Bauen und Wohnen, beabsichtigte dort einen attraktiven Wohnstandort mit ca. 38 Wohneinheiten mit überwiegend Einfamilienhäusern zu entwickeln.
- Im Juli 2015 begannen erste Abrissarbeiten durch das Schweizer Bauunternehmen SBA Daniel Sprenger. Diese sollten laut Auskunft des Bauunternehmers gegenüber Klaus-Dieter Pfahl im Juli 2015 bis Ende Mai dieses Jahres abgeschlossen sein. Trotzdem wurde das Gelände des ehemaligen Mörtelwerks bis heute nicht vollständig von den Altlasten befreit, lediglich die Produktionsanlage wurde abgerissen.
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