Wie im Sherwood Forrest: Sport am Bogen

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Der Bogen ist gespannt - jetzt muss Selina (15) nur noch die Scheibe in das „Gold“ treffen. Foto: Winkler

Einmal wie Robin Hood den Bogen spannen - das habe ich mir schon immer gewünscht. Beim ersten Schnuppertraining beim Bogensportclub Essen wurde mir erst klar, wie komplex - aber eben auch unterhaltsam - dieser Sport in Wirklichkeit ist.

Etwa alle vier Monate veranstaltet der Verein ein Schnuppertraining für acht Bogensport-Interessenten ab 14 Jahren - und ich war im Dezember dabei. Nach den gemeinsamen Aufwärmübungen - vor allem Krafttraining für die Arme - lernte ich dort die Grundkenntnisse des Bogenschießens kennen: Zum Beispiel, wie man einen Bogen mit der richtigen Technik spannt, und was man dabei falsch machen kann, so etwa wenn man die Wurfarme verdreht. Oder wie der richtige Stand - im Idealfall nämlich seitlich zur Scheibe - einen Schuss beeinflussen kann.
Außerdem wird einem bereits zu Anfang erklärt, was es für verschiedene Bögen gibt und was für Vorteile jeder von diesen hat. So ist der Recurvebogen besonders für Anfänger geeignet, da die Wurfarme mehr Energie speichern und daher einen höheren Wirkungsgrad haben. Ganz schön viel theoretisches Fachwissen für einen Beginner.
Fürs praktische Training ist bis auf Hallenschuhe keine besondere Sportkleidung erforderlich. Schutzkleidung und die Bögen werden einem zur Verfügung gestellt, so dass ich und die anderen Teilnehmer das gesamte Probetraining dieselbe Ausrüstung benutzen konnten.
Falls man sich nach dem Probetraining weiter fürs Bogenschießen begeistern konnte - und das tat ich -, musste man sich auch nicht gleich einen eigenen Bogen, für den rund 100 bis 300 Euro nötig sind, anschaffen. Stattdessen konnte ich mir für den Anfang einen gegen eine kleine Leihgebühr in einem Bogensportladen ausborgen.
Seither trainiere ich in der Sporthalle der Gesamtschule Bockmühle in einer Gruppe mit anderen Jugendlichen an jedem Freitagnachmittag von 16 bis 18 Uhr. Dafür steht ein eigener Trainer, Dirk Trappman, zur Verfügung. Beginnen tut jede Einheit mit dem gemeinsamen Aufwärmen, anschließend wird in dem üblichen Drei-Pfeil-Passen (eine Passe sind drei Schuss), gängig in der Halle, geschossen. Nach uns sind die erwachsenen Vereinsmitglieder an der Reihe. Bis 22 Uhr kann ich also mit ihnen, aber dann ohne Trainer, weiter üben, auf eine Scheibe in 18-Meter-Entfernung zu schießen.
Im Sommer hat der Bogensportclub einen eigenen Platz an der Lierfeldstraße, der uns dann theoretisch sogar rund um die Uhr zur Verfügung steht. Dort haben auch die Jüngeren einen separaten Bereich, wo sie auf kürzere Distanzen als die sonst bis zu 90 Meter der Älteren schießen üben dürfen.
Habe ich auch Ihr Interesse für meinen Sport geweckt? Weitere Infos gibt es im Internet unter www.bogensportclub-essen.de/Navigation/Schnupperkurs.de - hier kann man sich nach entsprechender Veröffentlichung aktueller Termine auch direkt anmelden.

Von Selina Fischer
Fotos: Winkler
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