Pläne für neue Kabinen am Frintroper Wasserturm liegen weiter auf Eis

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Stefan Köther, Abteilungsleiter Fußball bei der DJK Adler Union Frintrop, vor den Kabinen-Käfigen. Die sind zwar abschließbar, aber von allen Seiten einsehbar. Auch Traineransprachen während der Halbzeitpausen sind bei diesen Gegebenheiten nicht möglich.
 
Die Duschen der 1958 erbauten Sportanlage sind dringend sanierungsbedürftig.

Stefan Köther, Abteilungsleiter Fußball bei der DJK Adler Union Frintrop, ist überzeugter Ehrenamtler. Für seinen Verein geht eine Menge Freizeit drauf. „Doch manchmal scheint alles Bemühen sinnlos. Wir fühlen uns von Stadt und Politik im Stich gelassen.“

Die Enttäuschung steht dem engagierten Vereinsmenschen ins Gesicht geschrieben. Doch der Reihe nach.
Im Dezember 2012 entschied der Rat der Stadt Essen über die notwendige Sanierung der Kabinenanlagen auf dem Gelände der aus dem Jahr 1958 stammenden Bezirkssportanlage am Wasserturm. Die vorhandenen Räumlichkeiten deckten in keinster Weise den tatsächlichen Bedarf, seien dringend sanierungsbedürftig, heißt es in dem Sachstandsbericht. 1.050.000 Euro wurden in Aussicht gestellt, um die Umkleidekapazitäten in einen bautechnisch einwandfreien Zustand zu versetzen. Passiert ist seitdem nichts, zumindest nichts, was an dem Erscheinungsbild der Kabinen etwas verändert hätte. Noch immer müssen sich die Frintroper Teams und ihre Gastmannschaften in Umkleide-Käfigen umziehen. „Die sind zwar abschließbar“, so Stefan Köther, „aber von allen Seiten einsehbar. Wenn ein Mädchenteam dabei ist, sind die Räume für die Jungs blockiert.“ Auch Traineransprachen seien in den Kabinen unmöglich.

Veto durch das Rechnungsprüfungsamt

In den nächsten Monaten, da ist Köther realistisch, wird sich an diesem Zustand nichts ändern. Zwar haben Politik und Verwaltung bei zahlreichen Ortsterminen immer wieder die dringende Sanierungsbedürftigkeit bescheinigt, doch legt das Veto des Rechnungsprüfungsamtes den Beginn der Arbeiten jetzt wieder einmal für unbestimmte Zeit auf Eis.
Drei Entwürfe für einen Um-/Neubau der Kabinen hat das beauftragte Architekturunternehmen bislang vorgelegt, dreimal wurden die genehmigten Investitionskosten deutlich überschritten. Die letzten Planungen sahen Kosten in Höhe von 1,45 Millionen Euro für einen kompletten Neubau vor. „Es gab aber auch einen Entwurf mit zwei unterschiedlichen Bauphasen, der insgesamt 2,3 Millionen kosten sollte.“

Was wird aus dem Jugendturnier im Sommer?

Die Politik war schon bereit, mehr Geld in die Hand zu nehmen, der dritte Vorschlag für den Kabinenneubau so gut wie unterschriftsreif. Das Veto des Rechnungsprüfungsamtes setzt nun wieder alles auf Null. Stefan Köther blickt mit Sorge auf den nächsten Sommer. „Was wird aus unserem Jugendturnier? Stehen dann gerade die Bagger auf dem Platz oder ist der Baubeginn bis dahin noch immer nicht erfolgt?“
Auf Antworten muss der Abteilungsleiter warten. In dieser Woche haben sich die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung noch einmal zusammengesetzt, um doch noch eine Lösung zu finden. Konkrete Ergebnisse gibt es allerdings noch nicht.

Lösung muss her, damit es weiter geht

Doch die müssen her, soll das Ganze seinen normalen Verlauf nehmen: noch einmal auf die Tagesordnung des Sportausschusses, dann würden die Ausschreibungen folgen. „Und irgendwann kommen vielleicht wirklich die Bagger“, hat Köther die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Die Vereinsarbeit am Wasserturm wird bis dahin nicht einfacher, einige Mitglieder im Jugendbereich haben der DJK bereits den Rücken gekehrt. „Die Anlage ist hochfrequentiert. Über 40 Fußballteams trainieren hier“, so Köther. „Wir leisten wichtige Arbeit, für die körperliche Fitness der Kids und ihr Sozialverhalten. Aber das zählt wohl nicht.“
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