Essenerin macht ein Jugendfreiwilligen-Jahr in Thailand

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Ein bisschen Zeit zum Nachdenken und für die Vorbereitungen bleibt noch: Im April startet Julia Zenner für ein Jahr Richtung Thailand. Foto: Winkler
 
Julia Zenner: Bis April jobbt die Dellwigerin eifrig, um die Reisekasse aufzubessern. Foto: Holz

Was Julia Zenner in ihren Koffer packt, weiß sie noch nicht recht. „Auf jeden Fall ganz viele kurze Sachen!“ Ein bisschen Zeit zum Nachdenken bleibt der Dellwigerin, die für elf Monate verreisen will, ja noch, denn Abflug ist erst im April. Destination: Thailand.

„Asien hat mich schon immer fasziniert“, so die 18-Jährige, die in diesem Jahr ihr Abitur am Städtischen Mädchengymnasium Borbeck bestanden hat.
Ihr Onkel sei sehr oft dort gewesen und habe ihr stets viele Fotos von seinen Reisen gezeigt. So war klar, dass Thailand in die engere Wahl für ihr Unternehmen „freiwilliges soziales Jahr“ kommen würde. Außerdem standen da auf ihrem Zettel „Bolivien, Paraguay, die Philippinen und Kenia“. Entschieden hat am Ende dann die Agentur, mit der sie sich in ihr bisher größtes Abenteuer wagt: „American Field Service“ (AFS; bzw. die deutsche Länderorganisation Interkulturelle Begegnungen e.V.).
„Bisher war ein zweimonatiger Schüleraustausch in Frankreich mein längster Auslandsaufenthalt“, gesteht die Essenerin. Sorgen habe sie deshalb aber keine. „Freunde haben mich auf den Jugendfreiwilligendienst gebracht und damit sehr positive Erfahrungen gemacht“, erklärt sie ihre Zuversicht. Klar, ein paar Zweifel bleiben, schließlich treffe sie auf eine vollkommen andere Kultur, müsse auf westliche Standards verzichten und wisse noch nicht, wie es vor Ort mit Kommunikationsmedien beschaffen sei, wie sie Kontakt zu ihren Daheimgebliebenen halten könne. „Das sind eben auch die Bedenken meiner Familie“, weiß Julia. Und dennoch: Alle stehen voll hinter ihrem Projekt und auch für sie selbst kommt ein Rückzieher nicht in Frage: „Im Juli habe ich mich beworben, Ende Oktober kam die Zusage und im April geht es definitiv los.“ Bloß wohin genau, und was sie dort konkret erwartet, das könne sich erst kurzfristig entscheiden. „Weitere Informationen soll ich um den Jahreswechsel erhalten, aber bis zur Abreise spätestens“, ist die zukünftige Asiatin auf Probe die Ruhe selbst. Noch.

Julia hat eine soziale Ader

„Gewünscht habe ich mir, mit Kindern zu arbeiten.“ Ebenso könnte Julia aber auch als Lehrassistenz oder in der Arbeit mit Heimatlosen, Flüchtlingen, Drogensüchtigen oder hilfsbedürftigen Frauen eingesetzt werden, „halt überall im sozialen Bildungsbereich“. Durch ehrenamtliche Arbeiten, so die Betreuung einer Schul-AG und Gemeindearbeit, bringe sie dafür bereits Vorerfahrungen mit. „Ob ich beruflich aber auch diesen Weg einschlage, das könnte sich ebenfalls mit dem Auslandsjahr entscheiden“, ist ihr die Bedeutung der langen Reise, die mehr Arbeit als Erholung verspricht, bewusst. Ihre Alternative? „Neben der sozialen Arbeit könnte ich mir auch ein Studium der Biologie vorstellen.“ Eventuell auch wieder im Ausland, zumindest für ein Austauschjahr, oder wenigstens in Norddeutschland, Kiel oder Rostock. „Vielleicht hab ich nach der Thailand-Erfahrung aber auch erst einmal genug von Abenteuern und bleibe gern eine Weile in der Heimat“, ist sich die Dellwigerin über ihre Zukunft noch nicht im Klaren.
In den kommenden Monaten wird sie ohnehin voll und ganz mit den Vorbereitungen beschäftigt sein. Erste Berührungen mit der neuen Sprache und Landskunde etwa stehen auf dem Programm. „Ein paar Ideen habe ich schon, was ich in Thailand sehen möchte“, weiß Julia ihre Freizeit bereits sinnvoll zu verbringen, so sei das „Goldene Dreieck“ (Region im Grenzgebiet der Staaten Laos, Thailand und Myanmar) reizvoll, generell der ganze Norden, außerdem schweben ihr buddhistische Tempel und ein Besuch der Elefantenstationen vor. Die Hauptstadt Bangkok möchte sie selbstverständlich nicht verpassen, und die Unterschiede zwischen dem Festland und der Insel Phuket erforschen. „An den Wochenenden bleibt bestimmt Zeit für ein paar Ausflüge.“

Julia braucht mehr Geld

Was sie für all diese Wünsche aber noch dringend braucht, ist Geld.
„Deshalb versuche ich bis April die Kasse durch kleine Jobs aufzubessern“, arbeitet Julia fleißig an Taschengeld. Das Grund-Budget ist durch AFS festgelegt: 9.000 Euro sind für das Jahr fällig, darin sind Unterkunft und Flug, ebenso wie Seminare, Versicherungen und ein 24-Stunden-Notfalldienst inklusive. Ein großer Teil wird durch staatliche Förderung finanziert, „3.900 Euro muss ich aber noch selber tragen“. So klappert Julia derzeit Freunde und Familie ab, sucht Unterstützer für ihr soziales Engagement. „Zum Beispiel darf ich am Tag der offenen Tür meiner alten Schule Brötchen verkaufen“, sind es manchmal kleine Aktionen, die helfen. Unter ihrer Email j-zenner@web.de kann man Julia kontaktieren, um ihr unter die Arme zu greifen (auch Spendenquittungen durch AFS möglich).

Über ihre Erlebnisse wird sie - soweit eine Internetverbindung da ist - auch regelmäßig in einem eigenen Internet-Blog (http://julia-in-thailand.blogspot.de/) berichten.
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