In St. Dionysius redet man nicht über den Abriss von Gebäuden

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Pastoralreferent Georg Giegel im Gespräch mit Franziska Heidenrich. Fotos: Debus-Gohl
 
Die sechs Gemeinden - St. Michael, St. Thomas Morus, St. Maria Rosenkranz, St. Johannes Bosco, St. Fronleichnam und St. Dionysius – hatten vorab einen Fragebogen erhalten. Die Ergebnisse waren am Samstag auf Infotafeln zusammengefasst.

Treffpunkt Langhölter Weg. Am Samstag waren alle Mitglieder der Pfarrei St. Dionysius aber auch alle Menschen, die sich für die Entwicklung ihrer Gemeinde sowie ihres Stadtteils interessieren, sich für eine gute Veränderung einsetzen und den Weg zueinander finden möchten, in den Gemeindesaal von St. Michael in Essen-Dellwig eingeladen.

Im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses (wir berichteten) lud jetzt auch die Pfarrei St. Dionysius ihre Gemeindemitglieder zu einer Informationsveranstaltung ein. Außerdem sollte der Nachmittag dazu genutzt werden, in neun Arbeitsgruppen die Wünsche und Ziele der einzelnen Gemeinden zu sichten und gemeinsam Lösungen zu finden.
Sabine Köther, Referentin für diakonische Pastoral- und Pfarreibegleitung des Bistums, die vier Pfarreien auf dem Weg in die Zukunft begleitet, machte deutlich: „Sie werden heute hier keine Informationen zu Kirchenschließungen erhalten, wir sind jetzt in der ersten Phase des Prozesses, also in der des 'Sehens'“. Dazu hatten alle sechs Gemeinden – St. Michael, St. Thomas Morus, St. Maria Rosenkranz, St. Johannes Bosco, St. Fronleichnam und St. Dionysius – vorab einen Fragebogen erhalten, dessen Ergebnisse auf Infotafeln zusammengefasst waren.

Investition in die Menschen

Bei den Kernfragen – „Worauf können wir verzichten?“ und „Was brauchen wir für die Zukunft?“ hatten die einzelnen Gemeinden sehr unterschiedliche Prioritäten gesetzt. War die erste Frage bei fast Allen mit einem Strich gekennzeichnet (was wohl bedeutet, wir können auf nichts verzichten), zeigten sich bei der zweiten Frage sehr differierende Meinungen. War der einen Gemeinde eine "stärkere Integration anderer Christen und der Einsatz für christliche Flüchtlinge" wichtig, betonte Georg Giegel, Pastoralreferent: „Uns ist es völlig wurscht, welcher Religion die Menschen anhängen, wir wollen mit allen Kontakt haben.“ Das drückte sich dann auch in einem, für die Gemeinde wichtigen, Zukunftsausblick aus: "Stärkung neuer Gruppen, die über Gemeinde hinausblicken und sich vernetzen". Damit ist auch die Nutzung und Öffnung der vorhandenen Kirchenräume für andere Gruppen, wie Schülernachhilfe oder die Bezirksvertretung gemeint.
„Durch den Überhang von Sterbenden und Abgängen ist die Pfarrei St. Dionysius von 23.000 auf aktuell 19.500 Mitglieder geschrumpft. 145 Taufen stehen 255 Beerdigungen gegenüber“, erklärt Dr. Jürgen Cleve, Pfarrer der Großgemeinde. Stagnierende Kirchensteuereinnahmen treffen auf gegenläufige Kosten. Da die Schlüsselzuweisung des Bistums nach Köpfen gerechnet wird und nicht nach Gebäuden, stellt sich die Frage: „Wie viel investieren wir in tote Steine und wie viel in lebendige Menschen?“ Dr. Cleves Meinung dazu ist deutlich: „Wir werden in Zukunft Räumlichkeiten zusammenlegen müssen und sie gemeinsam nutzen, auch verstärkte ökumenische Zusammenarbeit ist gewünscht.“

Wie kann's weitergehen?

Was brauchen wir? Wo wollen wir hin? Was können wir sein lassen? Was macht uns als Kirche begehrenswert? Warum sollen Menschen sich uns anschließen? Viele Fragen, die noch zu beantworten und zu prüfen sind. Und das ist nur möglich mit engagierter Diskussion, offenem Austausch untereinander und gemeinsamem Dialog.
„Wir sind in unserer Gemeinde im Moment noch nicht soweit, über den Abriss von Gebäuden zu reden, sondern wollen erstmal sehen, wie es weitergehen kann und wünschen uns für heute einen friedlichen und angenehmen Nachmittag“, betonte Dr. Ulrich Seng, Pastor von St. Michael.

Text: Doris Brändlein
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