Die zwei Gesichter: SGS Essen kassiert 0:1-Heimpleite

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Anfangs sehr auffällig, stets ein Aktivposten: Kozue Ando. Fotos: Gohl
 
Mangelware: Echte Torszenen gab‘s am Sonntag bei der Partie SGS gegen Leverkusen selten zu sehen.

„Walk on through the rain ...“ tönten die Lautsprecher an der Hafenstraße vor der Bundesliga-Partie SGS Essen gegen Bayer 04 Leverkusen am heutigen Sonntag. Die Essenerinnen wirkten zwar über die gesamten 90 Minuten bemüht, aber Nieselregen, glitschiges Geläuf und Abschlussschwäche heimsen der Elf von der Ardelhütte die zweite Niederlage in Folge ein.

„Als wir hier letztes Mal gegen Frankfurt gestanden haben, waren alle voller Euphorie“, erinnert Willi Wißing, Manager SGS Essen, an den sensationellen 3:2-Sieg gegen den FFC vor der Winterpause. Nur eines von zwei Gesichtern der Mannschaft, wie er nach der heutigen Partie vermeldet. Das andere, schlechte Gesicht hatte die Elf von der Ardelhütte bereits vergangene Woche gezeigt, als man mit einer 4:1-Niederlage aus Sand zurückkehren musste. Vom Usselwetter nicht abschrecken ließen sich insgesamt 1.203 Zuschauer, Hoffnungen auf eine ansehnliche Partie wurden enttäuscht.

Schlammschlacht

„Es war sicherlich kein schönes Spiel“, gesteht auch Thomas Oberlies, Chefcoach von Bayer Leverkusen. Witterung und Platzverhältnisse tragen ihren Teil dazu bei, nicht selten rutscht das glitschige Leder einer Spielerin über den Fuß. Die SGS startet mit Abwehr-Unsicherheiten in die Partie, noch in der 1. Minute legen Isabel Hochstein und Mannschaftsführerin Vanessa Martini fast für Leverkusen auf. Nur eine Zeigerumdrehung später ist die Elf von der Ardelhütte im Glück, als Rebecca Knaak Kristina Sundov freispielt, die von Hochstein im 16er umgesäbelt wird: weit und breit kein Ball in der Nähe, aber es gibt auch keinen Pfiff. Fortuna trägt heute rot und weiß. Auffälligste Essenerin in der Anfangsviertelstunde ist Kozue Ando, die in Minute 14 bloß haarscharf an Jana Feldkamps Flanke vorbeigrätscht. Während die SGS jetzt die größeren Spielanteile des chancenarmen Kicks hat, lauert Bayer auf Konter: „Im Gegenzug konnten wir das eine Ding machen“, erinnert sich Bayer-Coach Oberlies. Knaak lupft in der 37. Minute die Kugel über die SGS-Abwehr in den freien Raum, wo Anna Gasper lauert. Gasper hat dann alle Zeit der Welt, das Leder rechts hinter Keeperin Lisa Weiß zum 1:0 für Leverkusen zu versenken. Die Essener Elf ist geschockt, startet aber einen kleinen Sturmlauf. Wieder kommt die SGS mit Jacqueline Klasen und Ando über links, diesmal gerät in der Mitte Charline Hartmann in Rücklage und pfeffert die Pille über den Kasten. Mit 1:0 geht's dann auch in die Kabinen.
Hälfte zwei wird zur absoluten Nullnummer: Die wenigen Gelegenheiten aus der ersten Halbzeit weichen einem nicht enden wollenden Fehlpassreigen, Zusammenspiel ist jetzt Fehlanzeige. In der 55. Spielminute öffnet Nationalspielerin Sara Doorsoun mit einem hohen Ball, Lea Schüller legt sich das Leder aber zu weit vor und passt dabei gemütlich in die Hände von Bayer-Keeperin Anna Klink. Eine Zeigerumdrehung später kommt es erneut zum Showdown zwischen Schüller und Klink, diesmal pfeift die überforderte Schiedsrichterin Daniela Illing abseits – zu unrecht! Die einzige echte Gelegenheit für die Leverkusenerinnen ergibt sich erst in Minute 83., als SGS-Keeperin Weiß auf Abwegen ist und Knaak meilenweit am leeren Kasten vorbeilupft. Schluss ist schließlich in der 96. Minute der Nachspielzeit: Mit 0:1 unterliegt die SGS Essen Bayer Leverkusen.

Zwei Gesichter

„Ich bin selbst etwas sprachlos“, verrät Markus Högner, Trainer SGS Essen. Wie auch Manager Wißing erkennt er zwei Seiten der Mannschaft: „Es tut mir leid für die Fans, dass sie heute das schlechte Gesicht gesehen haben“, gibt Högner geknickt zu Protokoll. Vor heimischer Kulisse darf die SGS zwar erst wieder am 27. März ran, doch bereits kommenden Sonntag 28. Februar, gastieren die Essenerinnen um 13 Uhr bei FF USV Jena: „Ich bin heilfroh, dass wir schon 19 Punkte haben, trotzdem hoffe ich, dass wir bald die Wende kriegen“, kommentiert Högner. Die SGS und Jena stehen aktuell punktgleich auf Rang sechs und sieben.
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