Neue Rohre für den Rumbach

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PR-Foto Köšhring/ TR
 
In fünf Bauabschnitten erfolgt auf einer Länge von rund 1300 Metern die Neuverrohrung des Rumbaches im Mülheimer Stadtgebiet.

Im Mülheimer Stadtgebiet ist er seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen: Der Rumbach. Doch die Kanäle von einst sind in die Jahre gekommen. Weil ihr Fassungsvermögen für die heutigen Wassermassen nicht mehr ausreicht, werden neue Rohre verlegt. Die Bauarbeiten beginnen am 5. September.

Der Rumbach entspringt in Essen Haarzopf und schlängelt sich über rund sieben Kilometer über Holthausen in Richtung Innenstadt. Auf Höhe des Wasserwanderrastplatzes, gegenüber der Stadthalle, mündet er in die Ruhr.
Nur noch in Holthausen und weiter in Richtung Quelle fließt der Rumbach oberirdisch. Denn bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts „ärgerte“ er die Bewohner der Mülheimer Innenstadt. Um seine gelegentlichen Wassermassen zu bändigen, verlegte man den Bach unter die Erde.

Und bis heute fließt er unter der Erde entlang. Doch auf einer Länge von rund 1,3 Kilometern reichen die gemauerten Kanäle aus den 1920er- Jahren nicht mehr aus, die heutigen Wassermengen aufzunehmen. Dafür entsteht eine neue Rohrleitung zwischen Walkemühlenstraße und Forum. Der alte Kanal bleibt erhalten und wird nach Fertigstellung der neuen Rohrleitung saniert, und dient als zusätzlicher Ablauf bei sehr starken Regenfällen.

„Die Gründe für die anfallenden Wassermengen sind vielfältig“, erläutert Umweltamtsleiter Dr. Jürgen Zentgraf während eines Pressegesprächs gestern im Technischen Rathaus. „Durch die Versiegelung von Flächen sowie die Starkregen haben die Wassermassen, die abgeleitet werden müssen, erheblich zugenommen. Die Größe der Kanäle reicht nicht mehr aus. Deswegen kommt es immer wieder zu Überflutungen vor allem im Bereich Dickswall.“

Früher lagen die berechneten Wassermengen pro Quadratmeter zwischen 23 Litern im zehnjährigen Durchschnitt und 34 Liter im hundertjährigen Durchschnitt. Heute prasseln bei Starkregen über 50 Liter pro Quadratmeter auf die Stadt nieder. Der vorhandene Kanal ist damit überfordert. Die Wassermassen sollen künftig durch bis zu zwei Meter hohe Rohre (Innendurchmesser) in die Ruhr fließen. Doch dazu müssen sie in die Erde verlegt werden – ein nicht immer einfaches Unterfangen. Denn inzwischen hat sich in Sachen Gesetzen und Verkehr einiges geändert – von den verlegten Ab- und Mischwasserkanälen, Strom-, Gas- und Telefonleitungen sowie der U-Bahn ganz zu schweigen. Und natürlich müssen die Anforderungen an den Straßenbau erfüllt werden.

In fünf Bauabschnitten sollen bis 2021 neue Rohre verlegt werden. Begonnen wird am 5. September mit dem zweiten Abschnitt auf der Essener Straße zwischen Kattowitzer Straße und der Gracht. Während der Bauarbeiten werde der Verkehr jeweils auf einer Spur pro Richtung an der Baustelle vorbeigeführt, so Zentgraf.
Die Rohrverlegung in dem rund 470 Meter langen Bauabschnitt dauert rund 22 Monate. Die Kosten dafür lägen bei rund 2,8 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für die gesamte Strecke betrügen rund 11 Millionen Euro, so der Leiter des Umweltamtes.

Zu einer teilweisen Offenlegung des Baches werde es nicht kommen. Dort wo es möglich wäre, liege der Rumbach zu tief in der Erde, um noch gesehen zu werden.
Der neue Kanal erfülle natürlich die wasserrechtlichen Vorgaben. Eine derzeit vorhandene vier Meter hohe Kaskade nahe des Forums verschwinde. Damit eröffne sich zahlreichen Fischarten wieder die Laichmöglichkeit im Oberlauf.
Nach dem Ende der Baumaßnahme folge die Sanierung des alten Kanals, um ihn bei Starkregen als Reserve mit zu nutzen.

Die Sanierung, die bereits vor Jahren geplant war, verzögerte sich immer wieder auf Grund von Einsprüchen sowie Vergaberechtsstreitigkeiten.


Interessierte Bürger erhalten am 22. August ab 18 Uhr in der Hölterschule weitere Informationen. Zusätzlich beantwortet Dipl. Ing. Jochen Kurrle von montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr Fragen von Anwohnern. Kurrle ist unter Tel.: 02 21 / 2 70 79 53 11 oder per Mail unter muelheim.rumbach@dreso.com erreichbar.
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