Erleichterung im kleinen Grenzverkehr

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Etliche freiwillige Helfer griffen zur Schaufel.
Essen: Hexbachtal |

Irgendwann ging es dann doch ganz schnell: „Wir wollten unbedingt vor Beginn der Vegetationsperiode fertig werden“, sagt Klaus Diekmann und greift nochmal zur Schaufel. Das laue Lüftchen an diesem blauen Mittag gibt einen Vorgeschmack auf den Frühling und mahnt zusätzlich zur Eile.

Nach einer letzten Schicht ist es dann vollbracht: Der Pfad durchs Hexbachtal kann wieder seinen Zweck erfüllen - den des kleinen Grenzverkehrs zwischen Essen und Mülheim.
Zwar nicht unterbrochen, aber für Mensch und Vierbeiner nur unter erheblichen Mühen passierbar war die Verbindung, seit Sturmtief „Ela“ in der Nacht zu Pfingstmontag Schneisen in Baumbestände schlug. Ratsherr Klaus Diekmann und Bezirksvertreterin Jessica Roth erreichten regelmäßig Anregungen, aber auch Beschwerden. Bernd Lüllau, Vorsitzender des Dümptener Bürgervereins, ging den Entscheidungsträgern auf der anderen Seite der Stadtgrenze auf die Nerven, erbot sich aber auch, in Eigeninitiative für Abhilfe zu sorgen. Einige Anwohner wusste er auf seiner Seite. „Mich haben viele Leute ansgesprochen, die dieses Elend nicht mehr mitansehen konnten“, sagt Lüllau.
Der Bezirksvertreterin aus Borbeck ging es ähnlich. Im November erhielt sie die Zusage von Grün und Gruga: Wenn die Arbeiten behutsam vonstatten gehen, dürfen die Bürger gern Hand anlegen. Bauunternehmer Winfried Bouchard, dessen Firma jenseits des lustig gluckernden Hexbachs liegt, stellte einen kleinen Bagger zur Verfügung. Freiwillige Helfer steuerten Muskelkraft, Geschick und Köpfchen bei, Essens Grünflächenbetrieb trägt die Materialkosten.
„Ich bin heilfroh, dass wir mit dieser Sache endlich abschließen können“, sagt Diekmann erleichtert. Und blickt dann in ein dankbar strahlendes Augenpaar. „Wer möchte Kaffee und Berliner?“, fragt eine Passantin mit Rotkäppchenkorb. Was eben noch eine Schaufel hielt, greift beherzt zu. Hund Cäsar, der die Mittagspausenfrau begleitet, scheint in Gedanken die nächsten Touren abzulaufen auf seinem alten neuen Weg durchs Tal, den vormals sogar der Alpenverein markiert hat. Das Beweisstück barg die Helfercrew einem modrigen Haufen Totholz.
Als der Puderzucker von den Fingerspitzen gepustet ist, setzt sich der kleine Bagger noch einmal in Bewegung. Er gibt den Blick auf das Feierabendbier frei.
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